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Bildungswerk Vechta plant Umzug in Liebfrauenschule

Die Einrichtung sieht in dem Standortwechsel neue Chancen zur Kooperation. Der Fokus liegt auf Angeboten für junge Menschen.

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Hereinspaziert: Der Leiter der Liebfrauenschule, Johannes Funken (rechts), öffnet die Tür für das Bildungswerk Vechta. Vorsitzende  Marie Dierkes und Geschäftsführer Michael Bröer erhoffen sich von dem neuen Standort eine Verbesserung des Angebotes. Foto: Speckmann

Hereinspaziert: Der Leiter der Liebfrauenschule, Johannes Funken (rechts), öffnet die Tür für das Bildungswerk Vechta. Vorsitzende Marie Dierkes und Geschäftsführer Michael Bröer erhoffen sich von dem neuen Standort eine Verbesserung des Angebotes. Foto: Speckmann

Das Bildungswerk Vechta leidet unter der Corona-Pandemie. Bereits im vergangenen Jahr sind etliche Unterrichtsstunden ausgefallen. Der aktuelle Lockdown verschärft die Situation. Wann der Betrieb wieder in gewohnten Bahnen laufen kann, ist ungewiss. Aber es gibt auch eine gute Nachricht: Das Platzproblem wird bald gelöst sein. Spätestens im Sommer soll der Umzug in eine neue, größere Wirkungsstätte über die Bühne gehen.

Das Bildungswerk zieht unter das Dach der Liebfrauenschule. Damit sind die Tage im Kaiserlichen Postamt an der Großen Straße gezählt. Dort hat sich die Einrichtung in den vergangenen Jahren stetig weiterentwickelt. Doch aufgrund der Ausdehnung des Angebotes kämpft der Trägerverein zunehmend mit Platzproblemen. Diese Situation hat sich durch die Pandemie noch einmal verschärft.

Bildungswerk kann nach Schulschluss weitere Räume des ULF nutzen

„Schon vor Corona war im Dachgeschoss wenig Platz. Spätestens aber während der vorübergehenden Wiederaufnahme des Bildungsbetriebes unter den strengen Hygienemaßnahmen haben sich deutlich die Schwächen des jetzigen Standortes gezeigt. Die Räume sind zu klein, um Seminare unter Wahrung der bestehenden Abstandsregeln anzubieten“, berichtet Vorsitzende Marie Dierkes.

Bereits im Frühjahr soll ein verfügbarer Bereich in der Liebfrauenschule (ULF) für das Bildungswerk hergerichtet werden. Im ersten Obergeschoss des Gebäudes, erreichbar von der Großen Straße, stehen dann große Seminarräume zur Verfügung. Darüber hinaus darf das Bildungswerk nach Schulschluss weitere Räume nutzen. Dazu zählt unter anderem die Lehrküche des Mädchengymnasiums.

Außerdem plant das Bildungswerk eine umfangreiche Kooperation mit der Schulstiftung St. Benedikt. Ziel ist es, Arbeitsgemeinschaften für alle Schüler der Oberstufen in Vechta anzubieten, um zusätzliche Bildungsmöglichkeiten für junge Leute zu schaffen. „Der Einsatz in diesem Bereich sorgt dafür, dass unsere Einrichtung bei noch mehr Kindern und Jugendlichen und auch deren Eltern bekannt wird“, erklärt die Vorsitzende.

"Wir wollen die jungen Erwachsenen stark machen, ihre eigene Bildung in die Hand zu nehmen."Marie Dierkes, Vorsitzende des Bildungswerkes Vechta

Wie fruchtbar der Austausch mit Kooperationspartnern sein kann, zeigte im vergangenen Jahr ein Sommercamp für Kinder. Diesen Weg will das Bildungswerk fortsetzen, insbesondere mit Blick auf den Fachbereich „Junge Zukunft“, der vor etwa 2 Jahren neben den bereits bewährten Angeboten installiert wurde. Dierkes: „Wir wollen die jungen Erwachsenen stark machen, ihre eigene Bildung in die Hand zu nehmen.“

Teilnehmerzahlen sind kontinuierlich gestiegen

Zielgruppe ist die Altersstufe von 16 bis 26 Jahren. Eine junge Arbeitsgruppe entwickelt die Bildungsangebote und führt diese größtenteils ehrenamtlich selbst durch. Zu den ersten Aktionen gehört das Anfang 2020 durchgeführte Gesellschaftsrollenspiel von Jugendlichen und Eltern. In dem Projekt sind Geschichten entstanden, die jetzt in einem Buch zusammengestellt werden.

„Die jungen Erwachsenen werden als Kunden der Erwachsenenbildung kaum angesprochen“, stellt Dierkes mit Blick auf die Bildungslandschaft fest. Dadurch fehlten mittelfristig auch Personen, die sich der „lebenslangen Bildung“ verbunden fühlten und bereit seien, hier in späteren Jahren ehrenamtliche Aufgaben zu übernehmen. „Diesem Trend möchten wir aktiv entgegenwirken.“

Der Umzug bietet Chancen zur Kooperation. Die Lehrküche des Mädchengymnasiums steht für Kurse zur Verfügung. Foto: SpeckmannDer Umzug bietet Chancen zur Kooperation. Die Lehrküche des Mädchengymnasiums steht für Kurse zur Verfügung. Foto: Speckmann

Die wichtigsten Säulen der Bildungsarbeit in den letzten Jahren: Familien unterstützen, Pädagogen ausbilden, Persönlichkeit und Gesundheit stärken und Religion leben. Zuletzt kamen neue Angebote hinzu, die speziell auf die Integration ausländischer Kinder und Jugendlicher abzielen. Ein weiteres Standbein ist das Projekt „Sprach-Kitas“, das Fortbildungen für Erzieher umfasst.

Laut vorliegendem Jahresbericht hat sich das Bildungswerk Vechta fest etabliert. Seit der Restrukturierung im Jahr 2011 sind die Teilnehmerzahlen kontinuierlich gestiegen. Sie haben im Jahr 2019 mit 3420 Personen einen vorläufigen Höhepunkt erreicht. Das spiegelt sich auch im Angebot wider. Die Zahl der Kurse ist auf 293 angewachsen. Die Pandemie hat diese Entwicklung abrupt unterbrochen.

Corona-Krise belastet finanzielle Situation

„Die Corona-Krise hat und wird auch weiterhin erhebliche Kosten verursachen“, berichtet die Vorsitzende. Der eingeschränkte Regelbetrieb beeinträchtige das Jahresergebnis. Hinzu kämen höhere Lohnkosten und allgemeine Preissteigerungen. Auch die Miete werde mit dem neuen Standort in der Liebfrauenschule, die sich in kirchlicher Trägerschaft befindet, steigen.

"Wir hoffen, dass wir die Mehrkosten in absehbarer Zeit durch Mehreinnahmen bei den Kursen decken können. Das hat aber Grenzen, weil die Kurse auch weiterhin für jeden bezahlbar bleiben sollen", so Dierkes weiter. Aus diesem Grund sei die finanzielle Unterstützung der Stadt Vechta wichtiger denn je. Das Bildungswerk erhält einen jährlichen Zuschuss in Höhe von 25.000 Euro.

Den jüngsten Antrag des Vereins, den Zuschuss auf 32.000 Euro anzuheben, hat der Ausschuss für Kultur und Erwachsenenbildung abgelehnt. Laut Sitzungsprotokoll wurde in der Beratung kritisiert, dass das Bildungswerk den Antrag nicht hinreichend begründet habe und ein Haushaltsplan fehle, aus dem der erhöhte Zuschussbedarf ersichtlich sei. Das Bildungswerk kann in diesem Jahr einen erneuten Antrag stellen.

Für Marie Dierkes und ihre Mitstreiter steht fest: "Wir möchten ein wichtiger Teil der Vechtaer Bildungslandschaft bleiben. Jung, kreativ und kostenbewusst." Das Bildungswerk stehe vor großen Herausforderungen und wolle sich nicht auf dem Erfolg der vergangenen Jahre ausruhen, sondern weitergehen und eine neue Generation für Erwachsenenbildung begeistern. Den Grundstein habe der neue Vorstand mit dem geplanten Umzug bereits gelegt.

Hoffnungsvoller Blick in die Zukunft: Vorsitzende Marie Dierkes will neue Generationen für die Erwachsenenbildung begeistern. Foto: SpeckmannHoffnungsvoller Blick in die Zukunft: Vorsitzende Marie Dierkes will neue Generationen für die Erwachsenenbildung begeistern. Foto: Speckmann

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