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"Bürgerhaus"-Saal in Barßel fällt größer aus

Der Gemeinderat stimmt der Vergrößerung nach einer hitzigen Debatte zu. 15 Politiker stimmen für die Ausführung des zweiten Bauabschnitts samt Saalvergrößerung.

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Mit Spachtel und Mörtel: Bürgermeister Nils Anhuth bei der Grundsteinlegung des Rathauses. Foto: Passmann

Mit Spachtel und Mörtel: Bürgermeister Nils Anhuth bei der Grundsteinlegung des Rathauses. Foto: Passmann

Der Streit und die Diskussionen um den Neubau des Rathauses und des Bürgerhauses in Barßel nehmen in den politischen Gremien kein Ende. Bestes Beispiel hierfür war jetzt die Sitzung des Gemeinderates im Hotel- und Landgasthof Herzog auf dem Carolinenhof. Es ging um die Entscheidung über die Ausführung des zweiten Bauabschnitts des "Bürgerhauses". Mit 15 Ja-Stimmen, 8 Nein-Stimmen und 5 Enthaltungen stimmte der Rat dem zweiten Bauabschnitt mit Saalvergrößerung schließlich zu. Zuvor aber stritten die Politiker darüber, wie groß der Saal werden soll. Ob nun wie zunächst geplant 123 Quadratmeter oder nach den neuesten Berechnungen des Architekten Christian Bär aus Bad Zwischenahn 152 Quadratmeter. Das würde eine Verteuerung von rund 210.000 Euro bedeuten.

Bürgermeister Nils Anhuth (Parteilos) hatte zuvor erklärt, dass nach einem Beschluss des Rates vom 30. September 2020 nun über das Volumen des Bürgerhauses entschieden werden müsse, nachdem die Leistungen des ersten Bauabschnitts vergeben worden seien. Im Hinblick auf den Gesamtterminplan müsse eine Entscheidung getroffen werden. "Das Bürgerhaus bedeutet einen Mehrwert für die Gemeinde Barßel. Eine Abfrage bei Vereinen und Institutionen ergab 300 Buchungen im Jahr. Nun muss gesagt werden, wie groß der Saal werden soll", so der Bürgermeister.

Kritik an zu hohen Kosten

Bei der Nutzung des Saals sollte auf eine hinreichende Flexibilität Wert gelegt werden. Unterschiedliche Stühle bräuchten zum Beispiel in der Reihenbestuhlung mehr oder weniger Platz. Es sei sinnvoll, den Saal in einer Breite um zwei Meter zu vergrößern. "Da muss man halt mal in den sauren Apfel der Verteuerung beißen“, sagte Architekt Bär.

Ratsherr Hannes Coners (Grüne) argumentierte hingegen: "Der Bau ist schon überteuert. Wir sollten den Bau des Bürgerhauses stoppen. Als Privatmann und Unternehmer hätte man schon längst Abstand vom Bau genommen. Wir verrennen uns damit. Der Schuldenstand der Gemeinde steigt." Der Bürgermeister konterte: "Wenn wir ein Unternehmen wären, dann würde der Bau schon längst stehen." Ratsherr Hartmut Wrede (SPD) sagte: „Ich habe schon damals gesagt, die Baukosten gehen wie eine Rakete in die Höhe. Es gibt ein Schloss am Wörthersee." Ratsherr Johannes Geesen (CDU) votierte für den Bau: "Wir haben uns für das Rathaus und Bürgerhaus entschieden. Das war die richtige Entscheidung. Wir haben die große Chance auf ein wunderbares Bürgerhaus in der Ortsmitte. So etwas wünscht sich jede Gemeinde."

Ratsherr Hubert Niemeyer (Bürgerfraktion) kritisierte: "Ich war immer für die Sanierung des jetzigen Rathauses. Nun sind es über 15 Millionen Euro für einen Neubau. Dafür wird der Straßenbau zurückgestellt." Man brauche kein Bürgerhaus mit Saal. Die Vereine hätten fast alle ihre eigenen Räume. "Wir wollen auf einen eigenen Saal als Gemeinde zurückgreifen können. Bezüglich des Straßenausbaus gibt es keine Fördermittel mehr. Daher sind diese Projekte ins Stocken geraten", so Anhuth.

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