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Chatverlauf klärt auf: 17-Jähriger aus Löningen wird beim Drogenkauf erwischt

Mit Codewörtern und Tarnnamen wollte der Löninger eigentlich seine Spuren verwischen. Das ging jedoch schief, wie sich jetzt vor Gericht zeigt.

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Symbolbild: Bänsch

Symbolbild: Bänsch

Wegen Drogenerwerbs in sechs Fällen hat das Jugendgericht am Cloppenburger Amtsgericht einen 17-jährigen Jugendlichen aus Löningen schuldig gesprochen und zur Teilnahme an einer Drogenberatung verurteilt. Das Gericht war davon überzeugt, dass der junge Angeklagte in sechs Fällen Drogen bei einem Dealer in Löningen gekauft hatte. Die Bestellungen nahm der 17-Jährige den Feststellungen zufolge mit seinem Handy vor.

Um die Einkäufe zu verschleiern, verwendete der Löninger Tarnnamen und Codewörter für die Drogen. Der Chatverlauf lag dem Gericht vor. Dort ist die Rede von „Ot“ und „Pep“. Die Verteidigung wollte mit diesen Abkürzungen nichts anfangen können. Die Abkürzungen müssten nicht unbedingt für Drogen stehen. Doch das Gericht, das seit Jahrzehnten schon Drogenprozesse gegen Jugendliche führt, kannte alle Tarnnamen und Codewörter für Drogen.

Gericht entschlüsselte die Codewörter

„Ot“ meint demnach Cannabis, „Pep“ meint Amphetamine. So ließen sich die getarnten Einkäufe leicht zuordnen und entschlüsseln. Aber waren sie auch dem Angeklagten anzulasten? Das Handy des 17-Jährigen soll auf den Namen seines Vaters angemeldet sein. Aber der Vater des Jugendlichen schied als Drogeneinkäufer aus. Der 17-Jährige hatte die Chat-Nachrichten auch mit seinem eigenen Vornamen unterschrieben: für das Gericht eine klare Sache.

Auch ein Bruder des Angeklagten als möglicher Einkäufer schied aus. In der Familie des 17-Jährigen gibt es nur einen, der mit dem Vornamen aus dem Chatverlauf identisch ist und das ist er selbst. Im Verfahren wurde dann noch die Frage aufgeworfen, ob es überhaupt zu einem Treffen zwischen dem Angeklagten und seinem Dealer gekommen war. Aber auch da war sich das Gericht sicher. Der Chatverlauf zwischen dem Angeklagten und seinem Dealer endet mit den Worten: „Bin da“. Das Gericht war deswegen davon überzeugt, dass es zu einem Treffen gekommen war.

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