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Bilder von Böseler Fotograf Heinrich Gröneweg strahlen auch noch 50 Jahre später

Der Hobbyfotograf starb vor 50 Jahren. Seine Fotos finden sich aber noch in vielen Familienalben der Region.

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Arrangierte Familienidylle: Die Bewohner eines Bauernhofs hat Heinrich Gröneweg zusammen mit Hühnern, Kühen und Pferden fotografiert. Foto: Archiv Pille

Arrangierte Familienidylle: Die Bewohner eines Bauernhofs hat Heinrich Gröneweg zusammen mit Hühnern, Kühen und Pferden fotografiert. Foto: Archiv Pille

Ihm verdankt die Nachwelt eine Fülle historischer Aufnahmen: Vor 50 starb in Bösel der Hobbyfotograf Heinrich Gröneweg. Seine Bilder befinden sich noch heute in so manchem Böseler Fotoalbum. Es war ein Zufall, dass Gröneweg Anfang der 1920er Jahre seine Leidenschaft für die Fotografie entdeckte – und zum Geige spielen kam.

1901 in Bösel geboren, besuchte er bei Lehrer Theodor Buschenhenke die Volksschule und arbeitete 1 Jahr in der Landwirtschaft. Als 1916 für Luftschiffe ein Flugplatz in Ahlhorn gebaut wurde, fand er dort Arbeit. Und er erlernte dort gleich zwei Handwerke: Maurer und Schuhmacher. Bei welchem Anlass ist unklar, aber ein Offizier entdeckte bei dem Böseler eine musikalische Begabung und gab ihm fortan Unterricht im Geige spielen. Aus seiner Familie ist übermittelt, dass Gröneweg fortan oft bei Familienfestivitäten seine Geige auspackte und spielte.

Beliebte Motive waren Geburtstage, Hochzeiten oder Taufen für ihn

Aber der Geige spielende Offizier in Ahlhorn beherrschte eine weitere Technik: die des Fotografierens. Das interessierte Gröneweg mindestens so wie das Geigenspiel, und er ließ sich deshalb in diese Fertigkeit einweisen. Kurze danach erwarb er bei der Firma Westerhoff in Garrel eine Glasplattenkamera, und von hier an entwickelte er das Fotografieren zur Kunst und sich zum Meister des richtigen Augenblicks zur richtigen Zeit am richtigen Ort.

Schon bald sprach sich sein Hobby im Dorf herum, und so war er ständig auf Achse. Er tauchte bei familiären Ereignissen auf und fotografierte das Geschehen – ob Geburtstage, Hochzeiten oder Taufen. Er richtete sich bald eine Dunkelkammer ein und entwickelte die Bilder selbst. Das war ein kompliziertes Prozedere, denn es ging damals bei den Glasplatten noch um ein Gelatine-Trockenplatten-Verfahren. Aber so entstanden zahllose harte Schwarz-Weiß-Bilder.

Fotograf und Familienchronist: Heinrich Gröneweg war im Dorf ständig auf Achse.Fotograf und Familienchronist: Heinrich Gröneweg war im Dorf ständig auf Achse.

Nach dem Ersten Weltkrieg bekam Gröneweg ganz in der Nähe eine neue Arbeitsstelle: als Brenner in der Ziegelei Meierkord. Sein Hobby gab er in all der Zeit nicht auf, wie eine Fotografie seiner Brenner-Kollegen in der Ziegelei zeigt. Als er 1947 aus englischer Kriegsgefangenschaft entlassen wurde, nahm es seine fotografische Tätigkeit sofort wieder auf.

Die Bilder von Heinrich Gröneweg finden sich an vielen Orten wieder

Dann jedoch entwickelte sich die Fotografie rasend schnell, bald gab es das Kleinbild, es folgte das Spiegelreflexsystem und der Autofokus. Gröneweg gab zum Leidwesen seiner Familie, aber auch des Ortes Bösels, das Fotografieren auf.

1972 starb Heinrich Gröneweg im Alter von 71 Jahren. Seine Tochter Hilde bewahrt noch heute seine Glasplattenkamera auf, mit der er so viele Fotografien angefertigt hat. Man stößt bei vielen Gelegenheiten auf sie, und auch in der ersten Böseler Chronik finden sich einige Fotos, die aus der Zeit nach dem Ersten Weltkrieg bis zu den 50er Jahren von ihm stammen. Allesamt sind die Aufnahmen ein historischer Schatz, der eine Zeit widerspiegelt, in der noch wenig fotografiert wurde. Umso größer ist sein fotografischer Nachlass zu bewerten.

Die Kamera des Meisters: Heinrich Grönewegs Glasplattenkamera bewahrt seine Tochter auf.Die Kamera des Meisters: Heinrich Grönewegs Glasplattenkamera bewahrt seine Tochter auf.

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