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Betrunken durch Friesoythe gefahren: Gericht verwirft Berufung

Geldstrafe und Führerscheinsperre: Eine 19-jährige Friesoytherin hatte sich nachts mit 1,71 Promille ans Steuer gesetzt. Gegen das frühere Urteil des Cloppenburger Jugendgerichts ging sie in Berufung.

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Symbolfoto: dpa

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Wegen vorsätzlicher Trunkenheit im Verkehr ist eine 19-Jährige aus Friesoythe verwarnt und zu 3 Monaten Führerscheinsperre verurteilt worden. Außerdem muss die Angeklagte 500 Euro an einen Förderverein der Freiwilligen Feuerwehr Friesoythe zahlen. Dieses, erstinstanzlich vom Jugendgericht des Cloppenburger Amtsgerichts gefällte Urteil hat das Oldenburger Landgericht am Mittwoch in 2. Instanz weitgehend bestätigt.

Die junge Angeklagte war am 23. April dieses Jahres nachts gegen 0 Uhr mit einem Auto durch Friesoythe gefahren. Sie hatte dabei einen Blutalkoholwert von 1,71 Promille, fuhr Schlangenlinien und wäre beinahe gegen einen Baum gerast. Hinter der Angeklagten fuhr eine Polizeibeamtin. Da hatte der Trunkenheitsfahrt der 19-Jährigen zügig ein jähes Ende gefunden. Zu leugnen gab es nichts, die Polizeibeamtin hatte alles gesehen.

So kam es in dem ersten Prozess vor dem Jugendgericht des Cloppenburger Amtsgerichts zu einem deutlichen Urteil. Gegen dieses Urteil hatte die Angeklagte aber über ihren Anwalt Berufung eingelegt. Am Mittwoch nun schwieg die 19-Jährige. Dafür redete aber ihr Verteidiger. Das erste Urteil des Cloppenburger Jugendgerichts sei fehlerhaft. Es könne nicht wegen einer vorsätzlichen Trunkenheit im Verkehr zu einem Schuldspruch kommen, sondern maximal wegen einer fahrlässigen Trunkenheitsfahrt.

Gericht: Tat sei vorsätzlich begangen worden

Der Anwalt meinte, je stärker jemand betrunken sei, desto weniger sei er zu der Erkenntnis in der Lage, nicht fahren zu dürfen. Täte er es doch, handele er nur fahrlässig. Das Gericht sah das aber anders. Die Schlangenlinien und der Beinahe-Crash mit dem Baum hätten die Angeklagte wachrütteln und zu der Erkenntnis bringen müssen, nicht fahren zu dürfen. Somit sei die Tat vorsätzlich begangen worden.

Das Cloppenburger Jugendgericht hatte die Angeklagte in dem ersten Prozess unter anderem aufgrund des hohen Promillewerts als ungeeignet zum Führen eines Kraftfahrzeugs eingestuft und damit die Führerscheinsperre begründet. Eine Ungeeignetheit müsse aber im aktuellen Prozess neu festgestellt werden, meinte der Verteidiger. Seine Mandantin habe sich einer verkehrspsychologischen Beratung unterzogen und beste Ergebnisse erzielt, auch an einer Abstinenzberatung teilgenommen.

Somit könne heute nicht mehr von einer Ungeeignetheit die Rede sein, so der Verteidiger. Aber auch das sah das Gericht anders. Die Zeit nach dem ersten Urteil sei noch zu kurz, als dass man heute schon von Geeignetheit ausgehen könne. Die Berufung der Angeklagten gegen das erste Urteil wurde dann verworfen. Lediglich die Dauer der Führerscheinsperre wurde um die Hälfte reduziert. Das Cloppenburger Jugendgericht hatte noch 6 Monate Sperre verhängt, jetzt sind es nur noch 3 Monate. 

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