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Benstruper Eltern fordern Kita-Plätze im Ort

Die Eltern wollen die Dorfgemeinschaft der Kinder erhalten. Bürgermeister Marcus Willen hat Verständnis für die Eltern, verweist aber auch auf die geltenden Vergaberichtlinien.

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Bleibt ihnen verwehrt: Nicht den direkt vor der Haustür liegenden Kindergarten Benstrup werden Magdalena und Hanno besuchen, sondern eine der Löninger Einrichtungen. Die betroffenen Eltern fordern die Einheit der Dorfgemeinschaft. Foto: Lis-Moorkamp

Bleibt ihnen verwehrt: Nicht den direkt vor der Haustür liegenden Kindergarten Benstrup werden Magdalena und Hanno besuchen, sondern eine der Löninger Einrichtungen. Die betroffenen Eltern fordern die Einheit der Dorfgemeinschaft. Foto: Lis-Moorkamp

Die Diskussion über die Vergabe der Kita-Plätze in Löningen nach den Sommerferien geht weiter. Nach einigen Bunner Eltern, die ihre Mädchen und Jungen nicht wie erwartet in den Kindergarten St. Michael vor Ort schicken können, weil dort nicht genügend Plätze frei werden, melden sich jetzt auch betroffene Mütter und Väter aus Benstrup mit dem gleichen Problem zu Wort.

Ab Sommer können nur 8 der 18 Kinder den Benstruper Kindergarten besuchen, 10 sind nach den Vergaberichtlinien in Löningen zugewiesen worden. In einem Gespräch fordern Sören und Maria Wichmann sowie Elisabeth Lis-Moorkamp im Namen der betroffenen Eltern und auch ihrer Dorfgemeinschaft von den Trägern und der Stadt eine für die betroffenen Kinder akzeptable Lösung, für die sie konkrete Vorschläge machen. Gleichzeitig fordern sie eine Ergänzung des Vergabeverfahrens mit ortsbezogenen Punkten, die Dorfkindern in den Dorf-Kitas Vorrang geben. "Die Familien brauchen für das Emotionale uns Organisatorische eine verlässliche Perspektive und konstruktive Zusammenarbeit", wollen die Initiatoren auch, dass die Ausquartierten 2022 einen Platz im Dorfkindergarten bekommen.

Freundschaften aus der Krippe werden wieder auseinandergerissen

Damit werde die Dorfgemeinschaft der Benstruper Kinder gleich 2 Mal auseinandergerissen, kritisieren die Mütter und Väter. Nach dem gemeinsamen Besuch der Krippe gingen sie in unterschiedliche Kitas, gingen Freundschaften ein, um dann von Löningen aus wieder mit den anderen Benstrupern gemeinsam in Wachtum in der dortigen Grundschule eingeschult zu werden. Dies bleibe vielen anderen Kindern erspart, dort gebe es Kontinuität im Umfeld. Es gebe Lösungen, die nicht nur das Benstruper Problem, sondern auch die zu wenigen Kita-Plätze insgesamt in der Stadtgemeinde ab Sommer löse, so die Wichmanns und Lis-Moorkamp. Im Kindergarten selbst gebe es einen Raum, der ausreichend groß für eine Notgruppe für rund ein Dutzend Kinder sei. Ausreichend Platz in der Einrichtung selbst gebe es auch, wenn das Pfarrheim noch ein Jahr als Krippe genutzt werde.

In einem ersten Gespräch, dem am 18. Mai das eigentliche in größerer Runde mit den Trägern und Stadtverwaltung folgen wird, zeigte Bürgermeister Marcus Willen Verständnis für die Anliegen der Benstruper Mütter und Väter. Er bat aber auch seinerseits um Einsicht in die in diesem Jahr gegebenen Situationen und Zahlen, die weder der Träger noch die Stadt ändern könnten.

Stadt hat in den vergangenen Jahren 200 zusätzliche Plätze geschaffen

Für eine möglichst gerechte Platzvergabe ohne Ansehen der Person werde in einem anonymisierten Verfahren auf der Basis der vom Rat nach vielen Gesprächen auch mit den Kindergarten-Leiterinnen und der Aufsicht durch den Kreis die Vergaberichtlinien angewendet. Einziges maßgebliches Kriterium sei das Kindeswohl. 

Er erinnerte mit Nachdruck daran, dass die Stadt in den vergangenen Jahren die Zahl der Plätze von 400 auf 600 erhöht habe. Aktuell würden Millionen in den Ausbau in Evenkamp und Benstrup investiert. Das zeige doch den Willen aller, die Dorfgemeinschaften mit viel Geld aller Löninger zu stärken. Dass in diesem Jahr nicht alle in ihrer Wunscheinrichtung untergebracht werden könnten, sei vor allem dem stark schwankenden Wechsel von Kita zu Schule geschuldet. 112 Kinder verlassen die Einrichtungen in diesem Jahr, 2022 seien es dagegen 148 mit dann wahrscheinlich ausreichend Plätzen.


Kommentar zum Thema von Willi Siemer (Reporter):

Verständnis ist gefragt

Angesichts der Situation, dass sowohl nicht alle Bunner und nicht alle Benstruper Kinder "ihren" Dorfkindergarten ab dem Sommer besuchen können, ist von allen Beteiligten mehr Verständnis für die Situation der jeweils anderen Seite dringend notwendig.

Auch wenn es "nur" emotionale und auch praktische Gründe wie Fahrtzeiten und Organisation sind, die Eltern fordern lassen, dass ihre Mädchen und Jungen im Ort in der Kinder-Dorfgemeinschaft bleiben, ist dies nachvollziehbar. Alle Eltern möchten das Beste für ihre Kinder. Wenn es darum geht, ich welche Gruppe oder mit wem die Sprösslinge in welche Klasse gehen, dann kochen die Emotionen hoch. Richtig ist aber auch, dass bei Lichte besehen, Kinder häufig besser mit den neuen Situationen klarkommen, als die Eltern.

Und: Der Vorschlag, die Krippengruppe noch ein Jahr im Benstruper Pfarrheim unterzubringen ist es wert, ernsthaft geprüft zu werden, wäre er doch ein Ausweg für fehlende Plätze insgesamt ab Sommer. Noch mehr Verständnis verdienen allerdings die Verantwortlichen, die seit Jahren sehr große Anstrengungen unternehmen, allen einen Platz zu verschaffen. Wenn die Umstände so sind wie aktuell mit vergleichsweise wenig Schulneulingen, dann kann nur das gerechte Vergabeverfahren eine Lösung sein.

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