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Breites Bündnis für Geflüchtete formiert sich

Die spontane Hilfe aus den Anfangstagen hat in Löningen bereits vieles in Gang gesetzt. Neue Kontakte sind entstanden, von denen auch die Verwaltung profitieren möchte.

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Wollen die Kräfte bündeln (von links): Burkhard Sibbel, Elisabeth Pohlmann, Thomas Willen, Verena Tönnies, Ewa Matzcuk und Hildegard Heile vereinbarten eine enge Zusammenarbeit. Foto: G. Meyer

Wollen die Kräfte bündeln (von links): Burkhard Sibbel, Elisabeth Pohlmann, Thomas Willen, Verena Tönnies, Ewa Matzcuk und Hildegard Heile vereinbarten eine enge Zusammenarbeit. Foto: G. Meyer

In Löningen formiert sich ein breites Bündnis für Kriegsflüchtlinge. Es soll neben der Stadtverwaltung und der Flüchtlingshilfe auch private Hilfsaktionen umfassen und die einzelnen Angebote miteinander verknüpfen. Am Dienstag fand dazu ein erstes Treffen statt.

Schon kurz nachdem die ersten Bilder von der polnisch-ukrainischen Grenze im Internet kursierten, hatte Ewa Matzcuk einen  Spendenaufruf gestartet. Die Resonanz darauf sei überwältigend gewesen, berichtet die junge Polin, die mit ihrer Familie in Löningen lebt. Mehrere Transporte konnten sie und ihre Unterstützer inzwischen auf den Weg bringen. Für Anfang April sind neue Fahrten geplant. "Wir haben noch einiges in unserem Lager und nehmen weiterhin Hilfsgüter an", sagt Verena Tönnies. Kleidung werde nicht benötigt, umso mehr aber Lebensmittel, Babynahrung und Hygieneartikel sowie Arbeitsschuhe und Thermounterwäsche für ukrainische Soldaten. 

Die spontane Idee hat eine kleine Bewegung in Gang gesetzt. Bürgermeister Burkhard Sibbel freut sich über das Engagement. Er hofft, dass sich in den kommenden Wochen noch mehr Bürger in die Flüchtlingshilfe einbringen. Die Kommunen dürften dabei einen langen Atem benötigen. "Wir wissen ja immer noch nicht, wie viele Menschen am Ende zu uns kommen werden", erklärt Sibbel. Man fahre auf Sicht. Knapp 60 waren bis Dienstag im Rathaus gemeldet. Untergebracht sind sie bislang ausschließlich bei Privatleuten. Die Wohnungssuche laufe aber bereits seit Kriegsbeginn auf Hochtouren, sagt Sibbel. "Es war klar, dass da etwas auf uns zukommt." Die Akquise blieb nicht erfolglos. 

Tafel öffnet extra für Ukrainer

Viele machen mit: Die Löninger Tafel etwa hat für die ukrainischen Familien eigene Öffnungszeiten eingeführt, berichtet Ordnungsamtsleiterin Hildegard Heile. Auch das 2015 eingeführte Patensystem soll wieder verstärkt werden. Damals hatten Löninger einzelne syrische Geflüchtete an die Hand genommen und ihnen bei der Bewältigung des Alltags geholfen. Daraus seien feste Freundschaften entstanden, berichtet Elisabeth Pohlmann von der Gemeindecaritas. Die in Löningen gebliebenen Syrer zeigten viel Empathie für die Neuankömmlinge. "Sie wissen, was Krieg bedeutet." 

Die Flüchtlingshilfe hatte sich vor 7 Jahren ebenfalls mehr oder weniger spontan gebildet. Eigentlich sollte sie in einen Bürgerverein überführt werden. "Jetzt ist es gut, dass wir sie noch in dieser Form haben", betont Thomas Willen. Elisabeth Pohlmann hofft jetzt auf neuen Zulauf. Jeder könne sich auf seine Weise einbringen. "Je mehr Menschen anpacken, desto besser." 


Infos:

  • Alle aktuellen Informationen gibt es unter www.flüchtlingshilfe-löningen.de.
  • Wer Hilfsgüter spenden möchte, wendet sich an Ewa Matzcuk, Telefon 0152/34194841. 
  • Wer freien Wohnraum anbieten möchte, soll sich weiterhin bei der Verwaltung im Rathaus melden.

OM-hilft -  Helfen Sie mit! Das Oldenburger Münsterland hilft den Geflüchteten aus der Ukraine. Hilfsinitiativen, Wohlfahrtsorganisationen und viele mittelständische Unternehmen sind bereits dabei, die Hilfe vor Ort zu koordinieren. Und auch Sie können sich beteiligen. Wie und Wo? Das sagt Ihnen  die Webseite om- hilft.org

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