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Bürgerstiftung Cloppenburg sucht nach Kandidaten für den Zivilcourage-Preis

Der Startschuss ist gefallen: Alle Bürger können nun ihre Bewerbung für den "WageMUT-Preis" einreichen. Auch Jugendliche sind gefragt.

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Werben für den Vikar-Ernst-Henn-Preis: (von links) Alexander Rolfes, Johan Wimberg, Professor Dr. Uwe Meiners, Hubert Breuer und Werner Nilles. Foto: M. Kessens

Werben für den Vikar-Ernst-Henn-Preis: (von links) Alexander Rolfes, Johan Wimberg, Professor Dr. Uwe Meiners, Hubert Breuer und Werner Nilles. Foto: M. Kessens

„Wir wollen den Vikar-Henn-Preis mit Leben füllen und dadurch sichtbar machen, was Zivilcourage bedeutet“, sagte Cloppenburgs Landrat und Schirmherr Johann Wimberg beim Startschuss zur Bewerbung um den Preis „WageMUT“ für Zivilcourage.

Verliehen werden soll dieser am Todestag des Widerstandskämpfers Vikar Ernst Henn gegen die Hitler-Diktatur, und zwar am 11. April nächsten Jahres. Vorgeschlagen werden können sowohl Einzelpersonen als auch Personengruppen und Institutionen, die sich mutig im Alltag gegen Gewalt, Fremdenfeindlichkeit, Diskriminierung, Unterdrückung und für Gerechtigkeit engagieren.

Wahlergebnisse fordern Aufmerksamkeit über den politischen Verlauf in Deutschland

Im Hinblick auf die Ergebnisse der Landtagswahl heiße es, sensibel zu werden und zu bleiben, um die Demokratie auch in Krisenzeiten zu stärken, betonte Wimberg. Alexander Rolfes, Vorsitzender der Bürgerstiftung, die auch Stifter des Preises ist, nahm besonders die Jugendlichen in Augenschein. „Gegen Hass und Hetze in den sogenannten sozialen Medien einzutreten, zeugt von großer Zivilcourage“, sagte er.

Auch Hubert Breuer, Kuratorium Bürgerstiftung, ermunterte vor allen Dingen Jugendliche, sich in Zivilcourage zu üben, und warb in Schulen und Sportvereinen für diesen Preis. „Was nützen die besten Ideen, wenn wir die Jugend nicht mit ins Boot holen“, sagte er. Dechant Bernd Strickmann als Vertreter der Kirchengemeinde St. Andreas, die in Kooperation mit der Bürgerstiftung den Preis auslobt, ließ krankheitsbedingt ein Statement verlesen. Im Gegensatz zur ersten Verleihung des Preises 2019, den Prälat Peter Kossen bekam, sei der Preis in diesen Zeiten lebensnotwendiger denn je, schrieb er. Er stehe als Zeichen gegen die Verrohung in der Gesellschaft. „Ich bin überzeugt, dass Menschen dem Erbe Vikar Henns gerecht werden“, ließ er verlautbaren.

Widerstand gegen das Regime war gefährlich

Professor Dr. Uwe Meiners, ebenfalls Schirmherr des Preises, erinnerte an die erste Verleihung und sprach von einem Gänsehautmoment, als der Name Peter Kossen fiel. Bürgerliches Engagement sei in unserer Gesellschaft geschätzt und ein wichtiges Zeichen, sagte er. Auch er appellierte besonders an die Jugendlichen, sich zu engagieren und ein deutliches Zeichen zu setzen und Mut zu zeigen, anderen gleich zu tun.

Werner Nilles, Biograf zum Leben und Werk von Vikar Ernst Henn, ließ dessen Engagement noch einmal Revue passieren und betonte, wie gefährlich es damals gewesen sei, gegen das Naziregime aufzubegehren. „Ich kann mich nicht vor der Wahrheit drücken“, zitierte Nilles Vikar Henn, der in Cloppenburg als Kaplan und in Löningen als Vikar gewirkt hatte. Dort bewahrte er mit seinem Einsatz Löningen und besonders das Krankenhaus vor der Zerstörung beim Einmarsch der britischen Truppen.

Predigten gegen die Judenverfolgung der Nazis

Gekennzeichnet war Henns Wirken durch seine Predigten vor allen Dingen gegen die Judenverfolgung der Nazis. Das Anprangern der Verbrechen in der Reichspogromnacht wurde zu einem gefährlichen Höhepunkt für Ernst Henn, berichtete Nilles.

Schon bald war er den NS-Machthabern kein Unbekannter mehr, sondern ein unbequemer, gefährlicher Mahner. So kam es schon in den ersten Jahren der Nazi-Herrschaft zu Anzeigen, Verhören, Verwarnungen und Haftandrohungen durch die Gestapo. Deshalb müsse die Erinnerung an Vikar Ernst Henn aufrechterhalten bleiben, hieß es einmütig.

Info: Vorschläge können bis zum 28. Februar an die Bürgerstiftung Cloppenburg, zu Händen Hubert Breuer, eingereicht werden, per Telefon unter 0171/1739613, per E-Mail an info@buergerstiftung-clp.de oder unter www.buergerstiftung-clp.de.

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