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Bischöfe machen zu Weihnachten Hoffnung in der Krise

Die Kirchen erleben das zweite Weihnachtsfest unter dem Unstern von Corona. Die Oberhirten erinnern in ihren Predigten daran, dass es trotz der komplizierten Lage um eine einfache Botschaft geht.

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Foto: dpa/Gentsch

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Die evangelischen und katholischen Bischöfe in Niedersachsen haben in ihren Weihnachtspredigten den Menschen Mut in der Krise gemacht. "Wir leben nicht in der Apokalypse, auch wenn manche politischen Stellungnahmen so klingen, mit: ,Alles wird schlimmer' oder ,extreme Lage'. Wir leben nicht in der Apokalypse, sondern in der Weihnachtszeit", sagte der evangelische Landesbischof von Hannover, Ralf Meister, an Heiligabend in der Marktkirche. Das sei die Zeit eines radikal neuen Beginns. Apokalyptische Angst verändere kein Verhalten, betonte er. "Das kann nur die Hoffnung. Die Zuversicht auf eine andere Zeit."

Für die Kirchengemeinden in Niedersachsen und Bremen bedeutete das zweite Weihnachtsfest unter Corona erneut Einschränkungen: viele Sitzplätze in den Kirchen waren gesperrt, Gesang und Musik waren beschränkt. So wurden viele Gottesdienste und Krippenspiele ins Freie verlegt. In Stuhr bei Bremen hielt ein Pastor auf einem Treckergespann Andachten an vier Orten seiner Gemeinde.

Stille Seite zum Weihnachtsfest

Meister sagte, jedes Jahr gebe es zum Weihnachtsfest eine stille Seite, die vielleicht in den Jahren der Corona-Pandemie besonders intensiv erlebt werde. "Viele Menschen, denen ich begegne, erzählen mir von ihrem Nachdenken. Viel grundsätzlicher sei das, als in den Jahren zuvor." Die großen Verunsicherungen ließen Menschen neu nach dem Sinn des Lebens fragen. Er mahnte: "Es ist an der Zeit, die Weihnachtsgeschichte zu lesen als eine Geschichte gegen die Angst."

Der Osnabrücker katholische Bischof Franz-Josef Bode erinnerte angesichts verbreiteter Niedergeschlagenheit und zunehmender Komplexität der Wirklichkeit an den "Glanz des Einfachen" in der Botschaft von Jesu Geburt. Die komplizierte Lage von Gesellschaft, Kirche und Welt könne uns nicht übermächtigen, "wenn wir auf dieses besondere Kind blicken, das sich gerade als Gott, als Höchster den Platz am Rand aussucht, um so alle, die an den Rand geraten sind, in die Mitte zu holen".

Der katholische Oberhirte des Bistums Hildesheim, Heiner Wilmer, betonte den Halt, der aus der "Strahlkraft der Krippe" erwachsen könne. "Menschen, die Halt gefunden haben, können Haltung entwickeln. Gehaltene Menschen halten andere, sehen Unrecht, begegnen dem Leid anderer. So geht von der Krippe Rettung aus", sagte der Bischof bei einem Festgottesdienst im Hildesheimer Dom am ersten Feiertag. "Weihnachten heißt, alle Rettung erwarten zu dürfen."

Der evangelische Braunschweiger Landesbischof Christoph Meyns rief auf zu Zuversicht trotz der Bedrohung durch die Pandemie. Jesu Geburt könne uns berühren, diese Erfahrung hätten Menschen durch alle Zeiten gemacht, sagte er im Braunschweiger Dom. Weihnachten sei eine Kraft gegen Angst und Sorgen, Traurigkeit und innere Unruhe, aber auch gegen die Verwerfungen und Aggressionen in unserer Gesellschaft.

"Die Botschaft von Weihnachten ist eine Botschaft von Gottes Nähe und seiner Liebe zu uns - und eine Botschaft der Solidarität unter uns Menschen", sagte der Oldenburger Landesbischof Thomas Adomeit in der Christmette.

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