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Berufsfachschule Holztechnik kehrt ab Sommer 2022 zurück an die Adolf-Kolping-Schule

Die Berufsbildende Schule in Lohne richtet den einjährigen Bildungsgang in Absprache mit der Kreishandwerkerschaft Vechta ein. Diese hofft, künftig mehr Tischler-Auszubildende gewinnen zu können.

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Eine vielseitige Arbeit: Alte Möbel restaurieren, Inneneinrichtungen für Schiffe bauen oder einen Kleiderschrank nach Kundenwunsch anfertigen – das Tischlerhandwerk ist facettenreich. An der Adolf-Kolping-Schule in Lohne können junge Menschen bald ihre grundlegenden Fertigkeiten in dem Berufsfeld schulen. Foto: dpa/Koch

Eine vielseitige Arbeit: Alte Möbel restaurieren, Inneneinrichtungen für Schiffe bauen oder einen Kleiderschrank nach Kundenwunsch anfertigen – das Tischlerhandwerk ist facettenreich. An der Adolf-Kolping-Schule in Lohne können junge Menschen bald ihre grundlegenden Fertigkeiten in dem Berufsfeld schulen. Foto: dpa/Koch

Um die grundlegenden Fertigkeiten angehender Tischlerlehrlinge zu verbessern und perspektivisch mehr junge Menschen für diesen Handwerksberuf zu begeistern, richtet die Adolf-Kolping-Schule in Lohne ab dem Schuljahr 2022/23 wieder eine Berufsfachschule Holztechnik ein. Die gewerblich-technische Berufsbildende Schule bietet den einjährigen Bildungsgang in Absprache mit der Kreishandwerkerschaft Vechta an, wie Schulleiter Martin kleine Bornhorst und Kreishandwerksmeister Andreas Theilen mitteilen.

Ein Grund für diesen Schritt sind laut kleine Bornhorst, dass bei den praktischen Zwischenprüfungen zuletzt gehäuft schlechte Arbeitsergebnisse zu beklagen gewesen seien. "Die Betriebe haben im üblichen Arbeitsalltag wenig Zeit und Gelegenheit, diese grundlegenden handwerklichen Fertigkeiten zu vermitteln. Hier können wir das Handwerk in der Berufsfachschule Holztechnik erfolgreich unterstützen.”

Theilen, der auch Obermeister der Tischler-Innung ist, teilt mit, dass er mit einer Verbesserung der handwerklichen Fertigkeiten rechne. Die Betriebe hätten sich die Entscheidung nicht leicht gemacht – zumal sie finanzielle Auswirkungen für die Kreishandwerkerschaft hat, die über verpflichtende Lehrgänge Einnahmen generiert. Fest stehe aber, dass man an den hohen Prüfungsstandards nicht rütteln wolle.  Der Kreishandwerksmeister verbindet mit der Wiedereinführung die Hoffnung, dass die Betriebe perspektivisch mehr Auszubildende zum Tischler gewinnen. Im Landkreis komme man, wenn man alle drei Lehrjahre zusammenrechnet, bisher im Schnitt auf etwa 100 Azubis. "Schön wäre es, wenn wir diese Zahl auf etwa 120 steigern könnten."

Am Ende steht ein Abschlussprojekt

Aus Sicht der Berufsschule bezeichnet es kleine Bornhorst als vorteilhaft, dass es diese Schulform im Landkreis nun wieder geben wird. In der Vollzeitschulform sei es deutlich leichter, Schülern mit Migrationshintergrund eine kontinuierliche Sprachförderung  zukommen zu lassen. Eine wichtige Voraussetzung für das Bestehen der Prüfungen. Vielleicht würde auch der ein oder andere Ausbildungsabbrecher aus anderen Schulformen durch das Angebot den Weg in eine Ausbildung zum Tischler finden.

Die Vollzeitschulform gibt einen Einblick in den Umgang mit allem berufstypischen Materialien und Maschinen. Die Lernenden üben zudem den Einsatz von Fachsoftware im Bereich CAD- und CNC-Technik. Am Ende des Bildungsgangs steht ein Abschlussprojekt, bei dem die Schüler ein eigenes Möbelstück selbstständig planen und fertigen. So erhalten sie schon frühzeitig einen Einblick in den Fertigungsprozess.

Berufsfachschule erweitert schulisches Angebot

Der Besuch der einjährigen Berufsfachschule Holztechnik kann bei erfolgreichem Abschluss auf die Ausbildungszeit angerechnet werden, ersetzt in diesem Fall das erste Lehrjahr. Voraussetzungen sind das Interesse am Werkstoff Holz, an Maschinen- und Fertigungstechnik sowie Freude am zeichnen und gestalten. Für die Zulassung ist mindestens ein Hauptschulabschluss erforderlich.

Laut kleine Bornhorst erweitert die Etablierung einer Berufsfachschule Holztechnik für angehende Tischler das schulische Angebot. "Selbstverständlich ist weiterhin auch der direkte Weg über eine duale Ausbildung möglich." 

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