Das Nachrichtenportal vonMünsterländische Tageszeitung MT undOldenburgische Volkszeitung OV

Bürgerstiftung Vechta belohnt ehrenamtliches Engagement

Drei junge Menschen aus der Stadt Vechta erhalten den Hans-Tabeling-Jugendförderpreis. Der Ehrenamtspreis geht an Hermann Moormann für seinen jahrzehntelangen Einsatz im SV Blau-Weiß Langförden.

Artikel teilen:
Auszeichnung während des Stiftermahls: Vorsitzender Heinrich Wolking (rechts) sowie die Laudatoren Simon Tabeling (links) und Stefan Niemeyer (Zweiter von rechts) überreichten die Jugendförderpreise an Steffen Pley, Lukas Ostendorf und Johannes Babilon (von links). Foto: Speckmann

Auszeichnung während des Stiftermahls: Vorsitzender Heinrich Wolking (rechts) sowie die Laudatoren Simon Tabeling (links) und Stefan Niemeyer (Zweiter von rechts) überreichten die Jugendförderpreise an Steffen Pley, Lukas Ostendorf und Johannes Babilon (von links). Foto: Speckmann

Als der Grünkohl auf den Tisch kam und die Gäste beherzt zugriffen, wurde es etwas leiser in Borgerdings Mühle. Aber nach dem Hauptgang schnellte der Geräuschpegel wieder in die Höhe, was nicht nur am kräftigen Applaus für die Preisträger lag. Beim Stiftermahl der Bürgerstiftung Vechta hatten sich die fast 100 Teilnehmer ganz einfach viel zu erzählen. Immerhin lag die letzte große Veranstaltung schon zwei Jahre zurück. Bei der damaligen Bürgerparty im Rasta-Dome war Corona noch kein Thema.

„Das ist das, wovon wir leben, dass wir miteinander reden“, erklärte Vorsitzender Heinrich Wolking in seiner Begrüßungsrede. Er fasste sich bewusst kurz, damit am Mittwochabend genügend Zeit für den Austausch blieb. Die Laudatoren versuchten seinem Beispiel zu folgen, ohne dabei die Leistung der Geehrten zu schmälern.

Der Hans-Tabeling-Jugendförderpreis ging an drei engagierte junge Menschen aus der Stadt Vechta. Den ersten Preis, dotiert mit einem Fördergeld in Höhe von 3000 Euro, erhielt Lukas Ostendorf aus Langförden. Der 22-jährige Student wurde für seinen zielstrebigen Werdegang und sein großes ehrenamtliches Engagement ausgezeichnet. Schon in seiner Kindheit hatte er sich der Feuerwehr angeschlossen. Zudem war er maßgeblich am Aufbau der Langfördener Ortsgruppe der Katholischen Landjugendbewegung (KLJB) beteiligt.

Verdiente Anerkennung: Der Vorsitzende der Bürgerstiftung Vechta, Heinrich Wolking (links), würdigte die jahrzehntelange Arbeit von Hermann Moormann. Foto: SpeckmannVerdiente Anerkennung: Der Vorsitzende der Bürgerstiftung Vechta, Heinrich Wolking (links), würdigte die jahrzehntelange Arbeit von Hermann Moormann. Foto: Speckmann

„Wenn ich diesen Einsatz sehe, geht mir das Herz auf“, sagte Laudator Simon Tabeling. Er hob vor allem das Wirken des Langfördeners in der kirchlich geprägten Organisation hervor, die allein in seinem Heimatort etwa 130 Mitglieder zählt. Über die Stadtgrenzen hinaus fungiert Ostendorf als Vorsitzender des Landesverbandes Oldenburg im Bund der deutschen Katholischen Jugend (BDKJ) und sitzt zugleich im Niedersächsischen Landesvorstand.

Über den zweiten Preis, verbunden mit einem Preisgeld von 2000 Euro, freute sich Johannes Babilon. Er konnte mit seinem Einsatz in der sozialen Jugendarbeit punkten, sei es in der DLRG-Jugend Vechta oder bei den Pfadfindern des DPSG-Stamms Füchtel. Darüber hinaus ist der 18-jährige Schüler des Kollegs St. Thomas auch politisch aktiv. Er hat die Ortsgruppe Vechta der Grünen Jugend ins Leben gerufen.

Steffen Pley bekam den dritten Preis inklusive einer Finanzspritze von 1000 Euro. Der 25-Jährige stammt aus Wietmarschen im Landkreis Grafschaft Bentheim, wohnt und studiert in Vechta, wo er sich für Menschen mit Flucht- und Migrationshintergrund engagiert. Aus einem Projekt entwickelte sich der Verein "Meine Bildung und ich", der Nachhilfeunterricht, Sprachkurse und Freizeitaktionen anbietet.

"Sie sind geil darauf, sich ehrenamtlich zu engagieren."Laudator Stefan Niemeyer

Nach Angaben der Bürgerstiftung waren 20 Bewerbungen für den Hans-Tabeling-Jugendförderpreis eingegangen, der bereits zum fünften Mal an junge Talente aus der Stadt Vechta vergeben wurde. Stefan Niemeyer, der gemeinsam mit Simon Tabeling die Laudatio hielt, zeigte sich von der heranwachsenden Generation begeistert: „Sie sind geil darauf, sich ehrenamtlich zu engagieren.“

Welche Ausmaße das ehrenamtliche Engagement im Alter annehmen kann, zeigte die Verleihung des Ehrenamtspreises an Hermann Moormann (69). Der langjährige Vorsitzende des SV Blau-Weiß Langförden hätte eigentlich schon 2020 für seine Verdienste um den Sportverein ausgezeichnet werden sollen, doch die Pandemie machte die Feier unmöglich.

"Unser Ehrenamtspreisträger ist ein Menschenfänger im positivsten Sinne. Er nimmt die Menschen vor Ort mit, er begeistert sie für seine Projekte.“Heinrich Wolking, Vorsitzender der Bürgerstiftung Vechta

„Unser Ehrenamtspreisträger ist ein Menschenfänger im positivsten Sinne. Er nimmt die Menschen vor Ort mit, er begeistert sie für seine Projekte“, erklärte Wolking in seiner Laudatio. Dabei wurde schnell deutlich, wie sich Moormann in den letzten zwei Jahrzehnten in die Entwicklung der Sportstätte am Bomhof eingebracht hat. Die neue Stadiontribüne sei die „beste Stube“ des Preisträgers.

Den mit exakt 2007 Euro dotierten Förderpreis, bemessen am Gründungsjahr der Bürgerstiftung, will Moormann nicht in die eigene Tasche stecken. Er kündigte an, das Geld an die Jugendförderung seines Vereins weiterzugeben. Hier würden die jungen Menschen aufs Leben vorbereitet. Die Angebote reichten von der Schulung des sozialen Miteinanders bis hin zum Sicherheitstraining für Fahranfänger.

Bürgerstiftung will ihr Kapital weiter aufstocken

Die Angebote für den Nachwuchs dürften auch ganz im Sinne der Bürgerstiftung sein, die seit ihrer Gründung schon mehr als 550.000 Euro in unterschiedlichste Projekte in der Stadt Vechta investiert hat. Trotz aller Einschränkungen durch die Pandemie sei die Organisation nicht untätig gewesen, habe schnell und unbürokratisch geholfen, stellte der Vorsitzende im Rückblick auf die jüngsten Aktivitäten fest.

Fast 100 Teilnehmer folgten der Einladung zum Stiftermahl in Borgerdings Mühle. Es war die erste große Veranstaltung seit dem Beginn der Corona-Pandemie. Foto: SpeckmannFast 100 Teilnehmer folgten der Einladung zum Stiftermahl in Borgerdings Mühle. Es war die erste große Veranstaltung seit dem Beginn der Corona-Pandemie. Foto: Speckmann

Wolking lobte die Spendenbereitschaft aus der Bevölkerung und die große Unterstützung aus den eigenen Reihen. Gemeinsam mit seinen Vorstandskollegen habe er sich zum Ziel gesetzt, das Kapital der Stiftung in naher Zukunft auf zwei Millionen Euro aufzustocken. Von Ruhe ist trotz anhaltender Pandemie also keine Rede. Der Geräuschpegel bleibt weiter hoch – so wie beim Stiftermahl am Mittwochabend.

Sie wollen nichts verpassen, worüber das Oldenburger Münsterland spricht? Dann abonnieren Sie jetzt unseren Newsletter „Moin, OM!“. Er fasst für Sie das Wichtigste für den Tag auf einen Blick zusammen – immer montags bis freitags zum Start in den Tag.  Hier geht es zur Anmeldung

Hier klicken und om-online zum Start-Bildschirm hinzufügen

Bürgerstiftung Vechta belohnt ehrenamtliches Engagement - OM online