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Brutale Messer-Attacke: Schlachter muss 8 Jahre hinter Gitter

Der Angeklagte hatte seinem Arbeitskollegen das Metzgermesser 15-mal in Rücken, Herz und Lunge gerammt. Hintergrund soll ein Streit um ausgeschlagene Zähne gewesen sein.

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Der 27-jährige Angeklagte musste sich vor dem Oldenburger Landgericht verantworten. Foto: Franz-Josef Höffmann

Der 27-jährige Angeklagte musste sich vor dem Oldenburger Landgericht verantworten. Foto: Franz-Josef Höffmann

Im Prozess gegen den 27 Jahre alten Schlachter aus Ungarn, der am 30. November vorigen Jahres in einem fleischverarbeitenden Betrieb in Essen einen Arbeitskollegen erstochen hat, ist der Angeklagte am Dienstag zu 8 Jahren Gefängnis verurteilt worden. Damit erfüllte die Schwurgerichtskammer des Oldenburger Landgerichtes unter Vorsitz von Richter Sebastian Bührmann den Antrag von Oberstaatsanwalt Thomas Sander.

Das Gericht wertete die brutale Tat als Totschlag. Den ursprünglichen Tatvorwurf des Mordes ließ die Kammer fallen. Zunächst war die Anklage davon ausgegangen, dass der Angeklagte den Arbeitskollegen in eine Hygieneschleuse gelockt und den Mann dort heimtückisch mit 15 Metzgermesser-Stichen in Rücken, Herz und Lunge ermordet hat. Doch das konnte so nicht vor Gericht Stand halten. Das Mordmerkmal der Heimtücke wäre gegeben, wenn der Angeklagte die ersten Stiche von hinten in den Rücken des Opfers gesetzt hätte und das Opfer zu diesem Zeitpunkt arg- und wehrlos gewesen wäre.

Zunächst stritten Täter und Opfer über die Reinigung ihres Badezimmers

Dem war aber nicht so. Zum einen steht die Reihenfolge der tödlichen Stiche nicht fest. Die ersten Stiche könnten auch von vorne gesetzt worden sein. Damit scheidet das Mordmerkmal der Heimtücke schon einmal aus. Zum anderen war das Opfer nicht arg- und wehrlos. Die Tat hat nämlich einen Vorlauf. Opfer und Täter bewohnten dieselbe Unterkunft. 4 Wochen vor der eigentlichen Tat soll das spätere Opfer das gemeinsam genutzte Badezimmer verunreinigt haben. Der Angeklagte hatte auf Reinigung bestanden.

Doch davon wollte der Arbeitskollege des Angeklagten nichts wissen. Während eines Streits schlug das spätere Opfer dem Angeklagten 3 Zähne aus. Der Angeklagte bestand auf Schadensersatz, das spätere Opfer wollte den Feststellungen zufolge aber nicht bezahlen. Am Tattag dann wollte der Angeklagte den Arbeitskollegen noch einmal zur Rede stellen. Doch dieser soll den Angeklagten verhöhnt und gedroht haben, ihm weitere Zähne auszuschlagen.

Das Gericht war davon überzeugt, dass der Angeklagte nun durchgedreht ist. Er griff sich ein Metzgermesser und stach blindlings 15-mal zu. Der Angeklagte leidet unter einer schizophrenen Psychose. Deswegen billigte das Gericht ihm eine verminderte Schuldfähigkeit zu.

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