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Besucherdienst kommt zum Klönschnack nicht mit leeren Händen

Zum Geburtstag bekommen Halener Senioren aus der Kirchengemeinde Besuch von der Gruppe 60Plus. Zum 80. und dann jährlich ab dem 85. Wiegenfest gibt es die Visite – wenn gewünscht.

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Seit vielen Jahren sind Mitglieder der Kirchengemeinde Halen bei den Geburtstagskindern aus dem Kirchdorf zu Besuch. Alle 80-Jährigen und ab 85 Jahren jährlich bekommen ein kleines Geschenk. Foto: Thomas Vorwerk

Seit vielen Jahren sind Mitglieder der Kirchengemeinde Halen bei den Geburtstagskindern aus dem Kirchdorf zu Besuch. Alle 80-Jährigen und ab 85 Jahren jährlich bekommen ein kleines Geschenk. Foto: Thomas Vorwerk

Gesungen wurde bislang noch nicht, wenn die Senioren-Besucher in Halen zum Geburtstag kommen. Doch mit leeren Händen stehen sie auch nicht vor der Tür, wie Hedwig Eichfeld erzählt. Seit rund 20 Jahren hat die Seniorengruppe 60Plus die Aufgabe übernommen, allen Geburtstagskindern aus dem Halener Bereich der Pfarrgemeinde einen Gruß zu übermitteln. Jetzt war es an der Zeit, den Ehrenamtlichen einmal "Danke" zu sagen.

Auf Veranlassung der Pfarrgemeinde Emstek wurden alle Helferinnen und Helfer zu einem gemütlichen Beisammensein ins neu gestaltete Dorfgemeinschaftshaus eingeladen. "Diese Einladung unterstreicht die Wertschätzung und den Einsatz der ehrenamtlichen Helfer, die mit viel Zeitaufwand und Engagement seit vielen Jahren den Besuchsdienst übernehmen", freut sich Eichfeld als Sprecherin der Gruppe.

Absagen sind die Ausnahmen

Wer 80 Jahre alt wird, der darf sich über die Visite freuen, aber er wird nicht überfallen. "Wir rufen immer vorher an und fragen, ob wir vorbeikommen dürfen. Niemand ist zu etwas verpflichtet und es ist auch kein Problem, wenn wir eine Absage bekommen", so Eichfeld. Das komme allerdings selten vor. Vielleicht gerade einmal eine Handvoll Geburtstagskinder habe ein Treffen verneint; 40 bis 45 Seniorinnen und Senioren indes hätten ihre Haustür gern geöffnet für einen Klönschnack.

Dabei habe man übrigens die Wahl, ob lieber Frauen oder Männer vorbeischauen sollen. Und auch der Termin sei wählbar; wem die Gastgeberrolle am Geburtstag selbst zu stressig sei, können auf ein anderes Datum ausweichen. "Männer wünschen sich oft Männer als Gäste", erzählt Heinz Dwertmann.  Für ein bis zwei Stunden seien die Ehrenamtlichen – immer zu zweit – zu Gast. Es gebe immer etwas zu erzählen.  

Für die Gastgeber seien es ein paar Momente der Abwechslung. Aber auch die Gäste freuen sich über den Kontakt und lebten die Dankbarkeit der Besuchten. Dies gelte nicht nur für das Wiegenfest. Auch den Kranken der Kirchengemeinde werde zu Weihnachten eine Aufwartung gemacht, um die besten Genesungswünsche zu überbringen.

Aufmerksamkeit wird aus der eigenen Tasche bestritten

Da die Zahl der über 80 Jahre alten Mitbewohner jährlich ansteigt, haben die Mitglieder von 60Plus sich schweren Herzens dazu entschlossen, nach dem 80. Geburtstag eine kleine Pause einzulegen. Erst zum 85. gibt es den Service wieder – dann aber jedes Jahr.

Die kleine Aufmerksamkeit, die bei diesen Gelegenheiten überreicht wird, wird aus der eigenen Kasse bestritten. Bei unterschiedlichen Gelegenheiten wie Basaren ist die Gruppe 60Plus mit von der Partie und mit dem Verkaufserlös werden unter anderem die Topfblumen  bezahlt, die als Präsente verteilt werden. "Ganz ohne wollen wir ja nicht vor der Tür stehen", so Hedwig Eichfeld.

Der gemütliche Abend als Dankeschön war der erste dieser Art in rund 20 Jahren, nachdem die Aufgabe vom Pfarrgemeinderat übernommen wurde. Die Weihnachtsfeier hingegen gehört zu den regelmäßigen Veranstaltungen. Doch die hohen und immer noch steigenden Inzidenzzahlen haben dazu geführt, dass es am 12. Dezember kein vorweihnachtliches Treffen geben wird. 

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