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Cloppenburger Gesundheitsamt ist überlastet

Bei weiterhin hohen Fallzahlen im Landkreis Cloppenburg läuft die Kontaktnachverfolgung nur mit "deutlichen Verzögerungen". Die Kreisverwaltung bittet jetzt um Hilfe bei der Bundeswehr.

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Montage: Bänsch

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Angesichts weiterhin viele Coronafälle berichtet die Cloppenburger Kreisverwaltung nun von einer Überlastung des Gesundheitsamtes. Wie Kreissprecher Sascha Sebastian Rühl berichtet, gebe es zurzeit "deutliche Verzögerungen" bei der Abarbeitung der Kontaktnachverfolgung. Personal aus anderen Bereichen der Kreisverwaltung wurde bereits hinzugezogen, weitere Mitarbeiter können kurzfristig einspringen. "Außerdem hat der Landkreis erneut Unterstützung bei der Bundeswehr beantragt, da wie im Herbst 2020 bereits absehbar ist, dass die Kreisverwaltung die Kontaktverfolgung langfristig mit eigenen personellen Ressourcen nicht sicherstellen können wird", sagte Rühl am Mittwoch. Konkret fordert die Kreisverwaltung 15 Soldaten an. Zeitgleich gibt es auch Gesuche an externe Dienstleister.

Landrat Johann Wimberg erklärt am Mittwoch: „Wir tun derzeit was wir können, um den Infektionsschutz trotz überall steigender Fallzahlen zu gewährleisten und Betroffene zeitnah zu kontaktieren." Grundsätzlich seien die hohen Infektionszahlen allein nicht bedrohlich. Jedoch steckten sich durch die unterdurchschnittliche Impfquote aktuell zu viele Ungeimpfte an, "die schwer erkranken oder gar sterben." Die Wahrscheinlichkeit, sich vor Erreichung des vollen Impfschutzes anzustecken, sei derzeit höher als jemals zuvor.

Der Landrat fordert jetzt die Politik auf, über eine Impfpflicht nachzudenken. Es könne nicht sein, dass ein solches Verhalten einer Minderheit die Mehrheit der Menschen einschränke oder in Gefahr bringe, weil somit Krankenhäuser und Intensivstationen durch ungeimpfte Corona-Patienten überlastet würden und somit für andere Notfälle keine Kapazitäten mehr zur Verfügung stünden.

Weil die Kontaktnachverfolgung derzeit nur mit Verzögerungen funktioniert, weist die Kreisverwaltung noch einmal auf die Quarantänepflichten hin.

  • Bürger, die positiv getestet worden sind, müssen sich unverzüglich in häusliche Quarantäne begeben. Dabei ist es wichtig, dass sich die Betroffenen während der Quarantäne auch von ihren Familienangehörigen isolieren.
  • Die Quarantäne beträgt für positiv Getestete 14 Tage und für Kontaktpersonen 10 Tage.
  • Geimpfte Kontaktpersonen müssen nicht in Quarantäne, solange sie vollkommen symptomfrei sind.
  • Nach dem fünften Tag ist es für Kontaktpersonen möglich, sich mittels PCR-Testung aus der Quarantäne frei zu testen. Mit einem Schnelltest ist das erst nach sieben Tagen möglich, wobei nur Tests aus einem offiziellen Testzentrum anerkannt werden.
  • Nur bei einem positiven in Eigenregie durchgeführten Schnelltest ist das Bürgertelefon des Landkreises über das Testergebnis zu benachrichtigen. Telefon: 04471/15-555.
  • In allen anderen Fällen erfolgt eine Kontaktaufnahme durch das Gesundheitsamt.
  • Gleichzeitig besteht nach wie vor die Pflicht, enge Kontaktpersonen selbst zu benachrichtigen.

Dem Cloppenburger Gesundheitsamt liegen am Mittwoch 144 neue positive Testergebnisse vor. Demgegenüber stehen 100 Personen, die seit Mittwoch als genesen gelten. Damit gibt es 1050 aktive und nachgewiesene Infektionen im Kreisgebiet (Vortag: 1006).

Die 144 neuen Coronafälle werden aus allen Städten und Gemeinden gemeldet. Örtliche Schwerpunkte sind erneut die Stadt Cloppenburg (27 neue Fälle, aktuell 278 aktive Infektionen) und die Stadt Friesoythe (17 neue Fälle, aktuell 88aktive Infektionen).

Zurzeit werden 17 infizierte Patienten stationär in einem der drei Krankenhäuser behandelt  – davon 5 intensivmedizinisch. Das entspricht den Angaben des Vortages. Aktuell stehen 1090 Einwohner unter amtlich angeordneter Quarantäne. Das Robert-Koch-Institut hat am Mittwoch für den Landkreis Cloppenburg eine 7-Tage-Inzidenz von 318,6 gemeldet (Vortag: 311,6). Das ist weiterhin die höchste 7-Tage-Inzidenz in Niedersachsen vor Salzgitter mit 292,7.

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