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Bistum ändert Arbeitsrecht: Neue Regeln für Homosexuelle und Geschiedene

Geschiedene, Homosexuelle und Unverheiratete müssen im Bistum Münster nicht mehr mit einer Entlassung rechnen. Die Änderungen sollen zum 1. Januar in Kraft treten.

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Das Arbeitsrecht im Bistum Münster wird geändert. Symbolfoto: dpa

Das Arbeitsrecht im Bistum Münster wird geändert. Symbolfoto: dpa

Homosexuelle oder Geschiedene, die in kirchlichen Einrichtungen arbeiten, haben zukünftig keine Konsequenzen mehr bei ihrer Arbeit zu befürchten. Das Bistum Münster ändert zum 1. Januar 2023 die Grundordnung. Wie Bischof Dr. Felix Genn am Montag mitteilt, werden Änderungen, die der Ständige Rat der Deutschen Bischofskonferenz im November beschlossen hat, dann im Bistum umgesetzt.

Konkret bedeutet dies, dass die private Lebensgestaltung keiner rechtlichen Bewertung mehr unterliegt. Mitarbeiter der Kirche müssen also, wenn sie unverheiratet in einer Beziehung zusammenleben, in einer gleichgeschlechtlichen Beziehung sind oder nach einer Scheidung erneut heiraten, keine Konsequenzen mehr befürchten. 

Damit können die kirchlichen Mitarbeiter "unabhängig von ihren konkreten Aufgaben, ihrer Herkunft, ihrer Religion, ihrem Alter, ihrer Behinderung, ihrem Geschlecht, ihrer sexuellen Identität und ihrer Lebensform die Liebe Gottes und damit eine den Menschen dienende Kirche repräsentieren". So steht es in der Grundordnung.

Auch Religionszugehörigkeit soll bei der Einstellung keine Rolle mehr spielen

Bisher drohte diesen Mitarbeitenden grundsätzlich in der katholischen Kirche die Entlassung. Im Bistum Münster gab es für die nicht pastoralen Mitarbeitenden auch schon in den vergangenen Jahren keine Konsequenzen mehr. Die neuen Regeln gelten nicht für Priester und Diakone – aufgrund ihres Weiheamtes.

Daneben soll im Bistum Münster zukünftig auch die Religionszugehörigkeit bei der Einstellung keine Rolle mehr spielen. In der Mitteilung des Bistums heißt es, dass aber von allen Mitarbeitenden im Rahmen ihrer Tätigkeit die Identifikation mit den Zielen und Werten der katholischen Einrichtung erwartet wird. Es gibt aber Ausnahmen: Die Religionszugehörigkeit ist zukünftig für bestimmte Positionen weiter erforderlich. Diese gelten für pastorale und katechetische Dienste und für "diejenigen Tätigkeiten, die das katholische Profil der Einrichtung inhaltlich prägen, mitverantworten und nach außen repräsentieren".

Bischof Felix Genn begrüßt die Änderungen im Arbeitsrecht. Foto: dpaBischof Felix Genn begrüßt die Änderungen im Arbeitsrecht. Foto: dpa

Bischof Genn sieht laut der Mitteilung des Bistums die Änderungen als einen wichtigen Schritt. "Die Kirche muss ein angstfreier Raum sein, auch und gerade für die Mitarbeitenden", wird Genn zitiert.

Weiter gilt im Bistum Münster: Der Austritt aus der katholischen Kirche bleibt ein Kündigungsgrund.

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