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Cloppenburger richten Haus für zwölfköpfige Flüchtlingsfamilie ein

Eine Familie mit 10 Kindern soll in die Eschstraße ziehen – das jüngste ist erst 2 Wochen alt. Mitglieder des Lion Clubs und der Freien evangelischen Kirchengemeinde hatten zuvor Spenden gesammelt.

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Dominik von der Freien evangelischen Kirchengemeinde baut Betten für die Kinder auf. Foto: Niemeyer

Dominik von der Freien evangelischen Kirchengemeinde baut Betten für die Kinder auf. Foto: Niemeyer

Jetzt muss alles ganz schnell gehen. Immerhin soll in den kommenden Tagen eine zwölfköpfige Familie aus der Ukraine in das Haus einziehen. Ein Jahr lang stand es leer, sagt Eigentümer Jens Diekgerdes. Nun bringen Helfer neues Leben in die Wohnung an der Eschstraße. Sie tragen Geschirr, Betten, Spielzeug und Kinderwagen hinein. Geflohen vor Putins Krieg, soll die Familie samt der 10 Kinder dort zur Ruhe kommen. Sofern das nach einer so überstürzten Flucht vor den Bomben möglich ist. Auch ein 80-jähriger Mann sei dabei. 

Der Cloppenburger Dr. Robert Berges hat die Unterkunft für die ukrainischen Kriegsflüchtlinge arrangiert. Der Zahnarzt im Ruhestand habe gewusst, dass das Haus leer steht. "Als ich hörte, dass nach Wohnungen für ukrainische Flüchtlinge gesucht wird, habe ich sofort an das Haus gedacht", sagt er. Also kontaktierte er den Besitzer, Jens Diekgerdes. Eigentlich war geplant, das Haus für einen Neubau abzureißen, sagt Diekgerdes, aber: "Da warten wir jetzt mit."

Lions Club und Freie evangelische Kirche helfen

Früher hätten in dem Haus Ärzte gewohnt, sagt Berges. Der 89-Jährige richtet die Immobilie in Zusammenarbeit mit dem Lions Club und der Freien evangelischen Kirchengemeinde ein. Die Mitglieder haben Spenden gesammelt und tragen sie nun in das Haus. Die Tür ist nur angelehnt, jeder, der Spenden dabei hat, kann an diesem Tag hereinkommen. So etwa eine Frau, die vom Lions Club erfahren hat, dass das Haus für Flüchtlinge eingerichtet wird. Sie hat Bettwäsche, eine Matratze und Kindersachen vorbeigebracht, sagt sie.

Dr. Robert Berges (links) und Jens Diekgerdes. Foto: NiemeyerDr. Robert Berges (links) und Jens Diekgerdes. Foto: Niemeyer

Die Helfer vom Lions Club und der Freien evangelischen Kirche reinigen außerdem die Zimmer und bringen den Garten wieder auf Vordermann. Die Firma Sieverding aus Cappeln habe das Haus unentgeltlich wieder an Strom, Wasser und Gas angeschlossen, so Berges. Auch eine neue Waschmaschine hätten Mitarbeiter der Firma angeschlossen. Alles geschehen an nur einem Tag.

Flüchtlingsfamilie wohnt derzeit in Molbergen

"Soziale Verpflichtung ergibt sich aus dem Tun, nicht aus dem Denken", sagt der Zahnarzt, wenn man ihn fragt, warum er sich so sehr für die ukrainischen Flüchtlinge engagiert. Ein Kind der Flüchtlingsfamilie sei am ersten Tag des Krieges per Kaiserschnitt zur Welt gekommen, sagt er weiter. Die Familie sei bereits im Landkreis angekommen. "Sie schlafen in Molbergen auf Matratzen", so Berges. Dort hätten sie verwandtschaftliche Kontakte. Eine ehemalige Mitarbeiterin von Berges habe sich an ihn gewandt und gefragt, ob er helfen könne. So fand die "Adhoc-Lösung" an der Eschstraße, wie er sagt, im Nu Bewohner. 

Sollte eigentlich einem Neubau weichen: Nun ziehen ukrainische Flüchtlinge in das Haus an der Eschstraße. Foto: NiemeyerSollte eigentlich einem Neubau weichen: Nun ziehen ukrainische Flüchtlinge in das Haus an der Eschstraße. Foto: Niemeyer

Als der Zahnarzt draußen vor der Tür steht, ruft ihm eine Nachbarin vom Balkon aus zu. Was denn dort los sei im Haus, fragt sie. Berges erklärt ihr, dass dort eine ukrainische Flüchtlingsfamilie einziehe. Prompt bietet die Frau ihre Hilfe an. "Ich habe noch Geschirr", sagt sie und kommt mit einem großen Karton herunter. Berges zeigt sich von der Hilfsbereitschaft beeindruckt. "Ist das nicht wundervoll?", fragt er.

OM-hilft -  Helfen Sie mit! Das Oldenburger Münsterland hilft den Geflüchteten aus der Ukraine. Hilfsinitiativen, Wohlfahrtsorganisationen und viele mittelständische Unternehmen sind bereits dabei, die Hilfe vor Ort zu koordinieren. Und auch Sie können sich beteiligen. Wie und Wo? Das sagt Ihnen  die Webseite om- hilft.org

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