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Brandserie in Löningen: Polizei hält sich noch bedeckt

Auf einem Video soll ein Tatverdächtiger zu sehen sein. Dass es bis auf eine Ausnahme keine Verletzten gab, ist vor allem dem beherzten Eingreifen der Feuerwehren und dreier Passanten zu verdanken.

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Schäden sind unübersehbar: Aus einem Mülltonnenfeuer wäre um ein Haar ein großer Gebäudebrand geworden. Foto: G. Meyer

Schäden sind unübersehbar: Aus einem Mülltonnenfeuer wäre um ein Haar ein großer Gebäudebrand geworden. Foto: G. Meyer

Wer hat die Brandserie in Löningen zu verantworten? Dieser Frage geht derzeit die Polizei nach. Nach außen hin halten sich die Ermittler bedeckt. Zu Gerüchten, dass bereits ein Tatverdächtiger bekannt sein soll, wollte sich Polizeisprecherin Simone Buse am Montag nicht äußern.

Buse verwies auf die laufenden Untersuchungen, die nicht gefährdet werden sollten. Die Polizei habe sich deshalb für eine zurückhaltende Berichterstattung entschieden. Nach von mehreren Seiten bestätigten OM-Online-Informationen soll mindestens ein möglicher Täter auf einem Überwachungsvideo zu sehen sein. Darauf soll deutlich zu erkennen sein, wie er mit einem Feuerzeug an einer Mülltonne hantiert. Einzelheiten dazu dürfte es in den kommenden Tagen geben.

In der Nacht zu Samstag (9. Juli) hatte es in der Löninger Innenstadt an gleich 7 Stellen gebrannt. Sie befanden sich laut Polizei allesamt in unmittelbarer örtlicher Nähe zueinander. So brannten in der Mühlenstraße zwei Mülltonnen beziehungsweise -container. Dabei sprang das Feuer auch auf einen Holzschuppen und in einem weiteren Fall auf ein Carport über. Beide Gebäude gerieten in Vollbrand. Durch die Hitze des Carportbrandes zersprangen Fenster im Erd- und Obergeschoss eines angrenzenden Mehrparteienwohnhauses sowie die eines gegenüberliegenden Restaurants. Gebrannt hat auch ein Mülleimer direkt vor dem St.-Vitus-Kindergarten. „Ich habe am Morgen davon erfahren und bin gleich hingefahren“, berichtet Leiterin Kira Reinert. Zum Glück habe sie keine Schäden an dem Gebäude feststellen können. Nur ein Baum in der Nähe sei ein wenig versengt worden. Ein Müllcontainer in der Bremer Straße sowie eine Mülltonne in der Lagestraße standen ebenfalls in Flammen.

70 Feuerwehrleute erleben schlaflose Nacht

Die Mitglieder der Freiwilligen Feuerwehr Löningen und ihre herbeigerufenen Kollegen aus Lastrup erlebten eine hektische und weitgehend schlaflose Nacht. Dass es etwa vor der Kita so glimpflich ablief, lag vor allem an Stadtbrandmeister Mario Radtke. Er hatte die unter einem Abdach brennenden Mülltonnen als Erster entdeckt und von der Einrichtung weggezerrt. Die Einsatzkräfte mussten sich zuallererst um die Sicherheit der Anwohner kümmern, die von den Vorgängen im Schlaf überrascht wurden. Ersthelfer Mario Radtke konnte anfangs auch auf die Unterstützung von drei jungen Passanten zurückgreifen. "Sie hatten zwar schon einiges an Alkohol getrunken, wurden beim Anblick der Feuer aber schnell wieder nüchtern." Gemeinsam schlugen sie Alarm und brachten Bewohner nach draußen. In einer Wohnung hatte das Feuer bereits die Scheiben eines Kinderzimmers zerstört. "Die Flammen schlugen voll hinein", berichtet Radtke. Durch einen glücklichen Zufall habe in dieser Nacht kein Kind in dem Zimmer geschlafen.

Um die Menschen zu befreien, öffneten die Kameraden mehrere Wohnungstüren auch mit Gewalt. Fast alle betroffenen Bewohner konnten die gefährlichen Bereiche unverletzt verlassen. Eine Person hatte allerdings zu viel Rauchgas eingeatmet und eine Kohlenmonoxidvergiftung erlitten. Insgesamt waren rund 70 Feuerwehrleute und 15 Löschfahrzeuge im Einsatz.

Die Höhe des Gesamtschadens beziffert die Polizei auf rund 60.000 Euro. Sie prüft nach eigenen Angaben derzeit die Brandursachen sowie mögliche Zusammenhänge zwischen den einzelnen Vorfällen. "Wir ermitteln mit Hochdruck und gehen sämtlichen Hinweisen nach", betont Simone Buse. Auch für sie deute vieles auf Brandstiftung hin.  „Während die Feuerwehr an einer Stelle löschte, wurden bereits anderswo neue Feuer gemeldet.“ Es sei daher gut möglich, dass der oder die Täter sich in der Nähe aufhielten, um die Situation zu beobachten.

  • Info: Wer Hinweise geben kann, wird gebeten, sich mit den Polizeidienststellen in Löningen und Cloppenburg in Verbindung zu setzen. Telefon 05432/803840 beziehungsweise 04471/18600.

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