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Cloppenburger Feuerwehr ist 9169 Stunden im Einsatz

Die Ehrenamtlichen ziehen am Wochenende Bilanz. Etliche Mitglieder werden geehrt. Für Probleme bei der Ausbildung sorgte der Corona-Lockdown.

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Ehrung: Dr. Wolfgang Wiese (Mitte) mit (von links) Dieter Leuschner, Horst Lade, Dr. Wolfgang Wiese, Neidhard Varnhorn und Ulrich Lade. Foto: Heidkamp

Ehrung: Dr. Wolfgang Wiese (Mitte) mit (von links) Dieter Leuschner, Horst Lade, Dr. Wolfgang Wiese, Neidhard Varnhorn und Ulrich Lade. Foto: Heidkamp

Für die Ehrenamtlichen der Freiwilligen Feuerwehr Cloppenburg gab es keine echte Corona-Pause – aber massive Einschränkungen bei der Ausbildung. Diese Bilanz zog Stadtbrandmeister Horst Lade auf der Generalversammlung der Freiwilligen Feuerwehr in Többens Feierwerk am Samstagabend. Die Kameraden waren demnach ständig im Einsatz: 186-mal wurde die Feuerwehr im vergangenen Jahr zur Gefahrenabwehr im Stadtgebiet alarmiert – also im Schnitt mindestens jeden zweiten Tag. Darunter waren 38 Einsatzsätze bei Kleinbränden, 9 Mittelbränden und 9 Großbränden – auch der Vollbrand eines Getränkemarktes an der Warthestraße zählte dazu. Außerdem rückte die Wehr zu Verkehrsunfällen, Unwettereinsätzen, Unterstützung der Rettungsdienste, Gefahrguteinsätzen und Hilfeleistungen wie Befreiungsaktionen aus festsitzenden Fahrstühlen aus.

Für Frust sorgten 2021 erneut unnötige Alarmierungen: Bei den Brandmeldeanlagen gab es 41 Alarmierungen, davon 22 Fehlalarme. „Diese Art der Einsätze löst bei den Kameraden keine Begeisterungsstürme aus, sondern führt eher dazu, dass sie gar nicht mehr zum Feuerwehrhaus kommen“, sagte Horst Lade. „Das kann auch mal böse ins Auge gehen, wenn ein bestätigtes Feuer zu Grunde liegt und dort eventuell Menschengefährdung vorliegt.“

Der Stadtbrandmeister warnte auch vor einem „riesigen Schaden“ im Falle eines neuen Corona-Lockdowns. „Das sollte jedem klar sein. Wegen fehlender Ausbildung könnte es zu Verletzungen oder zu unsicherem Verhalten im Einsatzfall kommen. Das wollen wir alle auf keinen Fall. Jeder von euch soll nach einem Einsatz wieder gesund nach Hause kommen. Dort warten Angehörige, die sich auf euch freuen“, erklärte Lade. Mit den wieder eingeführten Dienststunden im Feuerwehrhaus und den Einsatzzeiten kamen die Kameradinnen und Kameraden in 2021 auf eine Gesamtstundenzahl von 9169 Stunden.

Engagierte Kameraden: die Cloppenburger Feuerwehrführung um Stadtbrandmeister Horst Lade (links) mit den Beförderten und Geehrten bei der Generalversammlung. Foto: HeidkampEngagierte Kameraden: die Cloppenburger Feuerwehrführung um Stadtbrandmeister Horst Lade (links) mit den Beförderten und Geehrten bei der Generalversammlung. Foto: Heidkamp

Das machte bei Cloppenburgs Bürgermeister Neidhard Varnhorn Eindruck: „Danke für euern Einsatz und dieses enorme Engagement. Ohne euch in diesem besonderen Ehrenamt würden wir etwas ärmer aussehen in der Stadt Cloppenburg und darüber hinaus“, sprach Varnhorn bei der Versammlung den Dank auch von Rat und Verwaltung aus. Als erfreulich bezeichnete er das Engagement der Kinder- und Jugendfeuerwehr, die in die Ausbildung und allgemeine Jugendarbeit 1011 Stunden investiert haben. „Ihr seid die Zukunft der Cloppenburger Feuerwehr“, betonte Varnhorn.

Auf vollen Touren läuft nach Aussage von Stadtbrandmeister Horst Lade die Ersatzbeschaffung älterer Einsatzfahrzeuge. „In Fachkreisen wird für die Fahrzeuge ein Lebenszyklus von 20 Jahren angesetzt. Aktuell läuft die Ausschreibung zur Ersatzbeschaffung des Tanklöschfahrzeuges TLF 16. Bis der Ersatz für das TLF eintrifft, wird dieses gut 28 Jahre auf der Uhr haben. Das sollte reichen“, sagte Lade. Er kritisiert auch den Umbau des Feuerwehrhauses: „Das Bauvorhaben zieht sich wie ein Kaugummi, da Corona doch einiges durcheinander geschmissen hat.“ Lade hofft auf schnelle Fertigstellung des Umbaus.

Bürgermeister Varnhorn rechnete mit einer 6-monatigen Verspätung der Fertigstellung und einem höheren Kostenaufwand. Mehrkosten seien allerdings in einem „Puffer“ – wie Varnhorn es nannte – eingeplant gewesen. Dieser Puffer sei allerdings bald aufgebraucht. In seinem Grußwort bezeichnete der erste Polizeidirektor der Polizeiinspektion Cloppenburg/Vechta, Walter Sieveke, die Feuerwehr Cloppenburg als einen verlässlichen und kooperativen Partner. „Auf euch ist immer Verlass“, betonte Sieveke.

Seit dem 13. Januar 1982 im aktiven Dienst der Cloppenburger Feuerwehr ist Ansgar Ostendorf-Witte. Der Hauptlöschmeister, der von 1998 bis 2015 als Stadtjugendfeuerwart für die Ausbildung des Nachwuchses verantwortlich war, erhielt von Bürgermeister Neidhard Varnhorn für seinen 40-jährigen Einsatz das Niedersächsische Ehrenabzeichen im Feuerlöschwesen überreicht. Eine besondere Ehrung erhielt außerdem der ehemalige Bürgermeister, Dr. Wolfgang Wiese: Er wurde zum Ehrenfeuerwehrmann ernannt.


Beförderungen:

  • Aus der Jugendfeuerwehr wurde Maximilian von Hammel als Feuerwehrmann-Anwärter übernommen.
  • Als Quereinsteiger wurden Dean Eichwald, Michael Gluchy, Leon Hegger, Stephan Kalvelage und Leo Tepe als Anwärter aufgenommen.
  • Vom Anwärter zum Feuerwehrmann befördert wurden Justin Backhaus, Tobias Busse, Claas Eberlei, Bjarne Fahlbus, Paul Jaspers, Niklas Lohr, Daniel Mählmann, Simon Möller und Mika Schlömer.
  • Zum Oberfeuerwehrmann befördert wurden Linus Karg, Mathis Düwel, Rene Hilbig, und Tim Schlömer.
  • Den Dienstgrad Hauptfeuerwehrmann tragen jetzt Frank Hellwig, Jan Nipper und Sven Vormbrocke.
  • Zum Löschmeister befördert wurde Niklas Busse.
  • Oberlöschmeister sind jetzt Clemens Kenkel, Jörg Niehaus und Michael Tabeling.
  • Zum Hauptlöschmeister befördert wurde Andre Siemer.

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