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C-Port-Streit schlägt Wellen bis Vechta

Beim C-Port-Streit gerät nun der Kreis Vechta in die Schusslinie von Saterlands Bürgermeister Thomas Otto. In Vechta sei man "nicht willens, das eigene Problem zu lösen", kommentiert er bei OM online.

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Verkehrsbelastung: Thomas Otto befürchtet, dass Gülleanlieferungen aus dem Landkreis Vechta die Verkehrsinfrastruktur am C-Port überlasten.   Foto: Stix

Verkehrsbelastung: Thomas Otto befürchtet, dass Gülleanlieferungen aus dem Landkreis Vechta die Verkehrsinfrastruktur am C-Port überlasten.   Foto: Stix

Bislang waren die Auseinandersetzungen um die am C-Port geplanten Mist und Gülle verarbeitenden Anlagen auf Friesoythe und das Saterland beschränkt. Jetzt wird auch der Landkreis Vechta in die Diskussionen einbezogen.

Ausgangspunkt dafür ist ein Kommentar des Saterländer Bürgermeisters Thomas Otto auf der Facebookseite von OM-online. „Warum“, so Ottos Frage, „müssen wir die Probleme des Landkreises Vechta bei uns lösen, wo doch dort im September 2019 eine deutlich kleinere Anlage in Goldenstedt vom Rat wegen befürchteter Verkehrsbelastungen abgelehnt wurde?“

„Ich denke, dass auch der Landkreis Vechta unter Zugzwang steht. Die freuen sich, dass bei uns ihr Problem gelöst wird.“Thomas Otto, Bürgermeister Saterland

Scheinbar, so Otto weiter, sei man im Landkreis Vechta „nicht willens, das eigene Problem zu lösen.“ Damit verweist er darauf, dass auch im Landkreis Vechta mehr Gülle anfällt, als verarbeitet werden kann.

„Ich denke“, so Otto im Gespräch mit OM-online, „dass auch der Landkreis Vechta unter Zugzwang steht. Die freuen sich, dass bei uns ihr Problem gelöst wird.“ Er sei der Ansicht, dass jede Region für sich selbst eine Lösung finden solle. Als Angriff auf den Landkreis wolle er seine Äußerungen allerdings nicht verstanden wissen.

Landkreis Vechta verweist auf die große Entfernung zum C-Port

Beim Landkreis Vechta selbst gibt man sich auf Anfrage von OM-online gelassen. Die Anlage der Firma Kaskum im C-Port und die Anlage in Goldenstedt-Varenesch seien, so Kreissprecher Jochen Steinkamp, unabhängig voneinander von den jeweiligen Unternehmen geplant worden. „Jedes Unternehmen hat sicherlich für sich selbst ermittelt, woher die benötigten Nährstoffmengen für die Verarbeitung kommen sollen.“ Auf die Planungen der Unternehmen habe der Landkreis keinen Einfluss.

Hinsichtlich der von Thomas Otto befürchteten Verkehrsströme aus dem Süden verweist Steinkamp auf die Lage des C-Ports. „Alleine die Entfernung des C-Ports vom Landkreis Vechta und die damit verbundenen Kosten zeigen, dass sicherlich weitaus geringere Mengen aus dem Landkreis Vechta kommen werden als aus dem Landkreis Cloppenburg.“

„Es nervt, dass man immer mit dem Finger auf Vechta zeigt.“Renate Geuter, frühere Landtagsabgeordnete

Auch die frühere Friesoyther Landtagsabgeordnete Renate Geuter hat sich in der Diskussion auf der Facebookseite von OM online zu Wort gemeldet und den Verweis auf den Landkreis Vechta kritisiert. Sie verweist wiederum auf den aktuellen Nährstoffbericht des Landes Niedersachsen, wonach der Landkreis Cloppenburg die höchsten Nährstoffüberschüsse in Niedersachsen habe. „Es nervt“, sagt sie, „dass man immer mit dem Finger auf Vechta zeigt.“

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