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Braucht der Landkreis Cloppenburg Hilfe bei der Gleichstellung?

Gästebuch: Das Oldenburger Münsterland als Gemeinschaftsprojekt. Doch nicht wenige Kreis-Cloppenburger haben den Eindruck, gegen den Landkreis Vechta den Kürzeren zu ziehen.

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Eigentlich hat sich das mit dem „Oldenburger Münsterland“ ganz gut angelassen. Sein Logo wird immer bekannter. Es grüßt an allen Grenzen, wenn man aus dem Umfeld der „Ungläubigen“ ins treukatholische Südoldenburg zurückkehrt. Die Landkreise Cloppenburg und Vechta friedlich vereint unter dem Mantel der Liebe. Eine neue Identität wächst heran.

Naja, wir wollen es mal nicht übertreiben. Als Kreis-Cloppenburger wird man das Gefühl ja nicht los, ungleich behandelt zu werden. Vechta wird bevorzugt, sagen die Kritiker. Cloppenburg lässt man links liegen, sagen andere, wobei „links“ in diesem Zusammenhang vielleicht nicht ganz das richtige Wort ist. In Vechta hat man eine Universität. Das wird Cloppenburg nie schaffen. Die Gastronomie lebt von Tausenden junger Leute, die die Biergärten bevölkern und auf diese Weise eine besondere Atmosphäre schaffen. Vechta hat den „Knast“. Cloppenburg hat nicht mal eine Arrestanstalt. Nun mag mancher sagen, auf eine Justizvollzugsanstalt könne man gut und gerne verzichten. Aber diese Meinung zeugt nur von einseitiger Sicht. Denn die kulturellen Events, die in dem Gefängnis veranstaltet werden, sind ja ganz besondere Highlights, gerade auch wegen der Umgebung.

Cloppenburg hat das Museumsdorf und die Fußgängerzone, Vechta den Stoppelmarkt, einen schöneren Bahnhof und einen Bischof, was manchmal auch ganz nützlich sein kann.

Auf einem Gebiet hinkt Cloppenburg aber hinter Vechta her. Das ist die medizinische Versorgung. Es soll hier nicht wieder das Lied vom vernachlässigten Standort Cloppenburg gesungen werden, wegen mangelhafter Kinderversorgung, gynäkologischer Defizite und medizinischem Zentrum. Unser „Nönnken“, nach der die Stiftung der Krankenhäuser benannt ist, hat eben bessere Connections in Vechta als in Cloppenburg. Vielleicht auch clevere Politiker.

„Es ist, wie es ist. Aber viel schlechter darf es nicht werden.“Otto Höffmann

Es ist, wie es ist. Aber viel schlechter darf es nicht werden. Vielleicht hilft da ein Gesetz, das den exotischen Namen „Begleige“ trägt. Gemeint ist das Bundesgleichstellungsgesetz. Es regelt die Funktion in einer Behörde, die sich mit der Förderung und Gleichstellung von Frauen, Männern und Diversen befasst. Okay. Gemeint ist natürlich eigentlich etwas anderes als Kommunen. Aber könnte man das nicht auch auf Kommunen oder Landkreise übertragen? So nach dem Motto: Wenn eine Gemeinde oder ein Kreis zu kurz kommt und ungleich behandelt wird, kann er sich auf das „Begleige“ berufen und seine Rechte durchsetzen? Ähnlich wie Diverse?

Die Gelegenheit ist günstig: Gerade ist nämlich eine junge Frau zur neuen Gleichstellungsbeauftragten für den Landkreis Cloppenburg berufen worden: Maren Feldhaus heißt die Dame und will sich jetzt darum kümmern, dass unsere Mitbürgerinnen und Mitbürger gleichbehandelt werden. So weit, so löblich.

Aber unser Landkreis braucht auch Hilfe. Und zwar manchmal auch gegen Vechta. Kirche, Staat und Krankenhaus sollen in unseren beiden Kreisen gleichbehandelt werden. So könnte doch eine zusätzliche Aufgabe für die neue Gleichstellungsbeauftragte entstehen. Gut gedacht, doch daraus wird nur dann etwas, wenn Frau Feldhaus über ihren Schatten springt. Denn die neue Gleichstellungsbeauftragte für Cloppenburg stammt, na Sie raten es sicher, aus Vechta. Das war ja ein toller Griff, Ihr klugen Cloppenburger Kreistaglerinnen und Kreistagler, die Ihr diese Bestellung verfügt habt. Reicht es denn nicht, dass schon unser Bürgermeister aus Vechta stammt? Auch wenn er seine Sache bislang ganz gut macht, aber haben wir denn keine eigenen guten Leute? Gleichstellung heißt doch nicht: „Alles tanzt nach Vechtas Pfeife.“


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