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Bildungswerker machen Angebote "für jedermann"

Die Mischung stimmt, finden die Macher des neuen Halbjahresprogramms. In Essen gibt es die Einrichtung bereits seit 54 Jahren. Nicht alle im Ort wissen das.

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Fertiges Produkt: Wilhelm Grüßing (von links), Juliane Berning und Johanna Huslage stellen das neue Halbjahresprogramm vor. Foto: G. Meyer

Fertiges Produkt: Wilhelm Grüßing (von links), Juliane Berning und Johanna Huslage stellen das neue Halbjahresprogramm vor. Foto: G. Meyer

Wie suche ich im Internet nach meinen Vorfahren? Mit welcher Figur eröffnet man am besten ein Schachspiel? Und was muss ich tun, um Einbrechern den Weg ins Haus zu erschweren? Diese und viele andere Fragen beantworten die Dozenten des katholischen Bildungswerks Essen im neuen Halbjahresprogramm. Bis Mitte Juni bietet die Einrichtung 20  Kurse zu ganz unterschiedlichen Themen an. Anmeldungen sind ab sofort möglich.

Die Flyer sind ausgelegt und auch die Online-Buchungsplattform wurde aktiviert. Die meisten Anmeldungen erfolgten mittlerweile auf diese Weise, erklärt Bildungswerk-Geschäftsführer Wilhelm Grüßing. Das Büro in der August-Meyer Straße ist aber auch telefonisch erreichbar. Von seiner Existenz wüssten in Essen leider noch viel zu wenige, bedauert die 2. Vorsitzende, Juliane Berding. Dabei feierte die Einrichtung 2019 bereits ihr 50-jähriges Bestehen. Das Bedürfnis nach Weiterbildung sei in Essen aber vorhanden, betont Berding. "Unser Ziel ist, Angebote für jedermann zu machen, von der jungen Mutter bis zum Häuslebauer", erklärt sie.

Um jüngere Leute in die Kurse zu ziehen, muss auch das Bildungswerk mit der Zeit gehen. "Sie erwarten andere Präsentationsformen", sagt Wilhelm Grüßing. Während der Pandemie bemühten sich die Essener erfolgreich um Fördermittel zur Modernisierung ihrer technischen Ausstattung. Grüßing und sein Team schafften zwei Interaktive Boards an und verbesserten die digitale Vernetzung. Unter anderem schalten Teilnehmer sich jetzt von außen zu den Kursen zu, falls sie aus irgendeinem Grund nicht persönlich anwesend sein können. Die Aufzeichnungen sind anschließend im Netz verfügbar. "Das spart uns das umständliche Verschicken der Zusammenfassungen", erklärt Juliane Berding. 

Mischung aus Klassikern und Neuheiten

Junge Leute, die das Streamen von Inhalten gewohnt seien, wollten selbst entscheiden, wann sie sich die Zeit für ein Bildungsangebot nehmen, weiß die 2. Vorsitzende. Darauf versuche man mit der Digital-Offensive einzugehen. Bei der Themenauswahl greifen die Programm-Macher auch Vorschläge und Ideen von außen auf.  Neben den Klassikern wie Kochen und Fremdsprachen sollen aktuelle Probleme eine größere Rolle spielen. Ende Februar etwa wird Kriminalhauptkommissar Andreas Bonk Senioren über den sogenannten „Enkeltrick“ aufklären. "Schockanrufe, die das Ziel haben, älteren Menschen das Geld aus der Tasche zu ziehen, kommen häufig auch bei uns vor", weiß Juliane Berding. Wenige Tage nach seinem Vortrag wird Bonk ein weiteres Mal in Essen sein, um das Vorgehen von Einbrechern und wirksame Methoden zum Schutz der eigenen vier Wände darzustellen.

Beginnen wird das neue Halbjahr am 24. Januar mit dem Kurs "Progressive Muskelentspannung". Den Abschluss bildet am 14. Juni ein Rundgang auf dem Essener Friedhof. Anhand der Grabgestaltung spürt Pfarrer Michael Borth dem Wandel des Glaubens nach. Dazwischen intensivieren Eltern in einem Parens-Kurs die Beziehung zu ihren Kleinkindern, üben Technik-Laien das Online-Banking und reisen Gestresste entspannt zu sich selbst. Spaß an der Geselligkeit dürfte derweil Doppelkopflehrer Fiti Hillen vermitteln. 

Sprachkurse laufen in Essen gut

Mit dem in wochenlanger Arbeit zusammengestellten Programm sind Wilhelm Grüßing und Juliane Berding zufrieden. Unterstützt werden beide von Johanna Huslage, die sich ehrenamtlich um die Öffentlichkeitsarbeit und den Internetauftritt kümmert. Gesucht werden stets neue Dozenten. Das Trio würde zum Beispiel gern Englischkurs für Fortgeschrittene anbieten, hat bislang aber noch keine Lehrkraft gefunden. Gut laufen dagegen die Deutschkurse, die vor allem von ausländischen Mitarbeitern der Essener Betriebe besucht werden. "Wir stimmen sie auf die Arbeitsschichten ab", erklärt Berding. Schon bald nach der Ankunft der ersten Ukraine-Flüchtlinge startete das Bildungswerk für sie außerdem einen eigenen Sprachkurs. Er wird von einem örtlichen Unternehmen gesponsert und soll nach Möglichkeit verlängert werden.


Info:

  • Die Geschäftstelle des Bildungswerks befindet sich in der August-Meyer-Str. 2. Dort finden auch die meisten Kurse statt. Geöffnet ist das Büro montags und dienstags von 8.30 bis 12 Uhr und donnerstags von 8.30 bis 12 Uhr und von 14  bis 18 Uhr.
    (Telefon: 05434/77 60, Fax: 05434/8071415).
  • Infos und Kursangebote gibt es unter www.bw-essen.de und unter www.bildungswerk-loeningen.de.

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