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C-Port-Kontroverse: Ratsfraktion nimmt Anlagen unter die Lupe

Einen kritischen Blick warfen die Ratsmitglieder auf eine vergleichbare Revis-Anlage in Dülmen und auf die Vorgaben in der Einleiterlaubnis für Kaskum.

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Kritischer Blick: Die SPD-Fraktionsmitglieder (von links) Renate Geuter, Dennis Löschen, Hubert Schrand, Eike Baran und Heike de Buhr erkundeten die in Dülmen stehende "kleine Schwester" der am C-Port geplanten Anlage der Revis Bioenergy.       Foto: van Bevern

Kritischer Blick: Die SPD-Fraktionsmitglieder (von links) Renate Geuter, Dennis Löschen, Hubert Schrand, Eike Baran und Heike de Buhr erkundeten die in Dülmen stehende "kleine Schwester" der am C-Port geplanten Anlage der Revis Bioenergy.       Foto: van Bevern

Viele Gerüchte, Vermutungen, Halbwahrheiten und Verschwörungstheorien ranken sich um die am C-Port geplanten Anlagen für die Mist- und Gülleverarbeitung. Auch die nach Ansicht vieler Bürger zu geringe Beteiligung der Räte in Friesoythe und im Saterland sorgt immer noch für Diskussionen. Fünf Mitglieder der SPD-Fraktion im Friesoyther Stadtrat haben nun beide Anlagen genauer unter die Lupe genommen, um sich selbst ein Bild zu machen.

Überrascht waren die Fraktionsmitglieder bei einem Besuch der Revis-Anlage in Dülmen von deren Nähe zu einem Wohngebiet. "Die Anlage, die als ,kleine Schwester‘ des am C-Port geplanten Projektes gilt, steht nur rund 700 Meter von vielen Wohnhäusern entfernt", betont SPD-Ratsherr Hubert Schrand. Gestank oder Geruchsbelästigungen habe man in der Umgebung nicht wahrnehmen können.

Einleiterlaubnis sieht 24 Kontrollen durch externes Labor vor

Auch das Thema Wasser sei Gegenstand der Diskussion mit Revis-Geschäftsführer Simon Detscher gewesen, ergänzt Dennis Löschen. "Die Antworten zum Einfluss der Einleitung auf den Pegel der Sagter Ems zeigen", so der Ratsherr, "dass die Sorgen der Bürger ernst genommen werden."

Die Ratsmitglieder Renate Geuter und Eike Baran hatten sich zudem die Einleiterlaubnis der Firma Kaskum vorgenommen. Die Einsichtnahme ist seit einigen Wochen jedem Bürger möglich, neben den beiden SPD-Vertretern haben bislang jedoch erst zwei Ratsmitglieder aus dem Saterland davon Gebrauch gemacht.

Die Einleiterlaubnis enthalte, so Geuter, einen ganzen Katalog an vorgeschriebenen Kontrollen, einzuhaltenden Grenzwerten, Maßnahmen im Havariefall und Konsequenzen bei Beanstandungen. "Die Kontrollen finden nicht nur täglich in Eigenregie durch Kaskum statt, sondern auch 24mal im Jahr durch ein externes Labor", beschreibt Baran die Vorgaben in der Einleiterlaubnis. Das Labor werde von der unteren Wasserbehörde und nicht von Kaskum selbst beauftragt. "Ein Interessenkonflikt oder Gefälligkeitsgutachten ist damit ausgeschlossen", urteilt er.

"Wir gehen davon aus, dass auch für die Revis-Anlage eine vergleichbar strenge Einleit­erlaubnis dafür sorgen wird, dass die Sagter Ems keine Verschlechterung sondern eher eine Verbesserung ihre Zustandes im Sinne des Wasserhaushaltsgesetzes erfährt", sagt Geuter.

Im Gewerbegebiet Ost wird ein neues Gebiet erschlossen

Der C-Port unterstreicht indessen, dass es neben den Ansiedlungsprojekten von Revis und Kaskum noch weitere Entwicklungen in dem Industrie- und Gewerbegebiet am Küstenkanal gibt. So hat beispielsweise eine bereits im Gewerbegebiet West ansässige Firma für Dachbaustoffe ein 7600 Quadratmeter großes Nachbargrundstück für einen Erweiterungsbau gekauft. "Das Gewerbegebiet West ist ausverkauft", stellt C-Port-Geschäsftführer Arno Djuren fest. "Deshalb schaffen wir nun im Bereich Ost weitere Ansiedlungsmöglichkeiten für Gewerbe mit kleinerem Grundstücksbedarf auf einer Gesamtfläche von 2,1 Hektar."

Das neue Gebiet werde, so Djuren, mit einer Stichstraße direkt an den Ems-Dollart-Ring angebunden. „Die Erschließung wird bei Bedarf vorgenommen“, erläutert Djuren. "Bei den Flächenzuschnitten passen wir uns dem Bedarf der Interessenten an." Eine der neuen Flächen sei bereits reserviert.

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