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Bistum Münster will Ehrenamtliche bei Diskussion über Reform einbinden

Weniger Gläubige, Geldsorgen, kaum Nachwuchs beim Personal: Der Bischof will mit Katholiken über eine Neuaufstellung beraten. Werden dabei erneut Gemeinden zusammengelegt?

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Gottesdienste wird es in der Kirche immer geben. Wie aber die Strukturen der Zukunft aussehen, dass wird sich zeigen. Foto: Ebert

Gottesdienste wird es in der Kirche immer geben. Wie aber die Strukturen der Zukunft aussehen, dass wird sich zeigen. Foto: Ebert

Auf die Katholiken im Bistum Münster kommen Strukturreformen zu. Das ist seit gestern klar. In einer Pressemitteilung des Bistums hieß es, es solle "einen Prozess zur Weiterentwicklung der pastoralen Strukturen" geben. Das habe Bischof Dr. Felix Genn in einem Schreiben angekündigt. Demnach solle der Prozess spätestens bis zum Jahresende 2022 zu Ergebnissen kommen. Ziel sei es, dabei Haupt- und Ehrenamtliche einzubinden – in Form von "Räten und Gremien auf diözesaner, regionaler und pfarrlicher Ebene".

Die Gründe für diese angestrebten Strukturreformen kommen wenig überraschend: Weniger Geld, weniger Nachwuchs beim Personal, weniger Gläubige. Bischof Genn lässt sich dazu in der Mitteilung so zitieren: "Die Zusammenschau all dieser Faktoren verdeutlicht, dass wir einmal mehr vor der Herausforderung stehen, wie die Seelsorge in unserem Bistum gestaltet werden kann". Im Kern bewege ihn die Frage, erklärt Genn schriftlich, "wie wir als Bistum Münster in Zukunft lebendig Kirche sein wollen und können, selbst wenn unsere personellen und wirtschaftlichen Ressourcen deutlich schwinden".

Dabei erinnert der Oberhirte von Münster daran, dass es auch in den vergangenen Jahren durchaus strukturelle und inhaltliche Reform- und Dialogprozesse gab: etwa die Entwicklung des Diözesanpastoralplans oder die Erstellung lokaler Pastoralpläne in den einzelnen Pfarreien. Diese waren allerorten im Bistum von Laien und Hauptamtlichen erarbeitet worden.

Welche Ergebnisse am Ende stehen – das ist noch offen 

Zudem, teilt das Bistum in seiner Pressemitteilung weiter mit, habe der Diözesanrat bereits 2019 Festlegungen zu den "Prioritäten und Posterioritäten" der Seelsorge im Bistum Münster erstellt. Ebenfalls 2019 seien die Überlegungen zu den verschiedenen Leitungsformen von Pfarreien und Gemeinden veröffentlicht worden. Ziel sei es dabei immer, "das Wort Gottes menschennah zu verkünden", betont der Bischof laut Mitteilung. Pastorales Handeln müsse weiterentwickelt werden, "damit die Kirche und ihre Seelsorge auch in Zukunft relevant für das Leben von Menschen bleiben".

Welche Ergebnisse genau am Ende dieses Prozesses stehen sollen – wie also etwa Gemeindestrukturen in Zukunft aussehen könnten – das sei offen, schreibt das Bistum. Es lägen "noch keine festgeschriebenen Ergebnisse vor". Vielmehr bedürfe es dazu "neben der Leitungsentscheidung und Führungsverantwortung" auch der "Beteiligung und Partizipation" der Akteure vor Ort. Derzeit würden Skizzen als Gesprächsgrundlage vorbereitet, heißt es.

Kommt es erneut zu Fusionen bei den Gemeinden?

Sofern es die Pandemie zulässt, sollen ab der zweiten Jahreshälfte Räte und Gremien auf Bistumsebene die Zukunftsfragen erörtern. Dabei sollen Haupt- und Ehrenamtliche zu Wort kommen. Auch im Offizialatsbezirk Oldenburg sowie auf Kreis- beziehungsweise Stadtdekanatsebene soll es demnach im Herbst Veranstaltungen geben.

Doch: Bedeutet der Reformprozess, dass nun weitere Fusionen von Gemeinden auf die Katholiken im Bistum zukommen? "Nein", sagt Pressesprecher Stephan Kronenburg auf Anfrage von OM online. Bischof Genn habe stets betont, in seiner Amtszeit werde es keine weiteren Fusionen geben. Genn ist 71 Jahre alt. Kirchenrechtlich sind Bischöfe verpflichtet, dem Papst spätestens mit 75 Jahren ihren Rücktritt anzubieten. Etwaige Fusionen nach 2025 sind damit jedenfalls im Grundsatz nicht ausgeschlossen.

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