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Böller und Raketen: Diese Regeln gelten im Landkreis Cloppenburg und Vechta

In einigen Kommunen wurden Feuerwerksverbotszonen eingerichtet. Auch bei der Müllentsorgung wird auf die Eigenverantwortung der Bürgerinnen und Bürger gesetzt.

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Symbolfoto: dpa

Symbolfoto: dpa

Erstmals seit 3 Jahren darf nach pandemiebedingter "Feuerpause" wieder geböllert werden. Während die Pyrotechnik-Branche einen Knaller-Umsatz erwartet, kritisieren Natur- und Tierschützer den Verkaufsstart. Die Polizei erwartet vermehrte Einsätze und auch die Krankenhäuser vor Ort stellen sich trotz akuter Überlastung auf eine harte Nacht ein. 

Für Feuerwerk-Fans war es eine positive Nachricht: Zum Jahreswechsel 2022/23 gibt es kein allgemeines Böllerverbot. Die Entscheidung liegt bei den Städten, Gemeinden und Landkreisen. Demnach haben einzelne Kommunen im Landkreis Cloppenburg Feuerwerksverbotszonen erlassen, wie beispielsweise die Stadt Cloppenburg. Dort dürfen keine pyrotechnischen Gegenstände der Kategorie 2, wie die üblichen Silvesterknaller, Raketen und Aufsätze für Schreckschusspistolen im Umfeld des Museumsdorfs abgebrannt werden. 

Auch in Friesoythe wurde eine Verbotszone für das Gewerbegebiet nördlich der Ellerbrocker Straße erlassen. Dies betrifft auch die Ledastraße, Elbestraße sowie die Jadestraße. Das Mitführen von pyrotechnischen Gegenständen ist in diesem Bereich verboten.

Im Kreisgebiet Vechta sind laut Angaben von Kreissprecher Jochen Steinkamp derzeit keine Feuerwerksverbotszonen bekannt. Grundsätzlich gilt in ganz Deutschland aber, dass in unmittelbarer Nähe (200 Meter) zu Kirchen, Krankenhäusern, Kinder- und Altenheimen sowie besonders brandgefährdeten Gebäuden keine Pyrotechnik abgebrannt werden darf. Konkret bedeutet das, dass in diesen Bereichen weder Böller noch Raketen gezündet werden dürfen. Auch die sogenannten "Himmelslaternen", die in Deutschland schon für so manchen Brand gesorgt haben, sind in Niedersachsen verboten.

Grafik: dpaZafirlisSchneiderGrafik: dpa/Zafirlis/Schneider

Und wohin mit dem Müll nach dem Böllern? Die Kreissprecher der beiden Landkreise Vechta und Cloppenburg erklären, dass jeder, der böllert, seinen Restmüll selbst ordentlich entsorgen muss und ihn nicht auf der Straße liegen lassen darf. Diese Eigenverantwortung gelte auch für Organisatoren größerer Silvesterfeiern.

Dass dieses Jahr wieder geböllert werden kann, bedeutet für die Polizei und Krankenhäuser vor Ort mehr Arbeit. Die Polizeiinspektion Cloppenburg/Vechta rechnet damit, dass es aufgrund der Verwendung von Feuerwerkskörpern zu mehr Einsätzen kommen wird. Auch die Krankenhäuser vor Ort zeigen sich besorgt. "Die Notaufnahme ist momentan aufgrund der hohen Zahl an Erkrankten mit Atemwegserkrankungen und anderen Infektionen sehr stark frequentiert", erklärt Aloys Muhle, Geschäftsführer des St.-Marienhospitals Vechta. Die hohe Inanspruchnahme führe ohnehin schon zu Wartezeiten für alle Patienten. "Wir hoffen daher, dass sich Menschen an Silvester nicht bewusst in Situationen bringen, die Verletzungen mit sich bringen könnten, und dementsprechend zum Beispiel auf das Abbrennen von Feuerwerk verzichten", sagt Muhle. 

Auch Luiza Landwehr, Vorsitzende des Nabu Cloppenburgs, ist besorgt. Sie wünscht sich mehr Rücksichtnahme auf Tiere und Umwelt. Sie rät, Feuerwerkskörper nicht in der Nähe von Wäldern zu zünden, da dies nicht nur die Tiere erschrecke, sondern auch eine erhöhte Brandgefahr mit sich bringe. Der Nabu macht zudem auch auf die hohe Feinstaubbelastung aufmerksam. Durch den Einsatz von Feuerwerkskörpern würde eine 20-fach höhere Belastung entstehen, als die von der Weltgesundheitsorganisation (WHO) festgelegten 50 Mikrogramm. 


Tipps der Feuerwehr:

  • Nutzen Sie niemals illegales oder selbst hergestelltes Feuerwerk. Zugelassenes Feuerwerk muss eine „CE-Kennzeichnung“ mit BAM-Kennziffer „0589“ aufweisen
  • Starten Sie Raketen niemals aus der Hand heraus, sondern aus leeren Flaschen, welche in einem Getränkekasten sicher auf dem Boden stehen
  • Kein Feuerwerk auf Balkonen abbrennen
  • Nicht gestartete Feuerwerkskörper niemals erneut zünden
  • Feuerwerkskörper niemals am Körper aufbewahren, also nicht in Hosen-/Jackentaschen stecken
  • In der Silvesternacht alle Fenster und Lüftungsklappen schließen, sowie brennbare Gegenstände von Balkonen und Terrassen entfernen
  • Abgebrannte Feuerwerkskörper müssen vollständig abgekühlt sein, bevor sie im Hausmüll entsorgt werden.

Während Krankenhäuser und Naturschützer auf einen besonnenen Einsatz von Feuerwerkskörpern hoffen, erwartet der Bundesverband Pyrotechnik in den kommenden Tagen eine große Nachfrage nach Böllern und Raketen für die Silvesternacht. „Es zeichnet sich ab, dass die Nachfrage höher denn je ist“, sagte der Verbandsvorsitzende Ingo Schubert. In den deutsch-niederländischen Grenzregionen wird ebenfalls eine große Nachfrage erwartet. Der Geschäftsführer des Einzelhandelsverbands Ostfriesland, Johann Doden, geht davon aus, dass es regen Verkehr an der Grenze geben werde. Es handle sich in diesem Jahr um einen regelrechten "Feuerwerkstourismus". 


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