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Beim Vorlesewettbewerb gibt es keinen Applaus

Der Kreisentscheid im Landkreis Vechta findet wegen der Corona-Pandemie ohne Publikum statt. Der Sieg führt über Videobeiträge.

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Siegerin im Südkreis: Hannah von Schemde vertrat die Don-Bosco-Schule mit Erfolg beim Vorlesewettbewerb. Glückwünsche erhielt die Sechstklässlerin von ihrer Deutsch- und Klassenlehrerin Eltje Thieleke sowie Schulleiter Andreas Koch. Foto: Brinkschulte

Siegerin im Südkreis: Hannah von Schemde vertrat die Don-Bosco-Schule mit Erfolg beim Vorlesewettbewerb. Glückwünsche erhielt die Sechstklässlerin von ihrer Deutsch- und Klassenlehrerin Eltje Thieleke sowie Schulleiter Andreas Koch. Foto: Brinkschulte

Leni Herberger und Hannah von Schemde strahlen um die Wette. Die beiden Sechstklässlerinnen haben den Kreisentscheid im Vorlesewettbewerb des Börsenvereins des Deutschen Buchhandels gewonnen und damit die heiß begehrte Fahrkarte für die nächste Runde gelöst. Sie vertreten den Landkreis Vechta beim Bezirksentscheid. Vielleicht führt der Weg dann sogar bis ins Bundesfinale.

Der Wettbewerb stand unter dem Motto "Greif zum Buch und bring deine Eltern aus dem Konzept". Dabei herrschten besondere Bedingungen. In den Vorjahren saßen sich die Beteiligten in Anwesenheit von Publikum direkt gegenüber. Aufgrund der Corona-Pandemie ging das Vorlesen auf digitalem Weg über die Bühne, was die abschließende Bewertung nicht einfacher machte.

Die Sieger der einzelnen Schulen waren bereits vor dem Jahreswechsel ermittelt worden. Nun traten insgesamt 9 Mädchen und Jungen gegeneinander an, wobei wie gewohnt zwischen Nord- und Südkreis unterschieden wurde. Wegen der Kontaktbeschränkungen hatten die Veranstalter auf ein Treffen verzichtet. Die Teilnehmer stellten ihre Lesebeiträge in Videos zur Verfügung.

Siegerin im Nordkreis: Leni Herberger von der Liebfrauenschule punktete mit ihrem Lieblingsbuch Momo. Foto: KlostermannSiegerin im Nordkreis: Leni Herberger von der Liebfrauenschule punktete mit ihrem Lieblingsbuch "Momo". Foto: Klostermann

"Normalerweise lesen die Schülerinnen und Schüler einen Wahltext und einen unbekannten Text", berichtete Buchhändlerin Elisabeth Vatterodt aus Vechta, die den Kreisentscheid zum 20. Mal organisierte. Diesmal hätten sich die Kinder auf eine Textstelle aus ihrem Lieblingsbuch beschränkt. Damit entfiel die Herausforderung, einen fremden Beitrag vorzulesen und sich noch deutlicher von der Konkurrenz abzuheben.

"Die Präsentation erfolgte in einer 3-minütigen Videosequenz. Dabei war engagiertes Vorlesen nicht mit Schauspielerei zu verwechseln", so Vatterodt weiter. Die Auswahl der Bücher war bunt gemischt: Geschichten über Zeitdiebe, Zivilcourage im Dritten Reich, Freundschaft über Ländergrenzen, Abenteuer mit Tieren und als Detektive erfüllten den Raum.

Weniger Teilnehmer als in den Vorjahren

Vatterodt und ihre Jurymitglieder Maria Brüggemann und Kerstin Emke, beide Lehrerinnen, hatten sich ein Plätzchen in den VEC-Hallen gesucht, wo sie mit ausreichend Abstand die Videobeiträge verfolgten. Die 5 Mädchen und 4 Jungen hätten mit herzerfrischendem Enthusiasmus, starker Stimme und hoher Konzentration ihr Können gezeigt, lobte die Initiatorin.

Wegen der Pandemie hatten sich in diesem Jahr allerdings deutlich weniger Schulen mit ihren Schulsiegern gemeldet. Mit von der Partie waren Kolleg St. Thomas, Liebfrauenschule und Gymnasium Antonianum in Vechta, Gymnasium Lohne, Marienschule Goldenstedt, St. Johannes-Schule Bakum, Gymnasium Damme, Realschule Damme und Don-Bosco-Schule Steinfeld.

Elisabeth Vatterodt besucht teilnehmende Schulen

Unter den Teilnehmerinnen und Teilnehmern aus dem Nordkreis setzte sich Leni Herberger von der Liebfrauenschule durch. Sie las der Jury aus einem echten Klassiker vor: "Momo" von Michael Ende. Im Südkreis behauptete sich Hannah von Schemde. Die pferdebegeisterte Schülerin der Don-Bosco-Schule hatte mit einem Auszug aus ihrem Lieblingsbuch "Charlottes Traumpferd" von Autorin Nele Neuhaus gepunktet.

Da die Kinder den Applaus von Jury und Publikum nicht ernten konnten, hat sich Elisabeth Vatterodt in dieser Woche dazu entschlossen, die Schulen aller 9 Teilnehmer anzufahren und ihnen persönlich die Buchpreise samt Urkunden zu überreichen. Für die beiden Kreissieger gab es mutmachende Worte für die nächste Runde. Dort warten die Siegerinnen und Sieger aus dem Raum Osnabrück.

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