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Bürgermeister für Kitaplanung "mit Augenmaß"

In Essen steigen die Geburten, doch noch kann die Gemeinde genügend Betreuungsplätze anbieten. Der Druck, neue zu schaffen, dürfte aber bald zunehmen.

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Gut aufgehoben: Die Nachfrage nach Betreuungsplätzen in Kita und Krippe wächst.   Foto: Monika Skolimowska/dpa

Gut aufgehoben: Die Nachfrage nach Betreuungsplätzen in Kita und Krippe wächst.   Foto: Monika Skolimowska/dpa

Bislang kann die Gemeinde Essen den Familien ausreichend Kindergarten- und Krippenplätze zur Verfügung stellen. Geht die positive Entwicklung bei den Geburten weiter, dürfte es in den Einrichtungen allerdings bald eng werden, hieß es im Ausschuss für Schule, Jugend und Kultur. 

Zusammen halten die Kindergärten Regenbogen und St. Josef in Essen sowie die Kita St. Marien in Bevern 343 Plätze vor, davon 328 in den Vormittagsgruppen. Laut Verwaltung sind aktuell noch zehn von ihnen frei. Gefragt sind auch Krippenplätze für Unter-Dreijährige. Ab dem 1. Februar seien 74 der 80 Plätze in der Kinderkrippe "Schatzkiste" belegt, hieß es. Sollte der Bedarf im Laufe des Jahres wachsen, könne  die Gruppengröße in der Villa Kunterbunt  erhöht werden. 

Bisher hat die Verwaltung also alles im Griff. Werden 2022 jedoch ähnlich viele Kinder geboren, wie im vergangenen Jahr, wird sie über kurz oder lang um die Schaffung weiterer Plätze nicht herumkommen. 2021 erblickten 121 kleine Essener das Licht der Welt, fast 20 mehr als im Jahr davor. Zum Vergleich: 2012 lieferte der Storch lediglich 76 Babys in der Gemeinde ab. Nicht eingerechnet sind außerdem die Zuzüge. Für SPD-Fraktionschef Detlef Kolde ist jedenfalls klar, dass das Thema Kita- und Krippenbau auf den Gemeinderat zurollt. Er verwies im Ausschuss auf das neue Baugebiet an der Löninger Straße und den steigenden Betreuungsbedarf. "Immer mehr Eltern geben ihre Kinder in die Krippe. Darauf müssen wir uns einstellen." Kolde warb für eine frühzeitige Planung, um Übergangslösungen zu vermeiden. 

Platzvergabe ist inzwischen Tagesgeschäft

"Wir haben die Zahlen im Kopf", versicherte Bürgermeister Heiner Kreßmann. Dass die Einrichtungen irgendwann ihre Kapazitätsgrenzen erreicht haben, ist auch ihm klar. Kreßmann warb  für ein "Wachstum mit Augenmaß". Die Platzvergabe sei inzwischen ein Tagesgeschäft. Hinzu kommen die sogenannten "Flexi-Kinder". Sie sind eigentlich bereits schulpflichtig, dürfen den Kindergarten aber auf Elternwunsch noch ein Jahr länger besuchen. Die Herausforderungen an die Verwaltung steigen. "Wir sind aber sicher, dass wir das hinkriegen", betonte Kreßmann.

Die Ausschussmitglieder stimmten am Montag über die Verteilung der Haushaltsmittel für die Schulen und Kindergärten ab. Der mit Abstand größte Posten bleibt auch in diesem Jahr die Erweiterung der Grundschule Essen. 2,8 Millionen Euro veranschlagen die Neubau- und Sanierungsmaßnahmen. Die Arbeiten sollen in diesem Jahr abgeschlossen werden. Daneben erhalten die Schulen Geld aus dem Digitalpakt des Bundes, etwa für die Anschaffung interaktiver Tafeln oder zur Verbesserung der WLAN-Versorgung. Das Programm läuft seit 2019. Der Gemeinde steht eine Fördersumme in Höhe von 308.000 Euro zur Verfügung, von der inzwischen rund 204.000 Euro ausgezahlt wurden. 

Jugendförderung bleibt unverändert

Mehr Geld wünscht sich die SPD-Fraktion bereits seit Jahren für die Jugendförderung. 15 Euro erhalten die örtlichen Vereine für jedes ihrer jugendlichen Mitglieder. Hinzu kommen ein Sockelbetrag in Höhe von 500 Euro sowie die gleiche Summe für jede Einzelsparte, in der ein Junior aktiv ist. Aus Sicht der Sozialdemokraten ist das zu wenig. "Die Förderhöhe wurde schon 2012 beschlossen", sagte Detlef Kolde. Sie wird weiter bestehen. Die CDU lehnte den von der SPD bereits mehrfach eingebrachten Änderungsantrag erneut ab. Aus ihrer Sicht sind die Vereine mit der Förderung zufrieden. Das Thema hatte 2019  zur Bildung einer Arbeitsgruppe geführt, die bislang aber nie zusammenkam. Den Grund dafür konnte Heiner Kreßmann auf Nachfrage von Renate Biemer (SPD) nicht nennen. Der Rat habe in der Vergangenheit aber alle Vereinsvorhaben mit einem erhöhten Ansatz bewilligt, berichtete der Bürgermeister.

Fördermittel erhofft sich auch der Reit- und Fahrverein Essen. Die Reiter wollen auf ihrem Gelände einen "Ebbe-Flut-Platz" bauen, der ganzjähriges Reiten möglich macht. Er kostet mehr als 300.000 Euro. Rund 90.000 davon soll die Gemeinde übernehmen, empfiehlt der Ausschuss. Weitere 7000 Euro sieht das Gremium als Zuschuss für den Bau eines Spielhauses auf dem Kindergartenspielplatz in Bevern vor. Den Antrag hat die katholische Kirchengemeinde gestellt.

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