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Bilder statt Leerstand: Im Lohner Haus Rießelmann kann Natur bestaunt werden

Die Stadt Lohne hatte das Gebäude der ehemaligen Buchhandlung gekauft. Bis ein neuer Pächter gefunden ist, verschönert der Heimatverein die leerstehenden Räumlichkeiten.

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Freuen sich über die neue Ausstellung im Haus RIeßelmann: Herbert Warnking (links) und Josef Dultmeyer vom Stadtmedienarchiv des Heimatvereins Lohne. Foto: Kessen

Freuen sich über die neue Ausstellung im Haus RIeßelmann: Herbert Warnking (links) und Josef Dultmeyer vom Stadtmedienarchiv des Heimatvereins Lohne. Foto: Kessen

Bei Leerständen in der Stadt Lohne ist es zur Stelle: das Stadtmedienarchiv des Heimatvereins Lohne. Immer wenn die Stadt leerstehende Gebäude kauft, verschönert das Team rund um Stadtmedienarchiv-Leiter Herbert Warnking mit seinen Ausstellungstücken die Räumlichkeiten. Jüngstes Beispiel ist das Haus Rießelmann an der Marktstraße.

Des einen Freud, des anderen Leid: Die Innenstadt von Lohne leidet darunter, dass immer mehr Einzelhändler ihr Geschäft aufgeben und Gebäude leerstehen. Das sehen auch Herbert Warnking und Josef Dultmeyer vom Heimatverein Lohne so. Weil die Stadt aber nach getätigten Immobilien-Ankäufen zur Bewältigung des Leerstands den Heimatverein um Verschönerung der Räumlichkeiten bittet, können die Ehrenamtlichen aber immerhin öfter ihre Schätze aus dem Stadtmedienarchiv präsentieren.

Schon mehrere Gebäude wurden verschönert

"Wir freuen uns natürlich darüber, wenn die Stadt an uns herantritt und fragt, ob wir vorübergehend die Räumlichkeiten verschönern können", sagt Warnking. Die Ausstellung würde dann so lange in dem jeweiligen Gebäude bleiben, bis die Stadt einen neuen Pächter gefunden habe. 

So seien schon im ehemaligen Spielwarenladen von Hermann Holtkamp oder im Gebäude, in dem jetzt das Kindertagespflegebüro untergebracht ist, Ausstellungen präsentiert worden. "Themen sind zum Beispiel Winterlandschaften, Lohner Vereine oder generell die Natur", erzählt Dultmeyer, der im Stadtmedienarchiv für die Archivierung zuständig ist. An Ausstellungsmöglichkeiten mangelt es derzeit nicht: "Irgendwo ergibt sich leider immer ein Leerstand."

Im Haus Rießelmann ist es nun bereits die 2. Ausstellung des Heimatvereins, die auf der zur Kirche hin gewandten Seite des Gebäudes zu sehen ist. Schon bevor die Stadt das Gebäude im März dieses Jahres gekauft hatte, bat sie in Absprache mit dem Eigentümer den Heimatverein um eine Verschönerung. "Wir haben dann von November bis Juni zunächst das Thema Winterlandschaften in den Fokus gerückt", berichtet Dultmeyer.

Mehr als 100 Stunden Arbeit sind notwendig

Zum Sommer hin haben die Ehrenamtlichen aus dem Stadtmedienarchiv das Thema gewechselt und konzentrieren sich jetzt auf den Bereich der Lohner Natur. „Die Fotos wurden alle von Mitgliedern des Heimatvereins selber geschossen“, erzählt Warnking. Dabei würden viele der Bilder, die zwischen 2010 und 2019 entstanden sind, von Stadtmedienarchiv-Begründer Alfred Weghoff stammen. So sind unter anderem der Lohner Stadtpark, das Brägeler Moor oder Wälder in Zerhusen zu sehen. „Außerdem präsentieren wir dort historische Filmgeräte und unser jährlich erscheinendes Buch ‚Laon - Lohne‘“, so Warnking.

Bevor solch eine Ausstellung vollständig vorbereitet ist, sei laut Warnking und Dultmeyer viel Arbeit im 12-köpfigen Team des Stadtmedienarchivs notwendig. „Wir verfügen über einen Schatz von etwa 600.000 Bildern, da muss man erstmal die passenden aussuchen.“ Zudem würden die ausgewählten Bilder dann noch in der entsprechenden Größe ausgedruckt, beschriftet und auf die Aufsteller geklebt werden. „Mit 100 Stunden Aufwand kommt man da nicht hin“, schätzt Warnking.

Neue Ausstellung soll "nach dem Herbst" folgen

Soweit sind Warnking und Dultmeyer sehr zufrieden mit dem Ergebnis beim Haus Rießelmann. "Was der Ausstellung aber noch fehlt, ist ein Fernseher, wo Filme präsentiert werden können", findet Warnking, der im Stadtmedienarchiv für diesen Bereich zuständig ist. Dultmeyer ergänzt, dass es darüber hinaus eine Beleuchtung der Bilder und des Durchgangs zur Innenstadt brauche. Bisher fehle im Gebäude aber die benötigte Stromzufuhr für diese beiden Vorhaben. "Wir hoffen darauf, dass die Stadt das noch möglich macht", sagen die beiden in Richtung Rathaus.

Wie lange der Heimatverein noch im Haus Rießelmann seine Ausstellungsstücke präsentieren wird, ist momentan noch nicht klar. "Auf jeden Fall bis zum Ende dieses Jahr noch", meint Warnking. Nach dem Herbst wollen sich die Verantwortlichen vom Stadtmedienarchiv dann wieder ein neues Thema einfallen lassen.

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