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Bürger wollen weniger Verkehr und mehr Ärzte

Neuenkirchens CDU wollte es mal ganz genau wissen. Sie fragte Bürger, wie ihnen die Gemeinde gefällt, wo es Schwachpunkte gibt. Einige Antworten überraschten die Christdemokraten.

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Sehen jede Menge Arbeit: Helmut Steinkamp (links) und Tobias Lahrmann präsentierten die Umfrageergebnisse.  Foto: Lammert

Sehen jede Menge Arbeit: Helmut Steinkamp (links) und Tobias Lahrmann präsentierten die Umfrageergebnisse.  Foto: Lammert

In einem Bereich überwiegt die Zufriedenheit, ansonsten eher nicht: Das ist das Ergebnis einer Umfrage des Neuenkirchener CDU-Gemeindeverbandes im Spätsommer 2020 in der Gemeinde zu den Themen Verkehr, Wohnen und Baugebiete, soziale Dienstleistungen und Angebote, ökologische Nachhaltigkeit sowie Gemeindepolitik. Jetzt haben die beiden Vorstandsmitglieder Tobias Lahrmann und Helmut Steinkamp die Ergebnisse präsentiert und kommentiert.

Insgesamt beteiligten sich 181 Bürger an der Umfrage. Damit zeigte sich Tobias Lehrmann sehr zufrieden. 49,7 Prozent waren Männer, 43,1 Frauen; 7,2 Prozent der Teilnehmer machten keine Angabe zu ihrem Geschlecht. Bis 40 Jahre alt waren knapp 20 Prozent, der Rest über 40 Jahre.

Höchste Zufriedenheit mit Bus und Bahn

Gut finden die Befragten Teile der Infrastruktur: 49,9 Prozent sind sehr zufrieden oder zufrieden. Das Angebot von Bus und Bahn in Richtung Bremen und Osnabrück gefällt 78,1 Prozent; das Busangebot in der Gemeinde kommt bei 49,5 Prozent gut an. 

Dagegen sind 66,1 Prozent im Bereich Radverkehr wenig oder nicht zufrieden, hinsichtlich der Fußwege antworteten so 54,6 Prozent. Kritikpunkte waren unter anderem, es gebe zu viel Verkehr im Ort, die Lärmbelastung durch Fahrzeuge sei zu hoch, Radwege seien zu schmal, und die Gemeinde kontrolliere die Einhaltung von Geboten zu wenig.

Beim Themenkomplex „Wohnungen/Baugebiet“ äußerten sich 34,5 Prozent sehr zufrieden oder zufrieden mit der Möglichkeit, Wohnraum zu schaffen beziehungsweise zu finden, 29,9 Prozent bewerteten so die Wohnsituation älterer und immerhin 40,1 Prozent so die Wohnsituation jüngerer Menschen.

Bürger fordern mehr Wohnungen für Senioren

Hier forderten viele einen pfleglichen Umgang mit den natürlichen Ressourcen, mehr Wohnungen für Senioren sowie bessere Möglichkeiten, auch in den einzelnen Ortschaften bauen zu können.

Während beim Bereich „Soziale Dienstleistungen und Angebote“ die Mehrheit der Bürger sehr zufrieden oder zufrieden mit den Einkaufsmöglichkeiten in Neuenkirchen (58 Prozent) und dem sozialen Miteinander in der Gemeinde (51,2) waren, zeigten sich hinsichtlich der ärztlichen Versorgung in Neuenkirchen 77 Prozent wenig oder nicht zufrieden, für Vörden waren es 44,8 Prozent.

Bei 45,4 Prozent lag die Zahl derer, die sich wenig oder nicht zufrieden zu der Einkaufssituation in Vörden äußerten. Zum Vergleich: Sehr zufrieden oder zufrieden waren hier nur 23 Prozent.

Bei den Kommentaren nannten die Befragten als Kritikpunkte unter anderem in Neuenkirchen fehlende Geschäfte für Textilien, Schuhe und Drogerieartikel, für Vörden generell fehlende Einkaufsmöglichkeiten. Zudem bemängelten Bürger, in beiden Orten würden Allgemeinmediziner und Fachärzte fehlen.

Bei ökologischer Nachhaltigkeit gibt es schlechte Noten

Ein eher schlechtes Zeugnis stellte die Mehrheit der Befragten (63,2 Prozent) der Gemeinde bei der ökologischen Nachhaltigkeit hinsichtlich des Erholungs- und Freizeitwertes, des Bodenschutzes und der Artenvielfalt aus. In dem Zusammenhang gab es Forderungen nach der Wiederaufforstung von Flächen, weniger Massentierhaltung und mehr Freizeitangebote für die Jugendlichen.

Nachdenklich stimmen dürften die Politiker die Ergebnisse zu den Fragen nach der Meinung der Bürger über die Ortspolitik. Sehr zufrieden oder zufrieden mit der allgemeinen Gemeindepolitik waren 21,8, mit der Öffentlichkeitsarbeit der Parteien 18,4 und mit der politischen Arbeit der Neuenkirchener CDU 26,4 Prozent.

Bei diesem Themenkomplex hätten zum Beispiel mehrere Bürger den Wunsch angeführt, dass es bei der Bürgermeisterwahl im Herbst neben Amtsinhaber Ansgar Brockmann einen 2. Kandidaten geben sollte. Andere Umfrageteilnehmer forderten mehr Transparenz bei den Entscheidungen im Rat ein.

Steinkamp: CDU hat viele Ideen für ihre Arbeit bekommen

Helmut Steinkamp sagte zu der Umfrage und den Ergebnissen, die CDU habe wie erhofft viele Ideen, aber auch Hinweise für ihre zukünftige politische Arbeit in der Gemeinde bekommen. Sie folgere zudem, dass sie in Zukunft noch mehr Bürgernähe zeigen und somit versuchen müsse, die Menschen verstärkt in die politischen Entscheidungen einzubinden.

Einige Teilergebnisse hätten die Christdemokraten auch überrascht, ergänzte Tobias Lehrmann und verwies auf die Klagen über die Lärmbelästigung durch den Verkehr. Andere Punkte wie das vermehrte Bauen im Außenbereich lägen nicht in der Zuständigkeit der Gemeinde. Hier fielen die Entscheidungen auf höheren Ebenen.

Und bei Wünschen wie dem nach Errichtung von mehr Seniorenwohnungen könne die örtliche Politik nur die Rahmenbedingungen schaffen. Bauen könne die Gemeinde solche Wohnungen nicht.

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