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Besondere Orte zeigen im Oldenburger Münsterland die Ostergeschichte

Christen in aller Welt erinnern in diesen Tagen an Leiden und Tod Jesu Christi – und an seine Auferstehung. Eine Spurensuche in der Region.

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Der neue Bund: Das letzte Abendmahl als Monumentalskulptur im Chorraum der Steinfelder Pfarrkirche St. Johannes Baptist. Foto: Ebert

Der neue Bund: Das letzte Abendmahl als Monumentalskulptur im Chorraum der Steinfelder Pfarrkirche St. Johannes Baptist. Foto: Ebert

Auf wenig mehr als einem Quadratkilometer in Jerusalem ereignete sich das, was Christen in diesen Tagen nachvollziehen: der Einzug Jesu in Jerusalem am Palmsonntag, das letzte Abendmahl, Verrat am Ölberg, Verhör und Folter, schließlich der Weg nach Golgatha, der "Schädelstätte", die zum Ort einer weltverändernden Begebenheit wurde: der Tod, das Begräbnis und – wie Christen glauben – die Auferstehung Jesu.

Auch im Oldenburger Münsterland finden sich viele österliche Orte. Wer sich in der Region auf Spurensuche begibt, muss nicht lange warten: An vielen Hofeinfahrten und Weggabelungen stehen Wegekreuze. Auch die nächste Kirche oder Kapelle mit Abbildungen des Kreuzestodes Jesu sind meist nah.

Neben diesen alltäglichen Begegnungen mit Sakralkunst gibt es aber auch besonders sichtbarere prominente Orte, die das österliche Geschehen auf ungewöhnliche Weise erzählen – und an den Kar- und Ostertagen zu einer österlichen Reise einladen.

An diesen Stationen wird an das österliche Geschehen erinnert:

Gründonnerstag: Der am Beginn der österlichen Tage liegende Gründonnerstag steht oft im Schatten der anderen Tage, aber zu Unrecht. Schließlich gilt das Letzte Abendmahl Jesu mit seinen Jüngern in der Überlieferung nicht nur in der katholischen Kirche als Zeitpunkt der Einsetzung der Eucharistie – jede Feier der Heiligen Messe erinnert an diesen Abend. Auch der evangelische Begriff des "Abendmahls" deutet auf die einmalige Bedeutung des Abends hin.

Der Messias auf dem Weg zur Hinrichtung: Jesus stürzt unter dem Kreuz, ein Soldat treibt ihn an, Veronika reicht ihm ein Tuch – all das zeigt die Osterszene in der Bakumer Gethsemane-Kirche.
Fotos: Ebert
Der König der Juden“: Der Kalvarienberg in Mühlen zeigt den Tod Jesu auf Golgatha.
Fotos: Ebert
Schwer: Das Kreuz am Wallfahrtsort Lage.
Fotos: Ebert
Berühre mich nicht: Peter Paul Rubens Jan Brueghel d. J.: Christus erscheint Maria Magdalena am Ostermorgen (Noli me tangere)“, um 1626, Kunsthalle Bremen – Der Kunstverein in Bremen.
Kunsthalle Bremen

Wer den Moment des Brotbrechens im Oldenburger Münsterland künstlerisch betrachten will, der kann sich auf den Weg nach Steinfeld machen. In der dortigen Pfarrkirche St. Johannes Baptist findet sich statt eines traditionellen Hochaltars eine Monumentalskulptur aus Holz, die das Letzte Abendmahl zeigt. Geschaffen hat sie im Jahr 1991 der Oberammergauer Bildschnitzer Edi Lauterbach nach Leonardo da Vincis berühmtem Gemälde vom wohl berühmtesten Abendessen der Menschheitsgeschichte.

Der Morgen des Karfreitags: In der Nacht und am Morgen des Karfreitags wurde Jesu der Überlieferung zufolge verhört, gefoltert und verhöhnt, bevor er das Kreuz durch die Straßen Jerusalems nach Golgatha tragen musste. Dieser Weg findet sich in vielen Osterkrippen wieder, so auch in der reich gestalteten Szenerie in der Bakumer Gethsemane-Kirche, wo die Jesusfigur gerade unter der Last des Kreuzes kniet und von Veronika das bekannte Schweißtuch gereicht bekommt.

Ein Ort, den viele Südoldenburger auch persönlich mit dem Tragen des schweren Kreuzes verbinden dürften, ist derweil die Kommende Lage in Rieste, ein traditioneller Wallfahrtsort der Region.

Der Tod am Kreuz: Der Kreuzestod Jesu selbst findet sich in nahezu jeder Kirche bildlich dargestellt. Gleichwohl gibt es einen Ort in der Region, der wegen der schieren Größe seiner Anlage heraussticht: der Kalvarienberg in Mühlen neben der Kirche St. Bonaventura. Der Hügel mit Kreuzgruppe und Grotte gilt als Höhepunkt des Kreuzweges in dem Ort. Er wurde 2012 eingeweiht und folgt auf einen Kalvarienberg aus dem Jahr 1910, der 1972 durch Sturm schwer beschädigt und dann abgetragen worden war.

Die Trauer der erschütterten Mutter: Gnadenbild in der Wallfahrtskapelle zu Bethen.Die Trauer der erschütterten Mutter: Gnadenbild in der Wallfahrtskapelle zu Bethen.

Nach dem Tod: Ein weiteres zentrales Motiv der christlichen Bildersprache ist die um ihren Sohn trauernde Gottesmutter Maria, die Pietà, die den leblosen Körper des Erlösers in den Armen hält. Die wohl berühmteste Umsetzung dieses Motivs im Oldenburger Münsterland steht in Bethen: Das Gnadenbild vom Ende des 14. Jahrhunderts ist seit Jahrhunderten Ziel vieler Wallfahrten.

Die Auferstehung am Ostermorgen: "Das Grab ist leer, der Held erwacht" singen Christen am Ostertag. Das leere Grab aber findet sich nicht annähernd so häufig in der Sakralkunst wie das Bildnis des Gekreuzigten – vielleicht auch, weil es schwieriger darzustellen ist? Die Auferstehung selbst war ein einsames Ereignis. Die berühmten Barockkünstler Rubens und Breugel locken indes kunstinteressierte Christen nach Bremen, gewissermaßen vor die Tore des Oldenburger Münsterlandes. Die dortige Kunsthalle zeigt ein Gemälde aus dem frühen 17. Jahrhundert, das die Begegnung zwischen dem Auferstandenen und der Jüngerin Maria Magdalena darstellt.

OM-hilft -  Helfen Sie mit! Das Oldenburger Münsterland hilft den Geflüchteten aus der Ukraine. Hilfsinitiativen, Wohlfahrtsorganisationen und viele mittelständische Unternehmen sind bereits dabei, die Hilfe vor Ort zu koordinieren. Und auch Sie können sich beteiligen. Wie und Wo? Das sagt Ihnen  die Webseite om- hilft.org

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