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Bürger sehen hohes Unfallrisiko auf Fuß- und Radwegen

Die Wählergemeinschaft "Wir für Vechta“ kritisiert gleich an mehreren Stellen die Gestaltung der frisch sanierten Ortsdurchfahrt in Langförden. Der Ruf nach einem Tempolimit wird lauter.

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Im Ortskern von Langförden herrscht Betrieb. Nach Auffassung der Wählergemeinschaft "Wir für Vechta“ stellen die gusseisernen Aussperrungen an den gepflanzten Bäumen eine Gefahr für Radfahrer dar. Foto: Speckmann

Im Ortskern von Langförden herrscht Betrieb. Nach Auffassung der Wählergemeinschaft "Wir für Vechta“ stellen die gusseisernen Aussperrungen an den gepflanzten Bäumen eine Gefahr für Radfahrer dar. Foto: Speckmann

Verengte Fahrbahnen, Seitenräume mit rotem Klinker, neu gestaltete Parkbuchten und Bäume: Durch die aufwendige Sanierung der Ortsdurchfahrt hat Langförden ein neues, attraktives Gesicht bekommen. Doch für Verkehrsteilnehmer ist die Situation teilweise noch gewöhnungsbedürftig. Dabei gibt es einige Bereiche, mit denen sich manche Bürger offenbar gar nicht anfreunden können.

In einem Schreiben an die Stadtverwaltung kritisiert die Wählergemeinschaft „Wir für Vechta“ um ihren künftigen Fraktionsvorsitzenden Frank Hölzen vor allem die Gestaltung der Fuß- und Radwege. Sie sieht die Sicherheit stellenweise gefährdet und verstärkt außerdem den Ruf nach einem Tempolimit, das aufgrund des Schwerlastverkehrs bereits von anderen politischen Lagern thematisiert wurde.

Sorge bereitet der Wählergemeinschaft insbesondere der Seitenraum zwischen der Hauptstraße und der Schulstraße. „Die gepflanzten Bäume sind für alle Radfahrer ein großes Hindernis und gerade die wasserdurchlässigen, gusseisernen Aussperrungen für die Bäume bringen ein hohes Unfallrisiko mit sich“, erklärt Volker Lampe, der ab der neuen Wahlperiode sowohl im Vechtaer Stadtrat als auch im Ortsrat Langförden sitzen wird.

Im Einmündungsbereich Lange StraßeHauptstraße gibt es bisher eine unterbrochene Linie. Hier soll im nächsten Frühjahr eine rote Markierung für Radfahrer aufgebracht werden. Foto: SpeckmannIm Einmündungsbereich Lange Straße/Hauptstraße gibt es bisher eine unterbrochene Linie. Hier soll im nächsten Frühjahr eine rote Markierung für Radfahrer aufgebracht werden. Foto: Speckmann

Eine weitere Frage wirft die Parklückengestaltung entlang der Langen Straße auf. Nicht erklären können sich die Mitglieder von „Wir für Vechta“, warum etwa im Bereich eines Stellplatzes vor der Apotheke ein Baum gepflanzt wurde. Dass durch solche Maßnahmen mehr Parkflächen und bessere Zuwegungen für die ortsansässigen Geschäfte geschaffen werden sollen, ist für Lampe und seine Mitstreiter nicht nachvollziehbar.

Bürgermeister Kristian Kater (SPD) erinnert an die Planungsphase der Sanierungsarbeiten. Damals sei aus verschiedenen Gründen der Wunsch nach möglichst vielen Stellplätzen und dem Erhalt breiter Grundstückszufahrten hervorgegangen. Somit sei auch die Gestaltung des Bereiches vor der Apotheke in Absprache mit dem Grundstückseigentümer angepasst worden, erläutert der Verwaltungschef.

Standorte von Bäumen werfen Fragen auf

Wie auch in anderen Geschäftsbereichen seien die Bäume so angeordnet, dass sie niemanden behinderten und auch die privaten Stellplätze genutzt werden könnten, so Kater in seinem Antwortschreiben. Ein Überfahren der Rad- und Gehwege auf ganzer Strecke sei nicht zulässig. Somit würden die neuen Bäume und Poller auch dem Schutz der Fußgänger und Radfahrer auf der viel befahrenen Ortsdurchfahrt dienen.

Es gibt noch einen weiteren Bereich, der den Vertretern der Wählergemeinschaft ein Dorn im Auge ist. Der Fahrradweg an der Einmündung zur Hauptstraße sei durch die aufgebauten Begrenzungen und die Außengastronomie nicht gefahrlos passierbar. Kater verweist auf die inzwischen markierte Stelle zur Überquerung der Hauptstraße. Dort werde im Frühjahr 2022 noch zusätzlich eine rote Kennzeichnung folgen.

Der Bürgermeister weist mit Blick auf die Gesamtsituation darauf hin, dass die Ortsdurchfahrt gemäß Ratsbeschluss aus dem Jahr 2019 ausgebaut worden sei. Der Geh- und Radweg an der Ostseite verfüge nun über eine Breite von 3 Metern. Darüber hinaus sei in Abstimmung mit dem Landkreis Vechta die Fahrbahn zugunsten der Nebenanlagen von 7 auf 6,5 Meter reduziert worden.

"Eine weitere Einengung beziehungsweise Einbau von Hindernissen kann aufgrund der Bedeutung von Kreisstraßen nicht vorgenommen werden."Bürgermeister Kristian Kater (SPD)

„Eine weitere Einengung beziehungsweise Einbau von Hindernissen kann aufgrund der Bedeutung von Kreisstraßen nicht vorgenommen werden“, sagt Kater. Als Kreisstraße müsse die Ortsdurchfahrt dem überörtlichen Verkehr gerecht werden. Gleichwohl sei die Stadtverwaltung weiter im Gespräch mit dem Landkreis als Straßenbaulastträger, um gegebenenfalls eine Anordnung von 30 Stundenkilometern zu ermöglichen.

Die Wählergemeinschaft würde ein solches Tempolimit begrüßen. Eine solche Regelung sollte nach ihrer Auffassung möglich sein, da sich an der Langen Straße unter anderem 2 Bushaltestellen, ein Kindergarten und eine Kinderkrippe befinden. Darüber hinaus schlagen die Kommunalpolitiker einen Zebrastreifen vor der Laurentiuskirche und eine weitere Querungshilfe an der Hauptstraße in Höhe der Straße „Alter Bahndamm“ vor.

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