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Blitzschnell: 10.000 Euro für Jakovs Begräbnis

Die Spendenaktion für den in Rhauderfehn ertrunkenen Jungen hilft der Familie, die in ihre Heimat Moldawien zurückkehren möchte. Mit dem Geld können sie die Überführung und das Begräbnis bezahlen.

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Sagt Danke: 10.000 Euro sind auf dem Spendenkonto eingegangen, das Nina Fresemann eingerichtet hatte. Foto: Radtke

Sagt Danke: 10.000 Euro sind auf dem Spendenkonto eingegangen, das Nina Fresemann eingerichtet hatte. Foto: Radtke

Eine Blitz-Hilfsaktion für die Eltern des vor acht Tagen im Hahnentanger See in Westrhauderfehn ertrunkenen Jakov (4) sorgt für Aufsehen: Hunderte zahlten auf das Spendenkonto ein, manche gaben 50 Cent oder ein paar Euro, andere bis zu 1500 Euro. Binnen fünf Tagen kamen so 10.000 Euro zusammen. Am Mittwoch wird das Geld überwiesen. Die Überführung des Leichnams und seine Bestattung im Herkunftsland des Jungen sind damit gesichert.

Ein aus Moldawien stammendes Ehepaar, das einen Asylantrag gestellt hat, seit 2018 in Deutschland geduldet und im Rhhauderfehner Ortsteil Hahnentange ansässig ist, hatte am vorletzten Sonntag mit seinen zwei kleinen Kindern einen Ausflug an den Hahnentanger See unternommen. Der vierjährige Jakov war dort unbemerkt ins Wasser gefallen und ertrunken. Der Junge soll nun in Moldawien beigesetzt werden. Die Familie wird mit ihm am Mittwoch Deutschland für immer verlassen und in die Republik Moldau zurückkehren.

So, wie viele andere Menschen in der Region, hat das Schicksal der moldawischen Familie auch die im saterländischen Sedelsberg lebende Nina Fresemann (37) und deren 18-jährigen Sohn Niklas zutiefst berührt. Sie habe einst selbst drei Jahre mit ihren Kindern unweit des Hahnentanger Sees gewohnt.

Ihr Sohn habe noch immer enge Kontakte dorthin und zu Wochenbeginn zunächst mit Freunden versucht, in Hahnentange bei Anwohnern Spenden für die Eltern des ertrunkenen Jungen einzuwerben. Sie seien dabei aber, so berichtet es Nina Fresemann, auf schroffe Ablehnung gestoßen.

"Doch dann entwickelte die Aktion eine Eigendynamik. Dann ist es richtig explodiert."Nina Fresemann

Sie habe dann ein Spendenaufruf-Video erstellt und bei Facebook veröffentlicht, schildert die 37-Jährige die weitere Entwicklung. Sie habe am Mittwoch vergangener Woche ein Spendenkonto beim Online-Bezahldienst PayPal eingerichtet und es nach fünf Tagen am Sonntag geschlossen. Mehr als 21.000 mal wurde das Video bis zum Sonntag von Internetnutzern angeklickt.

"Ich hatte mit einem Erlös von 250 Euro gerechnet. Anfangs schien es, als werde es auch darauf hinauslaufen. Doch dann entwickelte die Aktion eine Eigendynamik. Dann ist es richtig explodiert", freut sich Nina Fresemann.

6000 Euro landeten auf dem PayPay-Konto

Mehr als 6000 Euro waren am Sonntagmittag auf das PayPal-Konto eingezahlt worden. Weitere mehr als 3000 Euro in bar waren in Briefumschlägen bei Familie Fresemann abgegeben oder in deren Briefkasten geworfen worden.

Der von den Fresemanns auf 10.000 Euro aufgestockte Gesamtbetrag wird am Mittwoch zweckgebunden auf das Konto des Großvaters des kleinen Jakovs in Moldawien überwiesen, versichert die 37-jährige Sedelsbergerin.

Doch es geht nach dem Tod des kleines Jakovs nicht nur ums Geld: Der von der Gemeinde Rhauderfehn beauftragte Fehntjer Bestatter Werner Hamel sagt auf Nachfrage, auch das in diesem traurigen Fall gute Miteinander von Nachbarn, Übersetzern und der Gemeinde Rhauderfehn sei für ihn sehr beeindruckend.

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