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Bei Gebäudesanierungen: Damme-Ost profitiert von zwei Fördertöpfen

Manchem Gebäudeeigentümer erleichtert eine Förderung die Umsetzung einer Sanierung. Allerdings erhält längst nicht jeder Zuschüsse. In der Dorfentwicklung ändert sich die Bezuschussung.

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Zuschüsse sind denkbar: Wer in der Dorfregion Damme-Ost ein altes Gebäude sanieren oder ein Haus unter energetischen Gesichtspunkten verbessern möchte, kann auf finanzielle Hilfen hoffen. Foto: dpa/Arnold

Zuschüsse sind denkbar: Wer in der Dorfregion Damme-Ost ein altes Gebäude sanieren oder ein Haus unter energetischen Gesichtspunkten verbessern möchte, kann auf finanzielle Hilfen hoffen. Foto: dpa/Arnold

Bürger im Dammer Osten können, wenn sie ihre Häuser oder Betriebstätten sanieren wollen, unter Umständen gleich von zwei Fördertöpfen profitieren: zum einen, wenn sie in Rüschendorf mit Hüde, Ihlendorf und Kemphausen, Osterfeine, Dümmerlohausen mit Oldorf, Klünenberg oder Langenteilen wohnen, aus dem Programm Dorfentwicklung Damme-Ost; zum anderen, wenn sie in den Kernorten Rüschendorf, Osterfeine, Dümmerlohausen, Langenteilen und Klünenberg leben, zusätzlich auch noch aus dem Programm "Klimaquartiere Damme-Ost".

Im "Klimaquartier"  sind Investitionen steuerlich bis zu 100 Prozent absetzbar

Aus dem Dorfentwicklungsprogramm fließen Fördermittel, wenn das zuständige Amt für regionale Landesentwicklung Weser-Ems (ArL) einen entsprechenden Antrag genehmigt hat. Bei den Klimaquartieren können Bürger Investitionen in die energetische Sanierung von Privatgebäuden steuerlich mit 90 Prozent und von gewerblich genutzten Immobilien mit 100 Prozent geltend machen.

Fördersumme ändert sich: 40 Prozent der Nettokosten

Bei der Dorfentwicklung floss bislang für die Dorfregion Damme-Ost bei privaten Maßnahmen eine Fördersumme von 30 Prozent auf die Gesamtkosten. Das wird sich nach Angaben des Dammer Klimaschutzbeauftragten Roman Fehlers und der Planungsamtsleiterin Kerstin Biestmann ab dem kommenden Jahr ändern. Dann beträgt die Summe zwar 40 Prozent, bezieht sich aber nur noch auf die Nettokosten.

Wie das ArL dazu mitteilte, soll dieser Satz in der neu gefassten Richtlinie stehen, die ab dem 1. Januar 2023 gilt. Die EU-Kommission müsse ihr noch zustimmen, habe aber die Änderung des Fördersatzes bislang nicht beanstandet, sodass er aller Voraussicht nach wie vorgeschlagen gültig werden wird.

Maximal fließen 150.000 Euro als finanzielle Hilfe

Die maximale Fördersumme beträgt bei privaten Maßnahmen 150.000 Euro. Minimal muss sich die Fördersumme auf 2500 Euro belaufen, sonst fließen keine Mittel. Eine Unterstützung bekommen in der Dorfregion Damme-Ost auch nach den neuen Förderrichtlinien aus dem Dorfentwicklungsprogramm Bürger, die ortsbildprägende oder landschaftstypische Gebäude erhalten, gestalten oder zu einem anderen Zweck als dem bisherigen umnutzen wollen oder ungenutzte oder leer stehende Gebäude revitalisieren wollen, wie es dazu auf der ArL-Internetseite heißt.

Bislang hat es Geld für 23 Projekte gegeben

Nach Angaben der Stadtverwaltung hat das ArL bislang für 23 Projekte Fördermittel mit einem Gesamtvolumen von rund 2,4 Millionen Euro bewilligt. Bei den Projekten handelt es sich um 4 kommunale wie die Umgestaltung des Sportplatzumfeldes in Osterfeine, 2 kirchliche – die Kirchplätze in Osterfeine und Rüschendorf – und 17 Projekte.

Mit Blick auf die Anträge von Privatpersonen teilte Roman Fehler mit, 2018 habe das ArL alle 4 eingereichten bewilligt, ein Jahr später alle 12 abgelehnt, 2020 6 von 9 Anträgen entsprochen und im vergangenen Jahr einen von 5 Anträgen abgelehnt.

Corona und gestiegene Kosten könnten mehr Anträge verhindert haben

Insgesamt habe sie mit mehr privaten Anträgen seit 2018 gerechnet, sagte Kerstin Biestmann. Roman Fehler nannte sowohl die Corona-Pandemie als auch die zuletzt stark gestiegenen Kosten im Bereich des Bauens als mögliche Bremsen. Aber das könnte sich bis 2026 noch ändern. Roman Fehler wies darauf hin, dass die Bürger Förderanträge für Maßnahmen, die sie im darauffolgenden Jahr planen, bis zum 30. September beim ArL gestellt haben müssen. Ganz wichtig ist: Die Arbeiten an dem Objekt dürfen nicht starten, bevor ein schriftlicher Bewilligungsbescheid vorliegt. Wer sich nicht daran hält, bekommt keinen Zuschuss.

Prüfung und Bescheid eines Antrages sind Sache des ArL

Die Prüfung des Antrages und dessen Befürwortung oder Ablehnung  ist Sache des ArL. Die Stadtverwaltung empfiehlt, alle Rechnungsbelege, die sich im Zuge der Umsetzung eines Projekts ansammeln, sollte der Antragsteller aufbewahren und nach dem Abschluss der Maßnahme beim ArL einreichen.

Von der zweiten Fördermöglichkeit, die sich durch die Bildung der fünf Klimaquartiere im Dammer Osten ergibt, profitieren weniger Gebäudeeigentümer, da das Gebiet nicht identisch ist mit der Dorfregion Damme-Ost.

In Klimaquartieren schließt Investor mit der Stadt einen Vertrag

In Osterfeine, Rüschendorf, Dümmerlohausen, Klünenberg und Langenteilen hat der Stadtrat die Dorfentwicklung mit einer integrierten energetischen Stadtsanierung verknüpft. Roman Fehler verwies aber darauf, dass der Gebäudeeigentümer vor dem Beginn einer Sanierung seines Objektes, um etwa bauliche oder energetische sowie gestalterische Mängel zu beseitigen, mit der Stadt Damme einen Modernisierungsvertrag schließen muss. Der dient nach dem Abschluss der Arbeiten als Bescheinigung von der Stadt "im Sinne des Einkommenssteuergesetzes zur Vorlage beim Finanzamt".


Info:

  • Ansprechpartner im Dammer Rathaus wegen der Sanierung von Gebäuden in einem Klimaquartier ist Roman Fehler, Telefon 05491/66253, E-Mail: roman.fehler@damme.de.
  • Ansprechpartner in der Stadtverwaltung für die Dorfentwicklung ist Frank Thölke, Telefon 05491/66251, E-Mail: frank.thoelke@damme.de.
  • Die Umsetzbegleitung bei der Dorfentwicklung betreuen bei der Niedersächsischen Landgesellschaft Jan Rommert, Telefon 0441/9509436, E-Mail: jan.rommert@nlg.de, und Holger Brörkens, Telefon 0441/9509429, E-Mail: holger.broerkens@nlg.de.

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