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Boris Johnsons Phyrrussieg

Thema: Misstrauensvotum in London – Der britische Premierminister gilt trotz des überstandenen Misstrauensvotums in seiner Partei als angezählt. Aber: Der politische Clown ist für Überraschungen gut.

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Philipp Ebert

Philipp Ebert

Auch seinen politischen Untergang wird Boris Johnson wohl dereinst mit wehenden Fahnen zelebrieren: Nachdem er am Montagabend ein Misstrauensvotum in seiner Fraktion überstanden hat, trumpfte der politische Überlebenskünstler am Mittwoch rhetorisch im britischen Parlament auf: „Nichts und niemand“ werde ihn davon abhalten, Premierminister zu bleiben, sagte der Regierungschef. Und: Seine politische Karriere habe gerade erst begonnen.

Wenn es nach formalen Regeln geht, dann hat der Premier einstweilen die Ruhe auf seiner Seite. Nach den Regeln seiner Fraktion darf nun für ein weiteres Jahr kein Misstrauensvotum gegen ihn stattfinden.

Aber: Der Anteil der konservativen Abgeordneten, die am Montag gegen den eigenen Premierminister stimmten, war erdrückend hoch: 148 Tories stimmten gegen ihn, 211 für ihn. Im Klartext bedeutet das: 40 Prozent der Regierungsfraktion halten ihren politischen Führer für das falsche Zugpferd. Von jenen Konservativen, die nicht als Minister, Vize-Minister oder Staatssekretäre auf der Kabinettsliste Johnsons stehen (die ist in London deutlich umfangreicher als in Berlin) dürfte ein großer Teil gegen den Blondschopf gestimmt haben.

Experten waren sich deshalb schon am Montag einig: Das Votum für „Boris“ könnte ein Pyrrhussieg sein. Andere Premierminister jedenfalls, so hieß es allenthalben in den Londoner Kommentarspalten, hätten auch mit weniger Gegenwind nicht mehr in Westminster regieren können. Andererseits: Boris Johnson war bisher immer für Überraschungen gut.

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