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Cloppenburger Marienschüler sprayen den Kreuzweg

Im Religionsunterricht haben zwei 8. Klassen der Oberschule die Sprühdosen herausgeholt. So wurden die traditionellen Stationsbilder in die heutige Zeit adaptiert.

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Der Achtklässler Kevin Tapken widmet sich bei seinem Bild dem Himmel. Foto: Dickerhoff

Der Achtklässler Kevin Tapken widmet sich bei seinem Bild dem Himmel. Foto: Dickerhoff

"Es ist der Hauch des Verbotenen", bringt Mika Springwald auf den Punkt, warum die Jugendlichen mit so viel Begeisterung ihre Bilder für den Kreuzweg besprühen. Der Sozialarbeiter und Künstler leitet zwei 8. Klassen der Marienschule Cloppenburg bei einer Aktion im Religionsunterricht an. In kleinen Gruppen gestalten die Jugendlichen im Garten vor dem Kreativhaus mit Spraydosen die 14 Kreuzweg-Stationen. Die jeweilige Station wurde mit den entsprechenden Gruppen vorher im Unterricht besprochen. Dabei wurde auch besprochen, was die Szene mit den Schülern auch heute noch zu tun hat, erklärt die Religionslehrerin Theresa Nienaber.

Es ist nicht das erste Mal, dass sie mit ihren Klassen eine Sprayaktion durchführt. Vor 2 Jahren hat sie bereits Marienbilder im Religionsunterricht sprühen lassen, im vergangenen Jahr wurde so ein Altarbild für die St.-Josef-Kirche gestaltet. "Sprayen ist eine Sache, da haben die Schüler Lust drauf. Sie können auf eine ihnen neue Art kreativ sein, denn die meisten von ihnen sprayen nie oder nur selten", erklärt Nienaber, warum sie diese Methode so gerne nutzt.

Jugendliche toben sich kreativ aus

Und den Jugendlichen gefällt es. Sie bringen eigene Ideen ein und probieren viel aus. "Der Himmel ist mein Projekt", sagt Kevin Tapken und sprüht blaue Farbe auf seine hölzerne Leinwand. Gemacht habe er sowas noch nie, es gefalle ihm aber gut. Auch um ihn herum herrscht geschäftiges Treiben. Überall ist das Klackern der Spraydosen zu hören. Mit ihnen werden großflächige Hintergründe aufgetragen. Aber auch einzelne Wörter und Jesus am Kreuz mit dafür vorliegenden Schablonen auf die Kunstwerke gebannt. Mit Acrylfarbe werden manchmal noch kleinere Worte hinzugefügt. Ab und an landet natürlich auch mal Farbe da, wo sie nicht landen sollte. Fürs nächste Mal wissen dann alle, dass man für solche Aktionen besser keine weiße Kleidung anzieht.

Dass das Projekt jetzt im Oktober durchgeführt wird, war ursprünglich nicht geplant. Eigentlich sollte das Ganze – wie es sich thematisch anbietet – rund um Ostern, bestenfalls in der Karwoche stattfinden. Aber dann kam Corona. "Jetzt passt es aber auch", meint Theresa Nienaber. Das aktuelle Thema im Religionsunterricht sei "Gewissen", da lasse sich viel mit der Graffiti-Aktion verbinden. Ähnlich sieht das Mika Springwald: "Sprayen war immer sozialkritisch. Und es gibt fast nichts Sozialkritischeres als den Kreuzweg." Man müsse nur den Transfer in die heutige Lebenswirklichkeit schaffen. Es ginge nicht um die historische Strafe des Kreuzigens, sondern um den heutigen Umgang miteinander.

Die Jugendlichen gestalteten die einzelnen Stationen in unterschiedlichsten Farben. Foto: DickerhoffDie Jugendlichen gestalteten die einzelnen Stationen in unterschiedlichsten Farben. Foto: Dickerhoff

Geplant sind die Kreuzzug-Bilder eigentlich für den Schulflur vor den Klassenräumen. Gegebenenfalls könnte es auch eine Ausstellung geben, erklärt Theresa Nienaber. Da sei aber noch nichts in trockenen Tüchern.

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