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Bundesweit einzigartig: Neues Friesoyther Badebecken soll aus Carbon gebaut werden

Die "Deutsche Gesellschaft für das Badwesen" stellte mit Experten das Forschungsprojekt vor, das für Innovation und Nachhaltigkeit stehen soll. Der Anbau am Aquaferrum soll 2024 fertiggestellt sein.

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Stellten das neue Badebecken vor: Timo Ukena (Badbetriebsleiter), Bürgermeister Sven Stratmann, Wolfgang Scheibenpflug und Michael Weiland (DGfdB), Planer Christoph Hofschröer und Klaus Hofschröer sowie Architekt Olav Rothauscher (von links). Foto: Wimberg

Stellten das neue Badebecken vor: Timo Ukena (Badbetriebsleiter), Bürgermeister Sven Stratmann, Wolfgang Scheibenpflug und Michael Weiland (DGfdB), Planer Christoph Hofschröer und Klaus Hofschröer sowie Architekt Olav Rothauscher (von links). Foto: Wimberg

Carbonbeton gilt als langlebig und korrosionsbeständig und soll künftig auch im Bäderbau innovative Akzente setzen. Für ein bundesweit bisher einzigartiges Forschungsprojekt rückt die „Deutsche Gesellschaft für das Badwesen“ (DGfdB) nun Friesoythe in den Fokus: Im geplanten Schwimm- und Badebecken am Aquaferrum soll der synthetische Verbundwerkstoff erstmals verbaut werden, wie Vertreter der Essener Gesellschaft sowie Matthias Tietze von der Technischen Universität Dresden im Beisein von Planern, Bürgermeister Sven Stratmann und Badbetriebsleiter Timo Ukena informierten.

Laut Vorsitzendem Wolfgang Scheibenflug und Michael Weiland, stellvertretender Geschäftsführer der DGfdB, „drängt sich der neue Baustoff auf den Markt, der Nachhaltigkeit gewährleistet.“ Vor allem in der aktuellen Diskussion um das Thema Klimaschutz „trägt dieses Kriterium unsere Arbeit besonders“, so Weiland.

Als „spannende Sache mit allen Vorteilen und Herausforderungen“ bezeichnete Diplom-Ingenieur Tietze die Friesoyther Premiere. Carbonbeton sei eine Alternative für den Betonbau als meistverwendetes Material im Bauwesen. Die Entwicklung rund um seinen Einsatz laufe bereits seit 2014.

"Ich bin guter Hoffnung, dass das Projekt gut endet."Matthias Tietze, Diplom-Ingenieur, TU Dresden

Ressourcen könnten eingespart werden und „der Bau wird wesentlich länger halten“, zeigt sich Tietze überzeugt. Unter anderem sei Carbonbeton im Gegensatz zu Stahlbeton gegen Chloride gefeit, teilte der Experte vom Institut für Massivbau mit. Er sei „guter Hoffnung, dass das Projekt gut endet“ und, um es tatsächlich als beispielhaft hervorheben zu können, seien umfangreiche Vorbereitungen mit Prüfverfahren und der Erhebung vielfältiger Messdaten unerlässlich. Das erfordert Zeit: Nach der Abgabe einer Projektskizze Ende Oktober und der Abgabe des Bauantrags im Januar 2022 folgt der Projektbeginn mit Workshops. Den Baubeginn visieren die Verantwortlichen für November 2022 an, 2024 soll schließlich die Fertigstellung erfolgen.

Bauherr sind die Wirtschaftsbetriebe (WiBeF) als Tochtergesellschaft der Stadt. Bürgermeister Stratmann freute sich über die Aussicht, als Kommune Vorreiter in neuester und CO2-freundlicher Carbon-Technologie sein zu können und hofft ebenfalls auf einen erfolgreichen Verlauf.

Für den südlich gelegenen Anbau mit direktem Zugang zum bestehenden Gebäude wurden nach Ratsbeschluss rund 3 Millionen Euro im Haushalt eingestellt, so der Verwaltungschef. Inwieweit Fördergelder fließen, stünde noch nicht fest, ergänzte der stellvertretende Geschäftsführer der nordrhein-westfälischen Bädergesellschaft und verwies auf rund 6000 Bäder im Bundesgebiet, die mit zum Teil erheblichem Sanierungsbedarf verbunden seien und dabei von Carbonbeton profitieren könnten.

Friesoyther Rheumaliga nach erfolgreicher Fertigstellung erste Ansprechpartnerin

100 Quadratmeter (8 mal 12,5 Meter) fasst das Friesoyther Becken, das nach der angekündigten Schließung des Bades im St.-Marien-Krankenhaus Thema für Politik und Verwaltung wurde. Die Rheumaliga hatte bereits 2019 auf den Erhalt der Warmwassergymnastik hingewiesen und auch mit einer Unterschriftenaktion ihrem Anliegen Nachdruck verliehen.

Rund 830 Mitglieder in 40 Gruppen nahmen bisher an den Wasserübungen teil, die in der therapeutischen Behandlung ein maßgeblicher Bestandteil sind. Entgegen der von der Verwaltung ursprünglich angedachten Pläne, die einen Anbau 2022 vorsahen, muss sich der Arbeitskreis weiter gedulden. Sollte das neue Bad fertiggestellt sein, wäre er erster Ansprechpartner.

Daneben wird das Bad unter anderem für Kurse geöffnet. Schwimmunterricht für Kinder ist „ein großes Thema“ betonte Timo Ukena. Nachdem die Pandemie es wieder zuließ, die Türen zu öffnen, hatten sie Priorität. „Ein Seepferdchenkurs war in 45 Minuten ausgebucht“, erinnert sich der Betriebsleiter an die Resonanz und registrierte in dieser Zeit insgesamt rund 200 Mädchen und Jungen. Doch man müsse auch dem „normalen Schwimmer“ wieder gerecht werden, somit sei eine Erweiterung der Kapazitäten wünschenswert.

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