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Cloppenburger Bogenschützen auf den Spuren Robin Hoods

Die Abteilung des Bürgerschützenvereins hält die Tradition des klassischen Bogenschießens hoch und plant, im April wieder ihr beliebtes Safari-Turnier zu veranstalten.

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Klassische Bogenschützen: Wilko Südbeck (von links), Wolfgang Wilkewitz, Gisela Slawinski, Aloys Debbeler, Alexander Albert und Beathe Wilkewitz.    Foto: Heinzel

Klassische Bogenschützen: Wilko Südbeck (von links), Wolfgang Wilkewitz, Gisela Slawinski, Aloys Debbeler, Alexander Albert und Beathe Wilkewitz.    Foto: Heinzel

Robin Hood ist nicht nur der berühmteste Gesetzlose, sondern auch der bekannteste englische Langbogenschütze. Mit der Distanzwaffe gingen er und seine Kumpane im Sherwood Forest auf die Jagd, um sich von dem erlegten Wildbret zu ernähren. Doch nicht nur für die Jagd taugten die englischen Langbögen, mit ihrer Durchschlagskraft waren sie auch eine gefürchtete Waffe. Das bekamen die Franzosen während des Hundertjährigen Krieges (1337 - 1453) beispielsweise in den Schlachten von Crécy (1346) und Azincourt (1415) zu spüren.

In Cloppenburg gibt es eine 58 Mitglieder umfassende Gruppe von Bogenschützen, die zum 5. Zug des Bürgerschützenvereins gehört. Darunter befinden sich 16 Kinder und Jugendliche. Das Alter der Mitglieder reicht von 7 bis 72 Jahren. Sie sehen sich in der Tradition dieses klassischen Bogenschießens. „Uns treibt das traditionelle Jagen mit Pfeil und Bogen an“, sagt Spartenleiter Aloys Debbeler. Das bedeutet, dass sie nicht auf Pfeilauflagen schießen, sondern auf 3D-Tiermodelle. Das unterscheide sich enorm von dem Präzisionssport, den die FITA (Fédération de Tim à l´Arc) organisiert. 

Unterschiedliche Distanzen für Tiergruppen

94 Tiermodelle haben die Bogenschützen aktuell in ihrem Besitz. Sie sind in drei Gruppen eingeteilt. Die kleinen Tiere, wie etwa Ratten oder Erdmännchen, gilt es auf eine Entfernung von 8 bis 15 Metern zu treffen. Otter, Geier oder Wildschweine – also Tiere, die zur Gruppe 2 gehören – sind auf eine Entfernung zwischen 15 und 25 Metern zu erlegen. Die großen Tiere der Gruppe 3 – beispielsweise Steinböcke, Bären oder Kängurus sollten über eine Distanz von 25 bis 45 Metern zu erwischen sein.

Ziele wie diese gilt es aus einer Entfernung von 8 bis 15 Meter zu treffen.
Foto: Heinzel
Aloys Debbeler mit seinem klassischen Langbogen. Er liebt das instinktive Bogenschießen.
Foto: Heinzel
Armschutz und Schießhandschuh sind ein notwendiger Schutz.
Foto: Heinzel
Übungsbögen der Cloppenburger Bogenschützen.
Foto: Heinzel
Die Arme des Bogens können leicht ausgetauscht werden und so auf das Alter und die Größe des Schützen angepasst werden.
Foto: Heinzel

Auf den Tieren ist eine so genannte „Killzone“ eingezeichnet – ein Bereich von drei unterschiedlich großen Ringen – wie etwa das Bulls Eye beim Darts. Einen Treffer zu landen, ist gar nicht so einfach, das erfordert Training und Erfahrung. Die Cloppenburger Schützen üben sich im intuitiven oder instinktiven Bogenschießen. Sie haben keine künstlichen Hilfsmittel, um Windstärke oder Entfernung zu messen. „Es geht darum, das eigene Material zu kennen und die Entfernung zum Ziel richtig einschätzen zu können“, erläutert Wolfgang Wilkewitz.

„Die Pfeile müssen sauber raus und sauber ins Ziel.“Beathe Wilkewitz

Doch das ist nicht alles. „Der Pfeil fällt in den letzten Metern ab“, sagt Aloys Debbeler. Seine Flugbahn beschreibe eine so genannte „ballistische Kurve“, die nur dann vernünftig eingeschätzt werden kann, wenn Pfeil und Bogen zueinander passen. „Die Pfeile müssen sauber raus und sauber ins Ziel“, nennt es Beathe Wilkewitz. Das richte sich nach dem Spinewert des Pfeiles – also, wie stark er sich beim Abschuss verwindet beziehungsweise verbiegt. Passe der Spinewert nicht zur Kraft des Bogens, sehe man „wie die Pfeile in der Luft flattern“, erklärt Beathe Wilkewitz.

Safari-Turnier findet am 2. April 2022 statt

Wie das Ganze aussieht, wenn die Bogenschützen auf die Pirsch nach ihren Tiermodellen gehen, ist immer am ersten Samstag im April zu beobachten. Dann veranstalten die Cloppenburger Bogenschützen ihr Safari-Turnier. Die Anmeldung für den 2. April ist bereits gelaufen. 170 Teilnehmer wollen dann rund um das Vereinsgelände an den Ambührener Tannen ihre Fertigkeiten untereinander messen. Darunter allein 18 Schützen aus den Niederlanden. Andere Teilnehmer kommen beispielsweise aus Kassel, Oldenburg, Osnabrück oder Bremen.

Aloys Debbeler zeigt, wie es geht. Foto: HeinzelAloys Debbeler zeigt, wie es geht. Foto: Heinzel

An den Ambührener Tannen 7 wird ein Parcours mit über 30 Stationen aufgebaut. Die Wege sind entsprechend gekennzeichnet. Ein Durchgang dauert in etwa 5 bis 6 Stunden. Die Punkte werden nach der „skandinavischen Wertung“ verteilt. Das bedeutet, jeder Schütze hat maximal drei Versuche, das Tiermodell zu treffen. Sobald ein Treffer gelandet ist, wird gewertet. Die höchste Punktzahl gibt es, wenn er gleich mit dem ersten Schuss die Killzone trifft. Je mehr Versuche der Schütze braucht und je ungenauer er trifft, desto weniger Punkte erhält er.

Der Kleidung sind keine Grenzen gesetzt – manche Teilnehmer erscheinen wie Wilhelm Tell, andere wiederum in militärischer Tarnkleidung. Ein Armschutz und ein Schießhandschuh gehören dabei mit zur Ausrüstung. „Die Sehne hat ungemein Power“, sagt Aloys Debbeler.

Neben dem Safari-Turnier veranstaltet der Vereine noch zahlreiche andere Aktivitäten, wie etwa ein Taschenlampenturnier am ersten Wochenende im September oder die Vereinsmeisterschaften. Am dritten Wochenende im November ermitteln sie ihren Hallenmeister, Anfang Juni ihren Outdoormeister. Darüber hinaus können die Bogenschützen an allen Aktivitäten des Bürgerschützenvereins teilnehmen.

  • Info: Interessierte können sich bei Aloys Debbeler unter Telefon 04471/6193 melden oder weitere Informationen auf der Homepage www.bogensport-clp.de finden. Trainiert wird jeden Samstag zwischen 14 und 16 Uhr. Aktuell aber nur nach Anmeldung und unter Beachtung der 2G-Regel.

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