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Braucht es im Baugebiet Kirchesch weitere Mehrparteienhäuser?

Mit dieser Frage befassten sich die Mitglieder des Bakumer Planungs- und Wirtschaftsausschusses. Im 4. Bauabschnitt soll die Möglichkeit dafür geschaffen werden.

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Symbolfoto: Pixabay

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Im Baugebiet Kirchesch in Bakum sollen die Maurer bald wieder fleißig sein. Der nächste und damit 4. Bauabschnitt war nun Thema in der jüngsten Sitzung des Planungs- und Wirtschaftsausschusses. Wie schon bei Abschnitt 3 soll es auch Flächen geben, auf den Mietwohnungen entstehen dürfen. Dafür ist allerdings zunächst eine Änderung des Bebauungsplans notwendig, die einstimmig von den Mitgliedern des Ausschusses empfohlen wurde.

Konkret handelt es sich um 2 Grundstücke im Norden des 4. Bauabschnitts, die für Mehrparteienhäuser vorgesehen sind. Diese grenzen damit an die schon bestehenden Mehrparteiengebäude im 3. Bauabschnitt. Wie Thomas Homm vom Oldenburger Planungsbüro Topos den Anwesenden erläuterte, sei die Fläche eigentlich zu klein. Deshalb müsse diese etwas nach Süden verschoben werden. Somit verschiebe sich auch das Erschließungssystem, so Homm. Insgesamt müsse die Straße leicht schmaler werden, der Wendehammer müsse „ökonomischer platziert“ werden. Und: Im restlichen Bauabschnitt sei ausschließlich die Schaffung von Einfamilien- sowie Doppelhäusern zulässig. Insgesamt können nach Angaben der Verwaltung 18 Bauplätze entstehen.

Südlich des 3. Bauabschnitts im Baugebiet Kirchesch schließt sich der 4. Abschnitt an. Im nördlichen Bereich (WA2) sind Mehrparteiengebäude vorgesehen. Im restlichen Bereich (WA1) Einfamilien- sowie Doppelhäuser. Grafik: Gemeinde BakumSüdlich des 3. Bauabschnitts im Baugebiet Kirchesch schließt sich der 4. Abschnitt an. Im nördlichen Bereich (WA2) sind Mehrparteiengebäude vorgesehen. Im restlichen Bereich (WA1) Einfamilien- sowie Doppelhäuser. Grafik: Gemeinde Bakum

Bei der vergangenen Vergabeverfahren habe es 194 Bewerberinnen und Bewerber gegeben, lediglich 18 hätten bedient werden können, führte der CDU-Fraktionsvorsitzende Christoph Eiken aus. Er frage sich deshalb, ob der Bau von Mehrparteienhäusern überhaupt erforderlich sei. Im Südkamp entstünden bereits mehrere, sagte er. „Irgendwann muss der Markt in Bakum gesättigt sein.“ Er halte es für sinnvoller, Grundstücke für die Schaffung von Einfamilienhäusern vorzuhalten.

Bürgermeister hält es für sinnvolle Ergänzung

Die Flächen, die für die Mehrparteiengebäude vorgesehen sind, seien nicht so attraktiv für den Bau von Einfamilienhäusern, entgegnete Bakums Bürgermeister Tobias Averbeck. Schließlich sei die Lage direkt hinter „relativ hohen, massiv wirkenden Gebäuden“. Städtebaulich ergebe es einen „gewissen Reiz, das, was man im Norden schon hat, im Süden zu komplettieren“, sagte Averbeck. Er halte es deshalb für eine sinnvolle Ergänzung. Insgesamt ergebe sich somit ein Block an Mehrfamilienhäusern, der von Straßen umrahmt sei.

Außerdem ließe sich damit einer „moralisch-politischen Verpflichtung“ gegenüber der Gewobau Vechta nachkommen, nannte Averbeck ein weiteres Argument. Der Gemeinderat habe seinerzeit den Willen ausgedrückt, sich an den 250 Wohneinheiten im Kreis Vechta, die für den sozialen Wohnungsbau durch die Wohnungsbaugesellschaft Gewobau vorgesehen sind, zu beteiligen. Bislang sei das in Bakum, „prozentual gesehen“, noch nicht ganz ausgeschöpft. Es müssten nicht beide Grundstücke an die Gewobau gehen, es sei lediglich ein Vorschlag, um die politische Zielsetzung zu erfüllen, so Averbeck. Es müsse auch nicht ausschließlich sozialer Wohnungsbau realisiert werden. Auch Eigentumswohnungen könnten es sein. Die Entscheidung liege schließlich beim Gemeinderat, bekräftigte der Bürgermeister.

Nicht alle jungen Menschen könnten sich den Bau von Einfamilienhäusern leisten, sagte Hans Rainer Hesler (CDU). Diese seien auf bezahlbare Mietwohnungen angewiesen. Er sprach sich deshalb für den Mietwohnungsbau. Ähnlich sah das Siegfried Böckmann (SPD), der den Gedanken des „Mehrgenerationenwohnens“ einwarf. In Bakum lebten einige Senioren in Einfamilienhäusern, die ihnen womöglich zu groß werden. Diese könnten an die Kinder weitergegeben oder verkauft werden. Für Senioren, die sich verkleinern möchten, seien solche Wohnungen durchaus interessant. Denn: Sie könnten weiter in Bakum leben.

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