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Bernd Tabeling bietet Klimasprechstunde im Krapphaus an

Sein Thema ist die Boden- und Wasserqualität. Bei Problemen mit dem Teich, schlechtem Pflanzenwachstum oder Baumsterben – um drei Möglichkeiten zu nennen – können sich Interessierte an ihn wenden.

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Bernd Tapeling sorgt sich um die Wasserversorgung von Bäumen.   Foto: Heinzel

Bernd Tapeling sorgt sich um die Wasserversorgung von Bäumen.   Foto: Heinzel

Bernd Tabeling bietet seit Kurzem eine Klimasprechstunde in den Räumlichkeiten des Heimatvereins Cloppenburg an. Freitags zwischen 15 und 17 Uhr gibt er im Krapphaus an der Sevelter Straße Interessierten Ratschläge, wie sie ohne große Investitionen etwas für den Klimaschutz unternehmen können. Ihm gehe es um die Boden- und Wasserqualität. Wer beispielsweise Probleme mit seinem Teich, schlechtem Pflanzenwachstum oder Baumsterben habe, könne sich an den ehemaligen Fischwirtschaftsmeister wenden.

„Wasser ist das Element, was uns am meisten zu schaffen macht.“Bernd Tabeling, Heimatverein Cloppenburg

„Wasser ist das Element, was uns am meisten zu schaffen macht“, berichtet Bernd Tabeling und verweist auf die zunehmende Bodenversiegelung und die damit verbundene Versickerungsproblematik in Städten. Es sei besser, das Niederschlagswasser vor Ort zu sammeln und bei Bedarf an die Umgebung abzugeben, als es abzuleiten. Eine leichte Neigung des Straßen- oder Gehwegpflasters in Richtung vorhandener Bäume könne schon viel erreichen. Rigolen – in der Regel unterirdische Speicher für Regenwasser – seien ebenfalls eine mögliche Lösung. Dabei gebe es auch Heimwerkervarianten für den eigenen Garten. Das Regenwasser würde dabei von der Dachfläche gezielt zu den Wurzeln geleitet, in einer unterirdischen Tonne gespeichert und nach und nach an die Umgebung abgegeben.

Tabeling möchte Anstöße geben

Seit Kindestagen liege ihm die Natur am Herzen, erzählt Bernd Tabeling. Er kennt sich in der Landwirtschaft und in der Forstwirtschaft – wobei sein Schwerpunkt auf der pädagogischen Vermittlung lag – aus. Zuletzt arbeitete er als Fischwirtschaftsmeister in Ahlhorn. Ihm gehe es darum, zu informieren, Anstöße zu geben und Aufmerksamkeit zu generieren. Letztlich auch Ziele des 2022 auslaufende EU-Projekts TeRRIFICA, dessen Hauptaufgabe die Erstellung einer interaktiven Klimakarte und parallel die Entwicklung und Umsetzung von konkreten Maßnahmen zum Klimaschutz sind.

Zwei Beispiele nennt Hannah Hoff vom Science-Shop der Universität Vechta, bei dem das Ganze angesiedelt ist: KlimaTouren und klimafreundliche Gärten. Dabei gehe es um die Folgen des Klimawandels, die Einschätzung von Risiken bei Extremwetterereignissen und um Maßnahmen zur Klimaanpassung. Dabei ist das Oldenburger Münsterland (OM) eine von sechs Pilotregionen, in denen der Klimawandel und seine Folgen untersucht werden.

Projektpartner Uni Vechta (von links): Katrin Hedemann, Bernd Tabeling, Dr. Daniel Ludwig und Hannah Hoff.    Foto: HeinzelProjektpartner Uni Vechta (von links): Katrin Hedemann, Bernd Tabeling, Dr. Daniel Ludwig und Hannah Hoff.    Foto: Heinzel

Klimatouren sind so etwas wie der Motor des Projekts, sie dienen der Bestandsaufnahme und der Ideenentwicklung. Die erste unternahm das Science-Shop-Team – also Dr. Daniel Ludwig, Hannah Hoff und Katrin Hedemann – gemeinsam mit dem Heimatverein Cloppenburg im Herbst 2021. „Um den Leuten die Augen zu öffnen“, sagt Bernd Tabeling, der gerade erst in einem Uni-Projekt mitwirkte, das die Wasserversorgung von Stadtbäumen untersuchte. „Das war hochinteressant“, sagt Tabeling, der sich auf unterschiedliche Weise für den Klimaschutz einsetzt. Zum einen bietet er nun seine Klimasprechstunde an und zum anderen bringt er sich gezielt in Entscheidungsprozesse ein, um für klimafreundliche Lösungen zu werben.

Lokale Partner wie er und der Heimatverein Cloppenburg seien wichtig, um Kontinuität und Wirkung in EU-Projekte einzubringen. „Das ist ganz entscheidend dafür, dass es nicht im Sande verläuft.“ Es werde sozusagen „aus der Gesellschaft etwas für die Gesellschaft getan“. Hier sei die Arbeit von Bernd Tabeling ein gutes Beispiel.

Es ist übrigens nicht die erste Kooperation des Heimatvereins Cloppenburg mit dem Science-Shop. Ein Beispiel: KulTour Cloppenburg. Hier wurde eine digitale Stadtführung entwickelt, die über QR-Codes an interessanten Orten („KulTourOrte“) einfach und kostenlos mit mobilen Endgeräten abgerufen werden kann. Hier setzte der Heimatbund Oldenburger Münsterland nach dem Förderzeitraum das Projekt fort.

Klimaschutz leicht gemacht: Bernd Tabeling hat ein paar Tipps auf Lager. Foto: HeinzelKlimaschutz leicht gemacht: Bernd Tabeling hat ein paar Tipps auf Lager. Foto: Heinzel

Im Rahmen von TeRRIFICA sollen bis Ende des Jahres noch einige Maßnahmen umgesetzt werden. Beispielsweise eine Broschüre für Neubaugärten, in der erläutert wird, wie ein klimafreundlicher Garten gestaltet werden kann. Die Klimatouren werden fortgesetzt und es gibt Kooperationsveranstaltungen mit der VHS Cloppenburg. Die nächsten Aktionen sind am 1. April der VHS-Kurs „Klimabewusst gärtnern“ und eine KlimaTour durch Holdorf am 2. April.


KlimaTouren und VHS-Veranstaltungen:

  • 1. April: Klimabewusst gärtnern
  • 2. April: KlimaTour Holdorf
  • 27. April: KlimaTour Lindern
  • 14. Mai: Radtour in Vechta (Stadtradeln)
  • 17. Juni: KlimaTour Cloppenburg
  • 24. Juni: Klimafolgenanpassung im Landkreis Cloppenburg
  • Info: Anmeldung zu den Touren unter 04441/15439 oder www.uni-vechta.de/transfer/science-shop-veranstaltungen. VHS-Veranstaltungen über die Homepage der VHS: www.vhs-cloppenburg.de

OM-hilft -  Helfen Sie mit! Das Oldenburger Münsterland hilft den Geflüchteten aus der Ukraine. Hilfsinitiativen, Wohlfahrtsorganisationen und viele mittelständische Unternehmen sind bereits dabei, die Hilfe vor Ort zu koordinieren. Und auch Sie können sich beteiligen. Wie und Wo? Das sagt Ihnen  die Webseite om- hilft.org

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