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Blättern statt scrollen: Schüler starten Zeitungsprojekt

Das Interesse an echten Nachrichten ist auch bei Jugendlichen groß. In Lindern steht das Thema Medienkompetenz derzeit ganz oben auf dem Lehrplan.

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Ganz schön viel Papier: Die Oberschüler vertieften sich aber schnell in die Lektüre der Münsterländischen Tageszeitung.   Foto: Farah Al Dakhail

Ganz schön viel Papier: Die Oberschüler vertieften sich aber schnell in die Lektüre der Münsterländischen Tageszeitung.   Foto: Farah Al Dakhail

Zeitungsleser wissen mehr. Doch Linderns Oberschüler sind auch nicht auf den Kopf gefallen. Und das, obwohl nur wenige von ihnen regelmäßig zum bedruckten Papier greifen. 2 Wochen lang tun sie es jetzt doch. Beim Zeitungsflirt mit OM-Medien lautet die Devise "blättern statt scrollen".

Und das ist für die meisten Achtklässler eine eher ungewohnte Handbewegung. Nach aktuellen Daten der Online-Plattform Statista stehen die sogenannten Printmedien bei Jugendlichen nicht mehr allzu hoch im Kurs. Outete sich im Jahr 2004 fast die Hälfte der 12- bis 19-Jährigen als Zeitungsleser, sank ihr Anteil bis 2021 auf gerade noch 13 Prozent. Das  Marktforschungsunternehmen Youngcom zeichnet ein etwas weniger düsteres Bild und stellt in einer Umfrage fest, dass junge Leute sich durchaus nicht nur online informieren. 35 Prozent der Befragten bezeichneten die Tageszeitung  sogar als ihr beliebtestes Printmedium.

Ob die Tage der gedruckten Nachrichten bald gezählt sind, dürften auch die jugendlichen Leser in Lindern entscheiden. Redakteur Georg Meyer stellte ihnen den Tagesablauf bei den Blattmachern vor. Anschließend drehten die Schüler den Spieß um und baten den Reporter zum Interview. Ausgespart wurde dabei nichts. Auch nicht das Thema "Fake News". Meyer hat da eine klare Haltung. Des Spektakels wegen die Tatsachen zu verfälschen, das gehe gar nicht, befand der 48-Jährige. Er räumte ein, dass auch ihm im Berufsalltag Fehler unterliefen. "Die sind immer ärgerlich, aber unbeabsichtigt." Für Journalisten sei die genaue Überprüfung der Informationen und das Einholen verschiedener Meinungen deshalb ganz besonders wichtig. Immerhin: Trotz mancher Pannen genießen regionale Tageszeitungen weiterhin eine hohe Glaubwürdigkeit. 2021 vertrauten laut Statista 66 Prozent der Bürger ihren Inhalten.

Verlage setzen verstärkt auf digitale Angebote

Beim Stöbern im Blätterwald machen die Schüler jetzt täglich neue Entdeckungen. Medien konsumieren sie normalerweise überwiegend digital. Soziale Netzwerke und Videoportale wie Instagram und Tik-Tok stehen in der Beliebtheit ganz weit oben. Wie gut diese wirklich informieren, ist aber umstritten. "Eine Zeitungsseite kann Nachrichten gemäß ihrer Relevanz einordnen", erklärt Meyer. Das gelänge der digitalen Konkurrenz nicht so gut. "Beim Scrollen ist jede Meldung gleich viel wert. Auch die weniger wichtigen." Am Internet kämen aber auch die Zeitungsverlage schon lange nicht mehr vorbei.  OM-Medien etwa hat inzwischen eine Vielzahl unterschiedlicher digitaler Produkte entwickelt. Das Angebot reicht von der News-App bis zum Podcast.

Zurück zur Zeitung: In den nächsten Tagen lernen die Achtklässler die verschiedenen Rubriken kennen, schreiben selbst Artikel und gestalten auch eine eigene Seite. Bei den Schülern kommt das Projekt gut an. „Sie sind sehr interessiert und bringen sich ein“, bestätigen die verantwortlichen Klassenlehrerinnen Wibke Krassen und Andrea Hanke-von Hammel.

Um den Kontakt mit den Schulen nach der Pandemie wieder zu intensivieren, bringt OM-Medien derzeit ein digitales Projekt auf den Weg. Es richtet sich an die Klassen 5 bis 10 aller Schulformen. Ziel ist, die Schülerinnen und Schüler zu Medien- und Rechercheprofis zu machen. Dabei lernen sie unter anderem, sich mit vertrauenswürdigen Quellen auseinanderzusetzen, um Desinformationen leichter zu erkennen. Im Juni erhalten die Schulen dazu Post und können sich danach anmelden. Der Start erfolgt im Herbst.

OM-hilft -  Helfen Sie mit! Das Oldenburger Münsterland hilft den Geflüchteten aus der Ukraine. Hilfsinitiativen, Wohlfahrtsorganisationen und viele mittelständische Unternehmen sind bereits dabei, die Hilfe vor Ort zu koordinieren. Und auch Sie können sich beteiligen. Wie und Wo? Das sagt Ihnen  die Webseite om- hilft.org

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