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Boom: Angeln ist in Coronazeiten absolut angesagt

Für seine Prüfungen braucht auch der Fischereiverein für den Bezirk der Friesoyther Wasseracht nicht zu werben. Ausbilder Knut Tholen peppt die Theorie filmreif auf.

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Entspannend: In Coronazeiten steigt die Zahl der Prüfungen für einen Angelschein. Immer mehr Frauen sind dabei. Foto: dpa

Entspannend: In Coronazeiten steigt die Zahl der Prüfungen für einen Angelschein. Immer mehr Frauen sind dabei. Foto: dpa

Nach dem Mittagesssen geht es mit dem Fahrrad an die Gewässer, um nach Rechten zu sehen. Vielleicht fischt Knut Tholen auch noch sein Handy aus der Tasche und dreht einen kleinen Film, den seine Prüflinge in ihren Chat-Gruppen abrufen können. Nur trockene Theorie kommt für den Hauptgewässerwart des Fischereivereins für den Bezirk der Friesoyther Wasseracht nicht infrage, der sich auch in der Krise kreativ zeigt.

Rund 100 kleine ein bis drei Minuten Spots sind mittlerweile im Kasten. „Einen Oscar kann ich damit nicht gewinnen“, sagt der Ausbilder lachend, der seine Teilnehmer jedoch anschaulich informiert und fit für die Prüfung macht. Tholen erklärt beispielsweise, wie man eine Angel zusammenbaut, er sensibilisiert für Natur- und Tierschutz, behandelt den Fischbesatz oder nimmt live und in Farbe Gewässeruntersuchungen vor.

„Es darf längst nicht nur um den Adrenalin-Kick gehen, einen Fisch am Haken zu haben.“Knut Tholen, Hauptgewässerwart

Angeln boomt in Coronazeiten und für seine digitalen Fischereiprüfungen braucht der Verein nicht zu werben. „Ein Selbstläufer“, sagt Tholen,  der Wert auf die Aussage legt, dass es beim Angeln „eben längst nicht nur um den Adrenalin-Kick gehen darf, wenn ein Fisch am Haken hängt“, sondern dass Angler einen ganz besonderen Bezug zur Natur herstellen. Und jeder, der gerne und gekonnt angeln will, sollte sich die Zeit und Geduld nehmen, die Fischereiprüfung abzulegen. Sie ist die erforderliche Berechtigung dafür, die Angel auszuwerfen, unterstreicht der Ausbilder nachdrücklich und verweist auch auf „schwarze Schafe“, die ihm immer mal wieder ins Netz gehen.  

Immer mehr Frauen werfen die Angel aus

Knut Tholen, unter dessen Regie rund 3000 Teilnehmer in den vergangenen 25 Jahren ihren Angelschein entgegennahmen, registriert auch immer mehr Frauen. Nicht selten seien es Mütter, die ihre Söhne oder Töchter (zwischen acht und 13 Jahren) zu den Kursen begleiteten und selbst Lust auf das Hobby entwickelten. Zum Fischereiverein mit zehn Ortsgruppen, zählt auch eine Lady-Gruppe, „die mit jeder Menge Spaß dabei ist.“ Landesweit hat sich die Zahl der Prüfungen in Pandemiezeiten um 25 Prozent erhöht. 2020 haben von 6500 Personen rund 4500 ihre Prüfung online abgelegt. Wer sich aktuell dem Test unterziehen möchte, bekommt das Onlinematerial zur Verfügung gestellt. Während der Ausbildung gibt es festgelegte Termine, bei denen Tholen für Fragen und die praktische Gerätekunde zur Verfügung steht. Die Einhaltung der Abstände ist gewährleistet. Ein Lehrgang sollte nicht länger als sechs Wochen dauern und er endet vor dem Prüfungsausschuss des Landesfischereiverbandes Weser-Ems.

Knut Tholen selbst kommt in hiesigen Gefilden nicht ganz so häufig zum Angeln. Um wirkliche Ruhe und Muße dafür zu finden, fährt er mal nach Norwegen oder ködert Meerforellen in der Ostsee nahe Flensburg. „Wunderschöne Zeiten und das ist meine Passion“, verrät er. Fangen und filetieren ist für den Profi natürlich kein Problem, der die Vorbereitungen bis zur Pfanne trifft. „Dann ist meine Frau gefragt.“


Info:

  • Die Lehrgangsgebühren betragen 90 Euro und sind zu Beginn zu bezahlen. Der Termin wird jedem Teilnehmer individuell bekanntgegeben. Ein aktuelles Passfoto ist erforderlich.
  • Verbindliche Anmeldung an:  knut.tholen@ewetel.net oder Telefon  0160/92910530 (auch per WhatsApp)

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