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Boge atmet auf: Auftragslage hat sich erholt

Lange warfen viele Dammer sorgenvolle Blick auf Autozulieferer Boge Rubber & Plastics. Jetzt meldet die Gruppe bedeutende neue Aufträge. Das sieht nicht nur die Unternehmensspitze positiv.

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Es scheint aufwärts zu gehen: Aus der Boge-Unternehmenszentrale in Damme kommen gute Nachrichten hinsichtlich der Zahl der Aufträge, die die Gruppe an Land gezogen hat. Foto: Boge

Es scheint aufwärts zu gehen: Aus der Boge-Unternehmenszentrale in Damme kommen gute Nachrichten hinsichtlich der Zahl der Aufträge, die die Gruppe an Land gezogen hat. Foto: Boge

Eine gute Nachricht aus dem Unternehmen Boge Rubber & Plastics, nach eigenen Angaben ein global führender Anbieter für Schwingungstechnik und Kunststofflösungen in der Automobilindustrie: Die Auftragslage hat sich nach Angaben des Unternehmenssprechers Cord Witkowski im letzten Quartal des vergangenen Jahres deutlich erholt.

Global gesehen seien die Umsätze mit denen des 4. Quartals 2019 vergleichbar gewesen. Dabei sei jedoch zu erwähnen, dass die Automobilproduktion bereits in der 2. Jahreshälfte 2019 deutlich gegenüber 2017 und 2018 zurückging.

Globale Lieferketten sind noch instabil

Der Jahresstart 2021 sei allerdings durchwachsen gewesen, hieß es. In China sei die Boge-Auftragslage sehr gut, im Europa zufriedenstellend. Allerdings hätten Engpässe bei der Lieferung von Elektronikbauteilen und auch manch anderer Komponenten immer wieder für Produktionsstillstand gesorgt. Das offenbart ein Problem, von dem auch Boge betroffen ist: Die globalen Lieferketten sind noch immer instabil, was die Planbarkeit sehr erschwere.

Große Probleme gibt es in den Werken in Brasilien, Mexiko und den USA, die noch immer nicht ausgelastet seien. Auf dem amerikanischen Kontinent grassiere die Corona-Epedemie viel intensiver. Das wirke sich auf die dortigen Werke aus.

Als erfreulich bezeichnete Cord Witkowski, dass Boge "strategisch bedeutsame Neuaufträge für wesentliche Plattformen zukünftiger Antriebskonzepte, also batterieelektrischer sowie Plug-In-Hybrid-Fahrzeuge" erhalten habe.

"Insofern konnten wir im Laufe der schwierigen Monate des letzten Jahres unsere zukünftige Marktposition ausbauen."Cord Witkowski, Unternehmenssprecher

Zudem werde das überproportionale Wachstum im Kunststoffbereich durch eine Reihe bemerkenswerter Neuaufträge und Volumensteigerungen, auch am Standort Damme, gestützt. "Insofern konnten wir im Laufe der schwierigen Monate des letzten Jahres unsere zukünftige Marktposition ausbauen", teilte der Sprecher mit.

Mit Blick auf das angestrebte Wachstum sagte er weiter, allgemein "wird in einem herausfordernden Marktumfeld ein globales Wachstum von zirka 16 Prozent gegenüber dem sehr schwachen Jahr 2020 prognostiziert". Allerdings seien in der Prognose Unwägbarkeiten durch weitere Pandemiewellen, Engpässe bei den Komponenten oder Störungen in der Lieferkette nicht berücksichtigt.

Umsatz in 2020 ist noch nicht bekannt

Sie könnten aber kurzfristig die Produktion negativ beeinflussen. Die Rekordumsätze der Automobilbranche und ihrer Zulieferer aus dem 2018 würden vermutlich erst 2023 wieder erreicht.

Für 2018 hatte Boge einen Umsatz von 836 Millionen Euro gemeldet. Das Unternehmen hatte sich in den vergangenen Jahren hinsichtlich der Zuwachsprognosen der Marktforschungsinstitute stets leicht oberhalb des Branchentrends bewegt. Das sei auch das globale Ziel für dieses Jahr.

"Die gültigen Beschäftigungssicherungszusagen wurden dabei vollständig respektiert."Cord Witkowski, Boge-Unternehmenssprecher

Allerdings werde Boge in diesem Jahr auch nicht das Ergebnis aus 2019 erreichen. Damals belief sich der Jahresumsatz auf rund 795,3 Millionen Euro. Die Bilanz für das vergangene Geschäftsjahr liegt derzeit noch nicht vor. Das Unternehmen wird sie demnächst präsentieren.

Mit Blick auf die Arbeitsplatzsituation in Zeichen der Corona-Pandemie hieß es, die Monate massiver Kurzarbeit an den deutschen Standorten lägen hinter dem Unternehmen. Durch die natürliche Fluktuation und das Auslaufen von zeitlich befristeten Arbeitsverträgen habe Bode über die Monate der Pandemie hinweg die Zahl der Mitarbeiter angepasst.

"Die gültigen Beschäftigungssicherungszusagen wurden dabei vollständig respektiert", teilte Cord Witkowski mit. Die aktuelle Beschäftigtenzahl befinde sich im Einklang mit der derzeitigen Auslastung. Am Standort Damme mit der Unternehmenszentrale seien rund 950 Mitarbeiter tätig.


Über Boge

  • Die Boge-Gruppe zählt an 11 Standorten weltweit rund 4000 Beschäftigte. Die Standorte sind Damme, Simmern, Bonn (alle Deutschland), Trnava (Slowakei), Fontenay (Frankreich), Sorocaba (Brasilien), Hebron (USA), Qingpu, Zhuzhou, Wuxi (alle China) und San Luis Potosí (Mexiko). Der Eigentümer von Boge Rubber & Plastics ist die chinesische Gesellschaft Zhuzhou Times New Material Technology, die wiederum eine Tochtergesellschaft der China Railway Rolling Stock Corporation ist. Insgesamt beschäftigt der Konzern 165.000 Menschen.

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