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Buchsbaumzünsler im heimischen Garten: Das sollten Sie jetzt wissen

Die gefräßige Raupe ist der Schrecken eines jeden (Hobby-)Gärtners. Wie Sie den Schädling wieder aus dem Garten loswerden, erklärt eine Expertin.

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Hat den Buchsbaum zum Fressen gern: Die Raupe des Buchsbaumzünsler-Falters.    Foto: dpa/Vietmeier

Hat den Buchsbaum zum Fressen gern: Die Raupe des Buchsbaumzünsler-Falters.    Foto: dpa/Vietmeier

Es ist wieder soweit: Der aus dem ostasiatischen Raum eingeschleppte Buchsbaumzünsler zieht alljährlich um diese Jahreszeit aus einem bestimmten Grund die Aufmerksamkeit vieler Gärtnerinnen und Gärtner auf sich. Er sorgt für großes Ärgernis in den heimischen Gärten. Denn die unersättliche Raupe des Buchsbaumzünsler-Falters kann dem geliebten Buchsbaum in kurzer Zeit den Garaus machen, wenn der Befall zu spät bemerkt wird.

„Jetzt wäre der geeignetste Zeitpunkt, um einen Zünslerbefall zu entdecken und zu bekämpfen“, sagt Irmgard Koldehoff, Leiterin der NKB Baumschule in Vechta-Calveslage. „Denn die Raupen verlassen bei steigenden Temperaturen im Frühjahr ihre schützenden Kokons und nehmen ihre Fraßtätigkeit wieder auf.“

Raupen fressen sich ihren Weg nach außen

Der Buchsbaumzünsler kann bis zu 5 Zentimeter lang werden und weist eine grün-gelbliche Färbung mit schwarzem Muster und weißen Borsten auf. Die Raupen sitzen getarnt im Inneren des Buchsbaums und fressen sich von dort einen Weg nach außen. Häufig wird der Befall dadurch erst sehr spät bemerkt.

Irmgard Koldehoff, Gärtnermeisterin und Leiterin der NKB Baumschule in Vechta-Calveslage. Foto: KoldehoffIrmgard Koldehoff, Gärtnermeisterin und Leiterin der NKB Baumschule in Vechta-Calveslage. Foto: Koldehoff

Erste Anzeichen für den Befall mit dem Buchsbaumzünsler seien feine Gespinste und grün-bräunliche Kotkrümel, die auf den Blättern der Pflanze und auf der Erde zu finden sind. „Während die junge Raupe vorerst lediglich einen Schabefraß erzeugt, kann sie später ganze Blätter und die Rinde der grünen Buchsbaumtriebe verschlingen, sodass nur noch ein kahles Blattgerippe zurückbleibt“, erklärt die Expertin.

"Es empfiehlt sich, die Hecken mit einem Schlauch oder Hochdruckreiniger abzuspritzen."Irmgard Koldehoff

Aber was hilft gegen das Kahlfressen der Buchsbäume? Ein Zünslerbefall sei in den Griff zu kriegen, wenn man frühzeitig reagiere. Wenn es sich um einzelne befallene Pflanzen handelt, kann schon das Absammeln der Raupen helfen. „Ansonsten empfiehlt es sich, die Hecken mit einem harten Wasserstrahl des Gartenschlauchs abzuspritzen.

Eine weitere Methode sei es, die Hecke mit einem biologischen Pflanzenschutzmittel einzusprühen. In jedem Fall sollte darauf geachtet werden, dass sich hinter der Pflanze ein Gartenvlies zum Abfangen der Raupen befindet, sonst sind sie kurze Zeit später wieder auf den Pflanzen zu finden“, rät die Leiterin der Baumschule.

„Bei einem stärkeren Befall würde ich einen Rückschnitt machen. Dann kommt man besser ins Innere der Pflanze, und wenn der Buchsbaum nicht zu sehr beschädigt wurde, kann er wieder austreiben.“ Die eingefangenen Raupen könnten dann luftdicht verschlossen im Restmüll entsorgt oder zur Kompostieranlage gebracht werden. Die Expertin rät grundsätzlich davon ab, befallenes Schnittgut auf dem heimischen Kompost zu entsorgen.

Ein Tipp gegen den Buchsbaumzünsler: Die Pflanzen mit einem Wasserschlauch abspritzen. Symbolfoto: dpaEin Tipp gegen den Buchsbaumzünsler: Die Pflanzen mit einem Wasserschlauch abspritzen. Symbolfoto: dpa

Bekämpfung des Buchsbaumzünslers kann auch ohne Einsatz chemischer Mittel erfolgen

Wer vorbeugende Maßnahmen gegen den Zünsler treffen oder ihn auf natürlichem Wege bekämpfen möchte, könne im Garten Vogelhäuser aufstellen oder Hecken pflanzen, um Vögel anzulocken. Denn inzwischen ernährten sich auch die heimischen Vögel, wie zum Beispiel die Kohlmeise oder der Haussperling, von den Raupen und sammelten diese von den Buchsbäumen. Zudem erklärt die Expertin, dass man zum Aufspüren des Falters Trichterfallen mit Lockstoffen einsetzen könne, die man in Nachbarpflanzen des Buchsbaums platziert.

Irmgard Koldehoff hat noch einen weiteren Tipp zur Vorbeugung: „Wenn ein Zünsler-Falter im Garten gesichtet wurde, kann der Buchsbaum über Nacht für etwa 2 Wochen mit einer Folie abgedeckt werden. Die Falter sind nachtaktiv und nutzen nur Buchsbäume zum Ablegen ihrer Eier. Mit dem Abdecken kann also eine neue Raupengeneration verhindert werden.“ Wichtig dabei: Die Folie müsse tagsüber unbedingt wieder entfernt werden. Eine immergrüne Alternative zum Buchsbaum seien unter anderem die Eibe, Berberitzen oder Heckenmyrthe.


Das sollten Sie bei der Entsorgung beachten:

Auf die richtige Entsorgung kommt es an: Die Abfallwirtschaftsgesellschaft des Landkreises Vechta (AWV) gibt auf der Webseite Hinweise, was bei befallenen Pflanzen beachtet werden sollte:

  • Keine Kompostierung im eigenen Garten: "Die für die Tötung des Buchsbaumzünslers benötigten Temperaturen können durch eine eigene Kompostierung nicht erreicht werden", schreibt die AWV. Daher werde so eine weitere Verbreitung begünstigt.
  • Auch eine Entsorgung über die Biotonne ist möglich: In der Biogasanlage werden die Eier und Larvenstadien abgetötet. Allerdings: Eine weitere Verbreitung der Raupen kann so nicht ausgeschlossen werden.
  • Grundsätzlich rät die AVW jedoch dazu, das befallene Schnittgut sowie gerodete Pflanzen in verschlossenen Plastiksäcken beim Abfallwirtschaftszentrum Vechta-Tonnenmoor anzuliefern. "An der Kasse muss eine entsprechende Mitteilung gemacht werden, dass infizierter Buchsbaum angeliefert wird. Die Anlieferung wird wie Grünabfall abgerechnet, die geschlossenen Säcke müssen jedoch in der Umschlaghalle beim Restabfall abgeladen werden", heißt es auf der Webseite. Der Abfall werde anschließend werktäglich nach Bremen zur Müllverbrennungsanlage transportiert. Die Kunden sollten jedoch darauf achten, dass bei einer Zwischenlagerung des Schnittguts keine Raupen oder Falter entkommen können.
  • Bei größeren Mengen, die zumutbar nicht in Säcke verpackt werden können – beispielsweise wenn eine ganze Hecke gerodet wurden –, ist eine lose Anlieferung möglich. "Auch hier muss der Anlieferer an der Kasse mitteilen, dass er infiziertes Material hat. Der Buchsbaum-Abfall muss dann direkt in der Umschlaghalle abgeladen werden", teilt die Abfallwirtschaft mit.
  • Eine Anlieferung von Kleinmengen sei zudem bei den Wertstoffhöfen möglich, allerdings nicht beim Wertstoffhof in Dinklage.
  • Die Quelle finden Sie hier auf Webseite der Abfallwirtschaft Vechta. (Stand: 16. August 2021)

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