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BVC: Insolvenzverwalter will Verein und Namen erhalten

Das Verfahren des Vereins kann sich laut Verwalter Christian Hanken noch mindestens ein Jahr hinziehen. Aus dem Landes- und Kreissportbund wird der BV Cloppenburg aber wohl schon jetzt ausscheiden.

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Insolvenzverfahren: Nach Angaben von Verwalter Christian Hanken kann sich das Prozedere noch länger hinziehen. Symbolfoto: Hermes

Insolvenzverfahren: Nach Angaben von Verwalter Christian Hanken kann sich das Prozedere noch länger hinziehen. Symbolfoto: Hermes

Weiter im Insolvenzverfahren befindet sich der BV Cloppenburg. Wie der zuständige Insolvenzverwalter Christian Hanken auf Nachfrage von OM-Online mitteilte, dürfte sich dieses auch mindestens noch ein weiteres Jahr hinziehen: "Es gibt weiter Forderungen und Ansprüche, die noch geltend zu machen sind". Ins Detail gehen konnte er dabei aber nicht.

Zurzeit sei auch die Abwicklung der Vermögenswerte im Gange. Ziel sei weiterhin, dass der Verein und der Name nach Ende des Insolvenzverfahrens im Register erhalten bleiben. "Voraussetzung ist natürlich ein Vorstand, der dann übernehmen würde. Es muss dann mit Leben gefüllt werden", so Hanken. Derzeit werde ja kein Spielbetrieb angeboten, ein Neustart für den Erwachsenenbereich müsste demnach in der 3. Kreisklasse beginnen. Bislang hätten sich jedoch noch keine Interessenten dafür hervorgetan. 

Hanken lobte derweil die Stadtverwaltung, die sich im Zuge der Verhandlungen über das Stadiongelände "sehr kooperativ" gezeigt habe. Wie berichtet, wurde der Pachtvertrag gegen eine Zahlung aufgehoben. Die ursprüngliche Vereinbarung hatte eine Gültigkeit bis 2025. "Für mich hat es für den Verein ohne Spielbetrieb keinen Sinn gemacht, das Gelände weiter zu nutzen. So wären nur weitere Kosten entstanden", sagt Hanken. Zudem habe er die Flächen nicht blockieren wollen, Interesse an einer Nutzung hatte anschließend der JFV Cloppenburg bei der Stadt angemeldet.

Insolvenzverwalter Christian Hanken bei einer der vergangenen BVC-Mitgliederversammlungen. Foto: HermesInsolvenzverwalter Christian Hanken bei einer der vergangenen BVC-Mitgliederversammlungen. Foto: Hermes

Über die Besitzverhältnisse der Tribüne könne Hanken nichts sagen, diese seien seines Wissens nach ungeklärt. In diesem Zusammenhang gab es in der Vergangenheit eine unklare Sachlage, unter anderem meldete ein ehemaliger BVC-Sponsor Ansprüche an. Hanken sagt dazu nur so viel: "Mir war auf jeden Fall klar, dass der BV Cloppenburg nicht Eigentümer der Tribüne ist".

Sicher hingegen ist, dass der BVC keine Mitgliederzahlen bei der Bestandserhebung gemeldet hat, dies ist allerdings Vorschrift beim Kreis- und auch beim Landessportbund. "Das haben wir nicht mehr offensiv betrieben. Es gibt aber noch einige Mitglieder", sagt Hanken. Ohne ein aktives Sportangebot würden diese aber natürlich keine Beiträge zahlen.

Kreissportbund bestätigt fehlende Bestandserhebung

Die fehlende Meldung bestätigt auch der Kreissportbund. "Aktuell liegen uns seitens des BV Cloppenburg keine Bestandszahlen mit Stichtag 1. Januar 2022 vor", teilt Geschäftsführer Christoph Rohling auf Nachfrage mit. Die letzte Meldung des BVC sei zum 1. Januar 2021 erfolgt, zu diesem Zeitpunkt hatte der Verein noch 445 Mitglieder. In der Vergangenheit lag diese Zahl zu Spitzenzeiten im unteren vierstelligen Bereich.

Laut Satzung des Landessportbundes sind die Mitgliedsvereine verpflichtet, "ihre Vereinsdaten auf der LSB-Datenbank zu pflegen und – mit Ausnahme der Landesfachverbände – zum jeweils festgesetzten Termin eine Bestandserhebung durchzuführen". Verstöße können eine der Verbandsstrafen nach sich ziehen, von der Verwarnung über eine Ordnungsgebühr bis hin zum Ausschluss. "Den betroffenen Vereinen ist vor Verhängung der Maßnahme schriftlich Gelegenheit zur Stellungnahme zu geben, um sich zu den erhobenen Vorwürfen äußern zu können", heißt es beim Landessportbund. 

Nach Informationen von OM-Online soll der BVC für die Jahre 2020 und 2021 auch keine Beiträge mehr an die Verbände bezahlt haben, deshalb ist offenbar vom Kreissportbund der Ausschluss bei der nächsthöheren Ebene beantragt worden. Es gibt allerdings auch einen Weg zurück für den Fall des Vereinserhaltes nach der Insolvenz. "Ein Wiedereintritt ist möglich", erklärt Rohling. Es habe auch schon andere Vereine gegeben, die zwischenzeitlich aus dem Sportbund ausgetreten waren. 

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