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Cloppenburger Südkreis arbeitet beim Klimaschutz zusammen

Bis 2030 soll Deutschland 80 Prozent seines Stroms aus erneuerbaren Energien beziehen. Ob das gelingt, hängt auch vom Engagement in den Kommunen ab.

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Ehrgeiziges Ziel: In Deutschland soll Strom demnächst hauptsächlich mit erneuerbaren Energien erzeugt werden.   Foto: dpa/Murat

Ehrgeiziges Ziel: In Deutschland soll Strom demnächst hauptsächlich mit erneuerbaren Energien erzeugt werden.   Foto: dpa/Murat

Ein Klimamanager soll demnächst im Cloppenburger Südkreis an der Verbesserung des Klimaschutzes arbeiten. Entsprechende Gespräche zwischen den Gemeinden Löningen, Lastrup, Lindern und Essen hat Lastrups Bürgermeister Michael Kramer gegenüber OM Online bestätigt. Ein Planungsbüro wurde bereits eingeschaltet. "Wir warten auf Rückmeldung", sagt Kramer. Dann solle es so schnell wie möglich losgehen.

Aufgabe von Klimamanagern ist es, die Maßnahmen der Kommunen zu steuern, nach außen zu kommunizieren und für die überregionale Vernetzung zu sorgen. Grundlage dafür sind Klimaschutzkonzepte, die von den meisten Kommunen in den vergangenen Jahren eingeführt wurden. In Lastrup fanden die ersten Planungen dazu bereits vor zehn Jahren statt. 2015 beschloss der Rat das fertige Konzept. "Damals wurden wir dafür belächelt. Heute dreht sich bei der Bewilligung von Fördermitteln praktisch alles um dieses Thema", sagt Kramer. 

Mit der gemeinsamen Stelle wollen die vier Gemeinden ihre Bemühungen koordinieren. Dass sich gemeinsam mehr für den Klimaschutz erreichen lässt, weiß auch Michael Kramer. Noch ist der Job nicht ausgeschrieben. Von einem Klimaschutzmanager erwartet der Lastruper vor allem, dass er sich in der Materie auskennt und bereit ist "voranzugehen". In welchem Rathaus sich sein Büro befinden wird, steht nicht fest. Viele Detailfragen müssen ohnehin noch geklärt werden. "Die Gespräche sind aber vielversprechend", betont Kramer.

Lastruper wollen CO₂-Ausstoß um ein Viertel senken  

Das Lastruper Klimaschutzkonzept sieht unter anderem eine 25-prozentige Minimierung des Kohlendioxid-Ausstoßes pro Kopf vor. Auf dem Weg dahin will der Bürgermeister jetzt alle Liegenschaften auf ihre Einsparpotenziale abklopfen. Bei der Kinderkrippe "Wolkennest" ist das bereits gelungen. Dort greift die Gemeinde auf CO₂-freie Erdwärme zurück. Kramer denkt aber auch an die Installation von  Photovoltaikanlagen, etwa in den neuen Baugebieten.  Infrastrukturmaßnahmen sind mittlerweile ebenfalls förderwürdig. So möchte der Verwaltungschef die marode Straße "Zur Bleiburg" nicht nur befestigen lassen, sondern auch mit einem Radweg ausstatten.

Der Ausbau der Windenergie könnte ebenfalls wieder ein Thema in Lastrup werden. Bislang drehen sich in der Gemeinde lediglich vier Rotoren. Ob weitere hinzukommen, hängt vom Ergebnis einer Potenzialstudie ab. Es soll Mitte des Jahres vorliegen. Vor sieben Jahren hatte eine Untersuchung zwar neue Flächen für Windparks ausgeschlossen. Inzwischen hätten sich die Vorgaben aber verändert, erklärt Kramer. "Damals bildeten drei Anlagen einen Windpark, jetzt reichen bereits zwei." Daher finden jetzt neue Berechnungen statt. 

Vieles sei in Bewegung geraten, betont Michael Kramer. Ob die Gemeinde einen neuen Windpark überhaupt genehmigen würde, lässt er aber offen. Auch über den Betrieb müsste entschieden werden. Fest steht für ihn, dass es sich um kein Projekt weniger zahlungskräftiger Investoren handeln dürfe. "Wir müssten möglichst viele Bürger daran beteiligen." Dass die Gemeinde im Falle eines Falles selbst als Betreiber in die Stromproduktion einsteigen könnte, wie es andere Kommunen in Niedersachsen bereits tun, schloss Kramer ebenfalls nicht aus. 

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