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Bistum Münster stellt 150.000 Euro für Corona-Nothilfe zur Verfügung

Das Geld soll die Lage in Lateinamerika verbessern, ein Großteil geht nach Manaus am Amazonas. Münsters Bischof Felix Genn wirbt für mehr Solidarität und Sorge füreinander.

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Corona-Krise in Manaus: Essensausgabe mit Erzbischof Dom Leonardo Steiner (rechts). Der 28-jährige Jesus Parra ist mit seiner kranken Frau und seinen beiden Kindern aus Venezuela geflohen und nimmt die einzige warme Mahlzeit des Tages dankbar an. Foto: Adveniat/Kopp

Corona-Krise in Manaus: Essensausgabe mit Erzbischof Dom Leonardo Steiner (rechts). Der 28-jährige Jesus Parra ist mit seiner kranken Frau und seinen beiden Kindern aus Venezuela geflohen und nimmt die einzige warme Mahlzeit des Tages dankbar an. Foto: Adveniat/Kopp

Rund 42 Millionen Menschen haben sich bisher in Lateinamerika und der Karibik mit dem Coronavirus infiziert, über 1,4 Millionen Menschen sind an und mit Corona gestorben. Besorgniserregend ist vor allem die Situation in Brasilien. Deshalb hat das Bistum Münster jetzt 150.000 Euro für die Corona-Nothilfe des Lateinamerika-Hilfswerkes Adveniat zur Verfügung gestellt, wie aus einer Pressemitteilung hervorgeht. Ein großer Teil davon geht demnach an die Corona-Nothilfe der Caritas im Erzbistum Manaus am Amazonas. Mit dem Geld soll vor allem der indigenen Bevölkerung geholfen werden.

„Die Corona-Pandemie muss ein Weckruf sein für mehr Solidarität und mehr Sorge für einander“, betont Münsters Bischof Dr. Felix Genn. „Es ist uns nicht gelungen, die Pandemie als solidarische Weltgesellschaft zu bekämpfen. Nationale Interessen standen und stehen im Mittelpunkt. Das ist nicht nur unchristlich, sondern auch unklug“, sagt Genn. Christinnen und Christen sollten nicht nur mehr globale Gerechtigkeit fordern, sondern diese auch leben. „Adveniat steht in diesem Sinne nicht nur an der Seite der Armen und Entrechteten in Lateinamerika, sondern mitten unter ihnen“, sagt der Bischof von Münster. „Ich habe vor 2 Jahren selbst vor Ort erleben können, wie groß die Not der Menschen am Amazonas ist. Und ich habe erfahren, wie wichtig die Arbeit der Kirche und von Adveniat dort ist.“

"Wir helfen so den Ärmsten, die durch die Pandemie oft in einer noch hoffnungsloseren Lage sind.“Dr. Felix Genn, Bischof Münster

Unter dem Motto „ÜberLeben in der Stadt“ findet die bundesweite Eröffnung der Weihnachtsaktion der katholischen Kirche am ersten Advent in Münster statt. „Vor diesem Hintergrund ist es mir auch ein sehr persönliches Anliegen, das unser Bistum die wertvolle Arbeit der Caritas des Erzbistums Manaus zugunsten der Indigenen und im Kampf gegen die Pandemie unterstützt. Wir helfen so den Ärmsten, die durch die Pandemie oft in einer noch hoffnungsloseren Lage sind“, unterstreicht Bischof Genn. 

Manaus hat große soziale Probleme: Gewalt, Armut, Prekarisierung. Die Kirche muss zu den Menschen gehen, wie es der Papst gesagt hat“, betont auch der Erzbischof von Manaus, Dom Leonardo Steiner, der als Gast zur Adveniat-Aktionseröffnung nach Münster kommen wird. „Der Erzbischof ist einer, der mit anpackt. Mit Maske und Schutzkleidung reicht er den Obdachlosen ihr Mahl, das sie auf den Stufen einer Kirche im Stadtzentrum hungrig essen“, heißt es in der Pressemitteilung weiter.

„Ohne die Spenden müssten viele Menschen Hunger leiden.“Dom Leonardo Steiner, Erzbischof Manaus

Als die Corona-Pandemie in Manaus wütete, startete Dom Leonardo Spendenaufrufe für den Kauf von klinischem Sauerstoff. Dieser war in den Hospitälern knapp geworden. Der Erzbischof selbst half, die dringend benötigten Gaszylinder zu verteilen. „Als Mitglied des Franziskanerordens ist es meine Pflicht, unter die Menschen zu gehen, dorthin, wo es schmerzt“, sagt er.

Unterstützt vom Lateinamerika-Hilfswerk Adveniat und dem Bistum Münster versorgt die Kirche in der Pandemie außerdem rund 40.000 Menschen mit Lebensmittelpaketen. „Ohne die Spenden müssten viele Menschen Hunger leiden“, berichtet Dom Leonardo. „Ich bewundere die Großzügigkeit der Deutschen sehr und bin dankbar, dass das Bistum Münster und Adveniat in der Corona-Pandemie mit uns an der Seite der Armen stehen, die dem Virus schutzlos ausgeliefert sind.“

„Wir erleben durch die Pandemie nun seit eineinhalb Jahren bewusster denn je, dass kein Virus vor Grenzen Halt macht."Tanja Himer, Adveniat-Geschäftsführerin

„Wir sind dem Bistum Münster sehr dankbar für die großzügige Unterstützung der Corona-Nothilfe“, sagt Adveniat-Geschäftsführerin Tanja Himer in der Mitteilung. „Wir erleben durch die Pandemie nun seit eineinhalb Jahren bewusster denn je, dass kein Virus vor Grenzen Halt macht. Wie Bischof Genn gesagt hat, ist es alternativlos, endlich als globale Solidargemeinschaft zu denken und vor allem zu handeln“, unterstreicht auch die Adveniat-Geschäftsführerin.

Neben 80.000 Euro für die Corona-Nothilfe im brasilianischen Manaus, gingen aufgrund der partnerschaftlichen Verbundenheit zwischen den Bistümern Münster und Tula 70.000 Euro in Projekte in Mexiko. Unter anderem wird damit die Arbeit mit Geflüchteten gefördert. „Wir freuen uns bereits jetzt auf die bundesweite Eröffnung der Adveniat-Aktion im Bistum Münster und sind neben der großen finanziellen Unterstützung schlichtweg begeistert über das große Engagement der Fachstelle Weltkirche, zahlreicher Bildungseinrichtungen und weltkirchlicher Gruppen und der jungen Menschen, die einen Freiwilligendienst in Mexiko gemacht haben.“

OM-hilft -  Helfen Sie mit! Das Oldenburger Münsterland hilft den Geflüchteten aus der Ukraine. Hilfsinitiativen, Wohlfahrtsorganisationen und viele mittelständische Unternehmen sind bereits dabei, die Hilfe vor Ort zu koordinieren. Und auch Sie können sich beteiligen. Wie und Wo? Das sagt Ihnen  die Webseite om- hilft.org

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