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Bischof Genn beurlaubt Priester in Lindern wegen grenzüberschreitenden Verhaltens

Es geht um einen Fall aus dem Jahr 2010. Der Priester hat sein Verhalten gegenüber einer damals volljährigen Person eingeräumt. Nun wird eine kirchliche Voruntersuchung eingeleitet.

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Symbolbild: dpa

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Der Bischof von Münster, Felix Genn, hat am Mittwoch Priester des Bistums Münster, der derzeit im Offizialatsbezirk Oldenburg in Lindern tätig ist, mit sofortiger Wirkung beurlaubt. Dem Priester wird ein grenzüberschreitendes Verhalten aus dem Jahr 2010 vorgeworfen. Das gab Offizialatssprecher Philipp Ebert in einer Mitteilung bekannt. Der Priester habe das Verhalten eingeräumt und selber um die Beurlaubung gebeten. Es werde nun zunächst eine kirchenrechtliche Voruntersuchung durchgeführt. Bis zu deren Abschluss seien dem Priester alle priesterlichen Tätigkeiten untersagt.

Der Interventionsbeauftragte des Bistums Münster, Peter Frings, nennt laut Mitteilung einige Hintergründe zu dem Fall. „Es gab bereits im Jahr 2010 eine Meldung beim Bistum Münster. Seinerzeit gab es auch polizeiliche Ermittlungen, die allerdings eingestellt wurden, weil die betroffene Person volljährig war. Eine kirchenrechtliche Voruntersuchung oder eine Weiterleitung des Falls nach Rom ist 2010 aus diesem Grund nicht erfolgt. Das Vorgehen des Bistums entsprach formal den damaligen Regelungen", wird Frings zitiert.

Zur abschließenden Prüfung geht der Fall nach Rom

Die betroffene Person hat sich laut Frings im November 2021 an die Unabhängige Kommission für Anerkennungszahlungen (UKA) gewandt und einen Antrag auf Leistungen in Anerkennung des Leids gestellt. Die UKA habe Ende Mai 2022 entschieden, dass der betroffenen Person eine Anerkennungszahlung im unteren fünfstelligen Euro-Bereich zusteht. Die Zahlung sei inzwischen erfolgt.

"Mit der Entscheidung der UKA und der Zahlung der Anerkennungsleistung wurde anerkannt, dass die betroffene Person Opfer eines grenzüberschreitenden Verhaltens wurde. Damit haben wir einen anderen Sachstand als 2010", erklärte Frings laut Mitteilung.  Von daher habe Bischof Genn die Beurlaubung ausgesprochen. Es werde nun unmittelbar eine kirchenrechtliche Voruntersuchung eingeleitet. "Dann wird der Fall zur abschließenden Prüfung nach Rom weitergleitet werden. Wir werden zudem den Priester auffordern, die Zahlung, die erst einmal das Bistum geleistet hat, selbst zu übernehmen“, wird Frings weiter zitiert.

Einsatzorte des Priesters wurden vorab informiert

Weitere Angaben zu dem Fall mache das Bistum aufgrund des laufenden Verfahrens derzeit nicht. Der Vorfall habe sich nicht in der Pfarrei ereignet, in der der Priester zuletzt im Dienst war. Die Einsatzorte, an denen der Priester bisher tätig war, sind vorab informiert worden.

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