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Bürgerinitiative "Pro Wald" sammelt 1554 Unterschriften

Die Online-Petition für den Erhalt der Bäume auf der früheren Hofstelle Küstermeyer in Lohne ist beendet. Nach der jüngsten Rodungsaktion fordern die Naturschützer nun die Wiederaufforstung.

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Ein Herz als Zeichen der Dankbarkeit für die Unterstützung: Die Aktivistinnen Monika Nuxoll, Annette Karla-Bröring und Brigitte Bocklage (von links) mit den Unterschriftenlisten auf dem Gelände der früheren Hofstelle Küstermeyer. Foto: Bürgerinitiative Pro Wald

Ein Herz als Zeichen der Dankbarkeit für die Unterstützung: Die Aktivistinnen Monika Nuxoll, Annette Karla-Bröring und Brigitte Bocklage (von links) mit den Unterschriftenlisten auf dem Gelände der früheren Hofstelle Küstermeyer. Foto: Bürgerinitiative Pro Wald

Die Petition der Lohner Bürgerinitiative "Pro Wald" zum Erhalt des Waldes auf der früheren Hofstelle Küstermeyer in der Innenstadt ist beendet. 1554 Personen haben sich an der digitalen Unterschriftenaktion beteiligt, die die Initiatoren ins Leben gerufen hatten, um den auf dem Gelände geplanten Neubau eines Famila-Marktes zu verhindern.

"Wir sagen herzlichen Dank für 1554 Unterschriften, die wir an den Stadtrat und den Bürgermeister weiterreichen werden. Wütend, aber auch sehr traurig sind wir über die gerade stattfindende Zerstörung des Küstermeyer-Waldes", heißt es in einer Pressemitteilung.

Familie Küstermeyer lässt zahlreiche Bäume fällen

In der vergangenen Woche hatte die Familie Küstermeyer als Grundstückseigentümerin zahlreiche Bäume auf dem Gelände fällen lassen – nach ihren Angaben aus Gründen der Verkehrssicherheit. Die Vechtaer Kreisgruppe des Naturschutzbundes (Nabu) hatte daraufhin zu einer spontanen Demonstration aufgerufen, an der sich auch die Bürgerinitiative beteiligte. Die Naturschützer warfen der Familie Küstermeyer vor, auch gesunde Bäume zu roden.

Nach einem zwischenzeitlichen Stopp der Arbeiten gab der Landkreis Vechta, der den Sachverhalt geprüft hatte, grünes Licht. Die Baumfällarbeiten durften fortgesetzt werden.

Bürgerinitiative bewertet Rodung als falsch

Die Bürgerinitiative sieht dies weiterhin als falsch an. "Trotz gültigem Bebauungsplan, der besagt, dass der Wald zurzeit als innerstädtische Grünfläche und Parkanlage den höchsten Schutzstatus genießt, hat der Eigentümer den Auftrag zur Rodung gegeben", heißt es.

Ob neues faunistisches Gutachten, Stellungnahme durch den Nabu zur Fauna oder weitere Einwände gegen die Abholzung: Alles sei nun hinfällig. "Nur marode Bäume würden gefällt, sagte der Eigentümer. Unsere Feststellung war eine andere und es wurden auch Bäume gefällt, denen man durch ein Baumgutachten vom Herbst 2019 noch eine gute Vitalität bescheinigt hatte."

"Pro Wald" kritisiert Baumgutachter

"Pro Wald" übt Kritik an dem von der Bünting-Unternehmensgruppe beauftragten Gutachter. Seine Spezialisierung sei nicht der Walderhalt, "sondern das Herausfinden von Gefahren für Verkehr und Leben durch Wald", urteilen die Naturschützer. Und so habe er geliefert, was von ihm erwartet worden sei: "Mindestens die Hälfte der Bäume sind krank und gefährden Lohne inmitten des Herzens. Die müssen schnell weg und wenn die weg sind, ist der Rest schutzlos und fällt beim nächsten Sturm um." Dann seien Fakten geschaffen worden - "der Wald bei Küstermeyer wurde innerhalb weniger Stunden so zerstört, dass es ihn ab nun nicht mehr gibt. Da gibt es zwar noch ein paar Kleinigkeiten mit Waldgesetz und dem geschützten Ilex, aber das wird geregelt. Es war wie bei Hövemanns Wiesen."

Naturschützer fordern Wiederaufforstung

Die Aktiven von "Pro Wald" sind laut Mitteilung stolz darauf, trotz der Corona-Pandemie mehr als 1000 Unterschriften von Lohner Bürgern gesammelt zu haben, die den Küstermeyer-Wald erhalten wollten. "Das ist so nicht mehr möglich. Dieser alte und ökologisch so wertvolle Wald mit seiner reichhaltigen Pflanzen- und Tierwelt ist zerstört." Die Bürgerinitiative fordert nun eine Wiederaufforstung an gleicher Stelle. "In Zeiten des Klimawandels braucht gerade eine Innenstadt Wald."

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