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Bundesverdienstkreuz für Erich Behlau

Zahlreiche Ehrenämter: Der 89-Jährige aus Cloppenburg setzt sich seit vielen Jahren unter anderem für die Ermländer ein. Er bedankte sich für die Ehrung im Kreishaus.

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Hohe Auszeichnung: Landrat Johann Wimberg steckt Erich Behlau das Bundesverdienstkreuz an. Foto: Hermes

Hohe Auszeichnung: Landrat Johann Wimberg steckt Erich Behlau das Bundesverdienstkreuz an. Foto: Hermes

Eine hohe Auszeichnung: Über das Bundesverdienstkreuz freut sich Erich Behlau aus Cloppenburg. Der 89-Jährige nahm die Ehrung von Landrat Johann Wimberg entgegen.

„Ich habe geholfen, wo ich Gutes tun konnte“, sagte Behlau in seiner Dankesrede. Unter anderem ist er seit vielen Jahren Sprecher der Ermländer in Cloppenburg. Zu seinen ehrenamtlichen Tätigkeiten gehörten auch der Vorsitz des Ermländischen Landvolkes und die Leitung des Arbeitskreises Flucht und Vertreibung im Bildungswerk.

Behlau organisiert ebenfalls die jährlichen Vertriebenenfahrten nach Bethen. An den Wallfahrten der Flüchtlinge, Vertriebenen und Aussiedler nehmen mit Gläubigen aus dem Ermland, Schlesien, Danzig, Schneidemühl und Glatz zahlreiche Besucherinnen und Besucher aus den östlichen Geburts- und Heimatgebieten teil. Er engagiert sich außerdem für eine partnerschaftliche Zusammenarbeit zwischen Tschechien, Polen und Deutschland.

1969 als Spätaussiedler nach Deutschland

Der heute 89-Jährige kam 1969 als Spätaussiedler nach Deutschland, 1972 zog es ihn nach Cloppenburg. „Hier konnten wir uns froh und munter im eigenen Domizil entfalten. Hier fühlen wir uns wohl, hier haben wir ein Zuhause“, sagt Behlau, der seit fast 65 Jahren verheiratet und vierfacher Familienvater ist.

Man müsse selbst ein schweres Leben gehabt haben, um zu verstehen, dass auch andere Menschen Hilfe brauchen. „Wer nicht mit Tränen auf ein Stück Brot gewartet hat und nicht eine bittere Not erlebte, der kann auch die Nöte des Nächsten nicht verstehen“, so Behlau, der 1931 geboren wurde. Der Nächste sei jeder Mensch, ganz gleich welcher Nationalität, Partei oder Hautfarbe.Behlau bedankte sich zudem bei seiner Familie und bei Bundespräsident Frank Walter Steinmeier für diese Ehrung.

Enkelin Karin Rolwers sprach ein paar Worte während der Feierstunde im Kreishaus: „Als die positive Nachricht per Brief von der Staatskanzlei kam, kamen mir beim Lesen schon die Tränen. Wir freuen uns sehr, dass wir diesen Tag mit dir feiern dürfen.“ Die Familie hatte den Vorschlag für die Ehrung gemacht.

„Hier konnten wir uns im eigenen Domizil entfalten. Hier fühlen wir uns wohl, hier haben wir ein Zuhause“
Erich Behlau, Träger des Bundesverdienstkreuzes © Hermes

Ihr Opa habe die Auszeichnung verdient, dazu gehöre auch sein eiserner Wille und sein zähes Durchhaltevermögen. „Und wenn du nicht auch ein hohes Maß an Lebensfreude an den Tag gelegt hättest, wären wir kaum so fröhlich geworden, wie wir es heute sind.“

Wimberg würdigte ebenfalls den Geehrten: „Sie haben gemacht und sich eingebracht. Was bringen politische Verträge ohne Menschen, die diese mit Leben füllen.“ Der Landrat dankte für den jahrelangen ehrenamtlichen Einsatz, den er als „zukunftsgerichtet auf ein vereintes Europa“ bezeichnete.

Zu wissen, wo man herkomme und wie die eigenen Vorfahren gelebt haben, stifte Identität und gebe Halt im Leben, so Wimberg. Mittlerweile habe Heimat wieder an Bedeutung gewonnen: „Auch für mich ist Heimat nicht nur Herkunft, sondern hat auch etwas mit Ankommen, Verwurzeltsein, Identifikation, Offenheit, Perspektive und Zukunft zu tun.“

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