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Blockheizkraft in Steinfeld läuft wieder

Nach einem neuerlichen Motorschaden stand die Anlage 11 Monate still. Die Wiederinbetriebsetzung kostete 97.000 Euro. Jetzt hofft die Gemeinde auf einen Restart mit Langzeiteffekt.

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Ein Sorgenkind: Immer wieder hatte die Gemeinde Steinfeld in der Vergangenheit Probleme mit ihrem Blockheizkraftwerk am Hallenbad. Nach dem Austausch des Motors hoffen die Verantwortlichen im Rathaus, dass nun alles gut ist. Archivfoto: Timphaus

Ein Sorgenkind: Immer wieder hatte die Gemeinde Steinfeld in der Vergangenheit Probleme mit ihrem Blockheizkraftwerk am Hallenbad. Nach dem Austausch des Motors hoffen die Verantwortlichen im Rathaus, dass nun alles gut ist. Archivfoto: Timphaus

Das Blockheizkraftwerk (BHKW) am Hallenbad in Steinfeld läuft seit knapp 1,5 Monaten wieder – und die Verantwortlichen im Rathaus hoffen, dass es sich diesmal um einen Restart mit Langzeiteffekt handelt. Wie Marcel Ruwe, Geschäftsführer der gemeindeeigenen Wärmeversorgung GmbH, auf Anfrage mitteilt, hat die Anlage am 3. Dezember 2020 den Wiederbetrieb aufgenommen – nach 11-monatigem Stillstand.

Das BHWK verfügt nach Angaben von Ruwe jetzt über einen 140 Kilowatt starken 6-Zylinder-Motor des Herstellers MAN. „Dieser ersetzt den bisher sehr störanfälligen 4-Zylinder-Motor mit Turboaufladung von Liebherr.“ Zudem sei der Stromgenerator umfassend überholt worden, sagt Ruwe.

Die Anlage, die die Sport- und Schwimmhalle, das Rathaus sowie die Don-Bosco-Schule und die St.-Johannes-Schule mit Wärme und Strom versorgen soll, war sei dem 4. Januar 2020 nach einem neuerlichen Motorschaden außer Betrieb. Es handelte sich laut dem Wärmeversorgung-Geschäftsführer um den 3. Ausfall dieser Art "mit einem ähnlichen Schadensbild". Das Wartungsunternehmen analysierte im Anschluss zunächst eine gerissene Laufbuchse im Zylinder 1 als Ursache für die Havarie.

Eigenbetrieb ruft 90.000 Euro aus Darlehn ab

Die Gesellschafterversammlung des kommunalen Eigenbetriebs hatte sich daraufhin im Februar des vergangenen Jahres gegen eine Reparatur des defekten Motors entschieden. Stattdessen sollte ein komplett neues Blockheizkraftwerk angeschafft werden.

Der Gemeinderat gewährte dem kommunalen Eigenbetrieb im April des vergangenen Jahres ein Darlehn in Höhe von 210.000 Euro. Zur Vorfinanzierung habe die Wärmeversorgung GmbH laut Ruwe davon 90.000 Euro abgerufen. Weiter sagt er: "Einen Versorgungsausfall hat es bei den angeschlossenen Wärmekunden nicht gegeben."

Planänderung sorgt für Verzögerung

Ruwe teilt mit, dass der in der ersten Jahreshälfte 2020 forcierte Komplettaustausch des BHKW aufgrund des drohenden Entfalls der Einspeisevergütung nach dem Erneuerbare Energien Gesetz (EEG) nicht möglich gewesen sei, "weshalb leider eine Umplanung mit entsprechender Zeitverzögerung erfolgte". Die Kosten für die Wiederinbetriebsetzung, die vor der Planänderung ursprünglich im September erfolgen sollte, beliefen sich nach seinen Angaben auf rund 97.000 Euro.

Der Schaden sei frühzeitig bei der Versicherung angemeldet worden. "Eine abschließende Schadensabwicklung liegt noch nicht vor, da eine komplette Begutachtung des defekten Motorblocks erst im ausgebauten Zustand in einer Werkstatt möglich war." Der Abtransport dieses Motors sei erst im Rahmen der Reparaturarbeiten erfolgt.

Entscheidung in Rechtsstreiten steht weiter aus

Keine Weiterentwicklung gibt es bezüglich der Rechtsstreitigkeiten zur Schadensregulierung nach dem Motorschaden vom November 2014. Damals war die Anlage nach immer wiederkehrenden Defekten endgültig ausgefallen. Die Reparaturen zogen sich mehr als ein Jahr hin, auch weil unklar war und ist, wer für den Schaden aufkommen muss.

"Zu den anhängigen Gerichtsverfahren beim Landgericht Oldenburg liegen leider noch immer keine abschließenden Urteile vor", sagt Ruwe. Eine Prognose, wann eine Entscheidung fällt, will er nicht mehr abgeben. Die Wärmeversorgung GmbH streitet sich mit dem Auftraggeber, dieser liegt mit dem Anlagenhersteller im Clinch.

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