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Braucht Bakum in 20 Jahren wieder ein neues Rathaus?

Beim Bakumer Herbstmarkt-Frühschoppen wirft Festredner André Hüttemeyer einen Blick in die Glaskugel. Seine Zukunftsvision für Bakum sieht vielversprechend aus.

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Regionale Spezialitäten für den Gast: CDU-Landtagsabgeordneter André Hüttemeyer (links) war der diesjährige Festredner beim traditionellen Herbstmarkt-Frühschoppen in Bakum. Bürgermeister Tobias Averbeck dankte mit einem Präsentkorb. Foto: C. Meyer

Regionale Spezialitäten für den Gast: CDU-Landtagsabgeordneter André Hüttemeyer (links) war der diesjährige Festredner beim traditionellen Herbstmarkt-Frühschoppen in Bakum. Bürgermeister Tobias Averbeck dankte mit einem Präsentkorb. Foto: C. Meyer

Bakum als Kreisstadt? André Hüttemeyer hatte am Montag so manche interessante Zukunftsvision im Gepäck. Der neue CDU-Landtagsabgeordnete (Vechta) aus Erlte war als Festredner beim traditionellen Herbstmarkt-Frühschoppen zu Gast und unterhielt die mehr als 150 Zuhörerinnen und Zuhörer im gut gefüllten Festzelt mit seiner launigen Ansprache. Nach dreijähriger Corona-Zwangspause konnte der Herbstmarkt an diesem Wochenende wieder in Bakum stattfinden.

Zunächst versuchte Hüttemeyer zu erörtern, wieso er überhaupt die Ehre habe, als Festredner nach Bakum eingeladen worden zu sein. Sein erster Erklärungsansatz: Seine Herkunft. Vermutlich wolle Bakums Bürgermeister Tobias Averbeck ihm, dem Visbeker, lediglich zeigen, wie viel besser Bakum in puncto Erneuerbare Energien sei. Schließlich sei die Gemeinde aufgrund von Biogas quasi energieautark, während Visbek nur 30 Prozent Klimaneutralität vorweisen könne.

Wie sieht der 7. November 2042 aus?

Dafür wagte der 32-jährige Politiker einen gewagten Vergleich mit Elon Musik, bezeichnete Averbeck als Energiepionier – „super sexy und super reich“. Auf der anderen Seite, in Visbek, dagegen die Vorstellung von Bürgermeister Gerd Meyer als eine Art Larry Hagman in seiner berühmten Rolle als J.R. Ewing in der Erfolgsserie Dallas – „viel Öl, Schlangenlederschuhe und ebenfalls super reich“. Die Schlangenlederschuhe, überlegte Hüttemeyer kurz, habe Meyer ja tatsächlich. Gelächter im Festzelt.

Das Festzelt war zum Frühschoppen bis auf den letzten Platz gefüllt. Foto: C. MeyerDas Festzelt war zum Frühschoppen bis auf den letzten Platz gefüllt. Foto: C. Meyer

Doch dann sah sich Hüttemeyer dem Hauptgrund für die Einladung auf der Spur. Tobias Averbeck habe ihn beim CDU-Landesparteitag in Lingen im Juli gefragt. „Wie verzweifelt muss der Mann sein?“, ließ der Erlter an seinen Gedanken teilhaben. Schließlich sei er da noch nicht einmal Landtagsabgeordneter gewesen. Aber Averbeck hätte ihm versichert, dass das schon werde. Kann Bakums Bürgermeister in die Zukunft sehen? Hüttemeyer könne das auch, gab er sich selbstbewusst, und rekonstruierte für die Anwesenden den 7. November, ein Freitag, im Jahr 2042.

Um 7 Uhr morgens starte Oberbürgermeister Tobias Averbeck in den Tag. Oberbürgermeister sei er, erklärte André Hüttemeyer sofort, da Bakum das mittlerweile insolvente Vechta übernommen und sich Bakum als Name für das neue Stadtgebiet durchgesetzt habe. Nach 20 Jahren Bürgermeister Kristian Kater (SPD) sei „keine Kohle mehr da“, erlaubte der CDU-Landtagsabgeordnete sich die Spitze und verschonte auch nicht die Parteifreunde in der (Noch?)-Kreisstadt: Diese hätten es schließlich in den 20 Jahren nicht geschafft, einen geeigneten Gegenkandidaten aufzustellen, um Kater abzulösen.

Bodenschwellen nur temporäre Lösung

Natürlich fand auch der aktuell stattfindende Rathaus-Neubau in der Geschichte seine Erwähnung. In 20 Jahren sei aufgrund der enormen Vergrößerung und des Aufstiegs zur Kreisstadt nämlich ein weiterer Neubau nötig. Es gebe ein erneutes Platzproblem, obwohl Averbeck nach der Übernahme Vechtas die Hälfte der Vechtaer Verwaltungsmitarbeitenden gekündigt habe. Denn: „100 Bakumer Verwaltungsmitarbeitende schaffen mehr als 240 Vechtaer.“ Dafür gab es prompt Applaus von den Tischen, an denen die aktuellen Bakumer Verwaltungsmitarbeitenden saßen.

Neben dem Bau einer Kläranlage in der von Hüttemeyer konstruierten Zukunft sowie der möglichen Tatsache, dass Meistermanns Korn dem Konkurrenten Rosche den Rang abläuft, muss Oberbürgermeister Tobias Averbeck am 7. November 2042 eine Anliegerversammlung in Vestrup besuchen. Dort wird sich laut Hüttemeyer in 20 Jahren die Arbeitsgruppe „Make Vestrups Kopfsteinpflaster great again“ gegründet haben, die fordert, dass die Ortsdurchfahrt wieder historisch wird. Jetzt im Sommer wich die unbeliebte Buckelpiste noch einer Asphaltierung.

Bürgermeister Tobias Averbeck gab zu, dass er viele der Ideen, die Hüttemeyer in seiner Rede zusammengetragen hatte, noch nicht hatte. Er würde aber ohnehin zunächst nur Langförden übernehmen wollen, sagte er mit einem Augenzwinkern. Während seiner Begrüßung kam Averbeck auf die temporär für den Herbstmarkt angelegten Bodenschwellen im Kreuzungsbereich an der Kirchstraße sowie die Geschwindigkeitsbegrenzung zu sprechen. Viele wünschten sich das als Dauerlösung, ließ er wissen und stellte in Aussicht, dass das Thema erneut an den Kreis herangetragen werde. 

Musikalische Begleitung: Die Bakumer Jagdhornbläser beendeten den offiziellen Teil des Frühschoppens mit Heil dir, o Oldenburg, ehe es zu dem gemütlichen Teil überging. Foto: C. MeyerMusikalische Begleitung: Die Bakumer Jagdhornbläser beendeten den offiziellen Teil des Frühschoppens mit "Heil dir, o Oldenburg", ehe es zu dem gemütlichen Teil überging. Foto: C. Meyer

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